Viele Corona-Fälle in Rotenburger Wohngemeinschaft
Werke: Ein Todesopfer, 40 Neuinfektionen
Die Rotenburger Werke haben ein erstes Todesopfer im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie zu beklagen. Ein 69-jähriger Mann sei nach starker Vorerkrankung in Zusammenhang mit einer Covid-19-Infektion gestorben. Er lebte in einer Wohngemeinschaft in einem Haus der Werke an der Lindenstraße, in dem nun 31 Bewohner positiv auf Corona getestet wurden.
- 69-Jähriger Bewohner mit Vorerkrankung stirbt.
- 31 weitere Bewohner und nuen Mitarbeiter positiv getestet.
- Isoliertstationen zur Versorgung eingerichtet.
Rotenburg – Neun Mitarbeiter dieser Wohngemeinschaften wurden ebenfalls positiv getestet und befinden sich in häuslicher Quarantäne. Das teilt Rüdiger Wollschlaeger, Sprecher der Einrichtung für Menschen mit Behinderungen, auf Anfrage der Rotenburger Kreiszeitung mit.
„Trotz der hohen Anzahl der Infizierten bleibt das Geschehen auf zwei Stockwerke im Haus begrenzt“, so Wollschlaeger. Die betroffenen Bewohner würden jetzt in eigens eingerichteten Isolierstationen versorgt. Drei infizierte Bewohner werden inzwischen im Krankenhaus behandelt. Alle Maßnahmen habe man eng mit dem Gesundheitsamt abgestimmt, heißt es weiter.
Schnelltests für Mitarbeiter, ihre Angehörigen und Bdesucher
Um eine weitere Ausbreitung des Virus zu vermeiden, werden alle Sicherheitsmaßnahmen und Verordnungen umgesetzt. „Das haben wir von Anfang an getan“, zitiert Wollschlaeger die Geschäftsführerin Jutta Wendland-Park, „und sogar noch mehr. Seit Dezember bieten wir zusätzliche Schnelltests für Mitarbeiter aller Bereiche, für deren Angehörige und für alle Besucher an, und zwar an sieben Tagen in der Woche. Seit Anfang der Woche haben wir uns verpflichtet, im Dienst ausschließlich FFP2-Masken zu tragen, auch dort, wo es gemäß der Verordnungen nicht zwingend nötig wäre.“
Die Rotenburger Werke unternehmen alles, was möglich ist, um eine Verbreitung des Virus in die Einrichtung hinein zu vermeiden, versichert die Geschäftsführerin. Das Verantwortungsbewusstsein bei allen Mitarbeiter sei sehr hoch. Die Vorsichtsmaßnahmen würden sehr ernst genommen. Wendland-Park: „Aber auch wenn sich alle an sie halten, ist nicht zu auszuschließen, dass das Virus einen Weg in die Einrichtung findet.“
1130 Menschen mit Behinderungen leben in den Werken
In den Werken leben 1 130 Menschen mit Behinderung in und um Rotenburg, aber auch in der Region in zwei weiteren Landkreisen. Darunter sind viele ältere Menschen, die teilweise aufgrund ihrer Handicaps einen hohen Betreuungs- und Pflegebedarf haben. „Dennoch konnten die Werke bisher auf einen guten Verlauf in der Corona-Krise zurückblicken.“ Bisher waren „nur“ 17 Infizierte zu verzeichnen, die auch nur leichte Symptome zeigten und die Krankheit gut überstanden haben, erklärt der Werke-Sprecher.
Der Umgang mit der Pandemie in den Werken fußt auf einem umfassenden Hygienekonzept. Dazu gehört unter anderem auch ein Notfallplan für den Fall, dass zeitgleich mehrere Mitarbeiter in der Betreuung der Bewohner ausfallen. Dieser Plan ist jetzt zu aktivieren, bestätigt Wollschlaeger.
