Scheeßeler nehmen Führungen übers Hurricane-Gelände an
In einer Woche startet nach Corona-Pause wieder das Hurricane-Festival in Scheeßel. Noch ist das Gelände fest in der Hand von Arbeitern, die Bühnen, Gastro und Co. aufbauen. Einmal die Woche haben Scheeßeler die Gelegenheit, sich selbst ein Bild davon zu machen.
Scheeßel – Für die Veranstalter ist es Rückkopplung mit der Bevölkerung und Imagepflege, für die Gäste Befriedigung von Neugier, das frühe Schnuppern von Hurricane-Luft oder der Drang nach Informationen. Ganz gleich, aus welchem Grund man die Anwohner-Führungen besucht: In den vergangenen Ausgaben erfreuen sich die Vorab-Begehungen der „Hurricane-Stadt“ auf dem Scheeßeler Eichenringgelände immer größerer Beliebtheit.
Gleich drei Termine hatten Inga Rossbach und Jasper Barendregt, die Vertreter des Konzertveranstalters FKP Scorpio vor Ort, in diesem Jahr angesetzt. War die erste Führung vor einer Woche noch eher spärlich besucht, steigt die Anzahl derer, die sich Mittwochsabends von den Baufortschritten auf dem Eichenring überzeugen, beim zweiten Termin bereits auf rund 50.
Besuch vorm Hurricane Festival: Immer mehr nutzen das Angebot
Der Blick über den Wall verrät: Es lohnt sich, stehen im Infield doch schon zahlreiche Gitter, Zelte und Gerüste von Versorgungsständen und nun auch die 15 Pylone des neuen Superzeltes. „So groß wie bundesweit sonst höchstens in Wacken“, meint Rossbach. Sie und Kollege Barendregt, der mit den zahlreichen Fahrradtouristen eine Runde über den Platz dreht, sind in ihrem Element.
Mit einer Mischung aus Informationen, Anekdoten aus vielen Jahren Festivalgeschichte und vor allem echter Begeisterung erläutern die beiden das neue Layout, brechen eine Lanze für den verlegten Weg, schwärmen von der freien Sicht vom Wall dahin, wo bald in 200 Metern Entfernung die großen Bühnen stehen werden. Und sie berichten nebenbei auch von den Schwierigkeiten mit Personal- und Materialnot.
Die Nachfragen halten sich in Grenzen: „Wo kann ich in Zukunft mein Rad am Zaun abstellen?“, will eine Besucherin wissen; andere erkundigen sich nach den Hintergründen für den fehlenden Supermarkt. Die Staubschwaden lassen bei den beiden Grüppchen erste Glücksgefühle aufkommen, der sich rasch verfinsternde Himmel tut sein Bestes für echte Festival-Atmosphäre. Pärchen, Familien mit den Besuchern von übermorgen und eine Gruppe neuer Mitarbeiter des Veranstalters, standesgemäß in Schwarz, ziehen über das Gelände.
Nächste Woche geht es auf die Bühne
Ein Retriever hebt vor der Blue Stage in spe das Bein, im Hintergrund rund ein Dutzend Trucks mit einem Drittel des Equipments für die Bühnen. Die sollen innerhalb von zwei Tagen stehen – 80 „Stagehands“ pro Bühne werden es schon richten. Andächtig wird die Gruppe beim Gang am Künstlerbereich, dem „Artists‘ Village“ vorbei und zum erhöhten VIP-Bereich, der mit Gazebahnen aufgehübscht werden soll, die 200 mal vier Meter messen. Besucher Claus-Dieter Winkelmann erinnert sich an 1973: „Damals hatten alle Rentner aus dem Ort freien Eintritt. Man wusste, die bleiben eh nicht lange – wie ist das dieses Mal?“, will der Pensionär wissen. Barendregt muss ihn enttäuschen, verweist aber auf die Resttickets für Einheimische im Popup-Store. Ein Ticket hat und möchte der Scheeßeler nicht – aber nächste Woche wird er noch einmal dabei sei. Dann darf er sogar Bühnenluft schnuppern. hey
Letzte Führung
Die letzte Gelegenheit für eine Anwohnerführung über das Hurricanegelände bietet sich kommenden Mittwoch, 15. Juni. Sie beginnt um 19 Uhr auf dem Gelände des MSC Eichenring und ist kostenlos.
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