Eine Idee, die Wurzeln schlägt: Landtouristik feiert 50-jähriges Bestehen in Hellwege

Vivien Ortmann (v.l.), Barbara Otte-Kinast,  Susanne Heitmann und Martina Warnke sowie Ella und Ava beim Apfelbaumpflanzen.
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Während Ella und Ava dem Apfelbäumchen eine erste Ladung Wasser verpassen, freuen sich noch Vivien Ortmann (l.) und Martina Warnke (r.) von der Landtouristik Niedersachsen mit Landesministerin Barbara Otte-Kinast (2.v.r.) und Susanne Heitmann auf deren Eichenhof in Hellwege über das frischgepflanzte Symbol.

Die Landtouristik Niedersachsen wird 50 Jahre alt - und feiert auf dem Hof der Familie Heitmann, die selbst Gründungsmitglied des Verbandes ist.

Hellwege – „Wir hatten diesen riesengroßen Bodenraum, den wir eigentlich ausbauen und fest vermieten wollten“, erinnert sich Lore Heitmann. Ausgebaut haben sie und ihre Familie die Quadratmeter auch – allerdings nicht zur Dauermiete, stattdessen wurden daraus Ferienwohnungen. Und noch etwas anderes, denn gemeinsam mit anderen landwirtschaftlichen Betrieben riefen die Heitmanns 1972 den „Urlaubsring“ ins Leben, der heute unter dem Namen Landtouristik Niedersachsen firmiert. Jetzt feiert der Verband mit seinem Konzept „Ferien auf dem Bauernhof“ sein 50-jähriges Bestehen – und das auf dem Eichenhof des Heitmanns in Hellwege.

Geändert hat sich dabei nicht nur der Name: „Früher waren wir froh, wenn unsere Gäste für drei bis vier Wochen hierblieben. Heute ist der Durchlauf höher, viele bleiben nur drei bis vier Tage“, sagt Lore Heitmann. Die Kehrseite ist allerdings: „Wir haben mittlerweile das ganze Jahr über Gäste, auch wenn es im Winter natürlich weniger sind“, ergänzt ihre Tochter Susanne Heitmann. „Im Winter sind es eher Monteure, ansonsten sind unsere Gäste generell oft Durchreisende und dann sind von Juni bis September vor allem Familien mit Kleinkindern hier.“ Mittlerweile sind auch die nahegelegenen Nordpfade und das Kanu-Angebot für die Wümme kein unerheblicher Faktor für die Touristiker. „Das wird super angenommen“, freut sich Susanne Heitmann. Gäste mit Kindern kommen häufig aus der Stadt, aus Berlin oder dem Ruhrgebiet. „Wir merken, wie sehr die hier alles wahrnehmen – und wir haben in der Hinsicht auch viel zu bieten: vom Blick in den Stall bis zum Schweinefüttern und Stockbrotbacken.“

Martina Warnken dankt den Betrieben.

Das Bewusstsein dafür wecken, auch für die Herkunft der Lebensmittel, die in der Landwirtschaft erzeugt werden, sei ein Nebeneffekt der Bauernhofferien, betont Landesagrarministerin Barbara Otte-Kinast bei der Feierstunde in Hellwege vor Verbandsvertreten, Mitgliedern und Abgeordneten aus Politik und Verwaltung. „Wir können hier das Bewusstsein bei den Menschen schärfen. Stadt und Land – das ist ja oft ein Kulturschock. Dabei ist der Dialog so wichtig, und daran müssen wir arbeiten.“ Sie sei sich allerdings sicher, dass es trotz der schwierigen Coronajahre und auch in der Energiekrise auch weiterhin Möglichkeiten für Bauernhofferien geben werde: „Ihr werdet es schaffen, denn ihr habt super Ideen“, richtet sie sich an die Betriebe.

Auch Udo Fischer, Geschäftsführer des Landkreis-Touristikverbandes Tourow, macht den Gastgebern Mut: „Die Bauernhofferien gehören zu Niedersachsen, und dabei ist es so stark, was wir bisher geschafft haben.“ Besonderen Dank spricht Martina Warnken, Vorsitzende der Landtouristik Niedersachsen, ihrer langjährigen Vorgängerin Elke Poggasch aus. Auch sie zeigt sich angesichts dessen, was der Verband unter den vielen politischen Konstellationen alles auf die Beine gestellt habe, optimistisch, was die Zukunft angeht: „Gemeinsam ist man stärker, als allein.“

Udo Fischer gratuliert dem Verband.

Währenddessen ist Susanne Heitmann froh, den Verband an der Seite der Betriebe zu wissen. „Wir haben eine Durststrecke hinter uns und wissen nicht, was die Zukunft bringt. Daher ist es bei dieser Unsicherheit toll, dass wir euch als Verband haben.“ Das sieht auch ihre Mutter Lore mit Blick auf die Ursprungsinitiative so: „Ich denke, das hat sich gelohnt.“

Und da das Motto der Landtouristik „Fest verwurzelt in Niedersachsen ist“ ist, passt dann auch das Mitbringsel, dass Warnken aus Oldenburg als Sitz des Verbandes mitgebracht hat: ein Apfelbäumchen, das Hofbesitzerin, Ministerin und Vorsitzende dann auch schnell in die Erde bugsieren, bevor es endlich zur Jubiläumstorte geht.

Lore Heitmann (v.l.), Susanne Heitmann, Martina Warnken, Barbara Otte-Kinast, Vivien Ortmann und Ute Mushardt schneiden die Jubiläumstorte an.

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