Anreise läuft
Drogenkontrolle der Polizei: Hurricane-Besucher werden durchleuchtet
Sottrum - Ruhig ist es gegen Mittag auf dem Sottrumer Schützenhof. Seit 9 Uhr ist die Polizei am gestrigen Donnerstag dort postiert, um die erste Anreisewelle zum Hurricane-Festival stichpunktartig nach Drogen zu untersuchen.
Das ist mittlerweile Routine für die Frauen und Männer in blau. Drei Kontrollstationen hält die Polizei entlang der Hauptstraßen hin zum Festival: in Sittensen, in Hetzwege und eben in Sottrum. Dieses Mal nicht dabei ist der Zoll, denn der führt eigene Kontrollen durch, informiert Polizeikommissar Jannes Eggert.
Drogenkontrolle bei der Anreise zum Hurricane Festival
Das hat Auswirkungen auf das Geschehen in Sottrum, denn der Zoll hat laut Polizeisprecher Heiner van der Werp mehr Befugnisse, wenn Autos zu durchsuchen sind, als die Polizei. Neu ist dafür die mobile Wache, ein Container mit zwei Arbeitsplätzen und einem Bereich für Durchsuchungen. Dort können zum Beispiel Anzeigen direkt ins System der Polizei eingegeben werden. Nur in diesem Moment nicht, denn die Polizei hat eine Systemstörung. Bis zu diesem Zeitpunkt mussten aber auch noch keine Anzeigen geschrieben werden.
Langsam kehrt Geschäftigkeit ein, die Pause ist vorbei. Der Beamte, der die zu kontrollierenden Festivalbesucher auswählt, bekommt Order, wieder mehr Autos aufs Gelände zu schicken. Er hebt seine Kelle, lässt die Fahrer langsam heranfahren. Nur einen Augenblick lang hat er Zeit, eine Entscheidung zu treffen. Weicht der Fahrer dem prüfenden Blick des Beamten aus, reicht das für eine Kontrolle. Der Beamte entscheidet nach Bauchgefühl.
Alle Infos zum Hurricane Festival gibt es im Liveticker.
Hurricane Festival: Meistens ein kurzer Besuch bei der Polizei
Für die meisten, die ausgewählt werden, ist es ein kurzer Besuch auf dem Schützenhof. In der Regel brauchen die Fahrer sich nur den Tests unterziehen, mit denen die Polizisten überprüfen, ob sie unter Einfluss von Drogen oder Alkohol stehen.
„Klassiker“ wie der Finger-Nase-Test oder der Einbeinstand sind darunter, aber auch der sogenannter Romberg-Test, bei dem man mit dem Kopf im Nacken zählen muss. Mit dem Horizontal-und-Vertikal-Nystagmus muss der Getestete mit den Augen einem vom Beamten geführten Stift folgen. Ist alles in Ordnung, sind die Pupillenbewegungen flüssig.
Karsten Pleiter aus dem Emsland gehört zu denjenigen, die die Tests „bestanden“ haben. Er lässt eine Beamtin noch einen Blick in seinen Anhänger werfen, dann darf er weiter. „Eigentlich eine ganz gewöhnliche Kontrolle“, sagt er entspannt. „Ich finde das wichtig, es ist unverantwortlich, unter Drogen oder Alkohol Auto zu fahren.“
Hurricane Festival: Spürhund Mink kommt zum Einsatz
Mehr Pech hatten dagegen zwei Festival-Besucher, die ihren Namen nicht in der Zeitung lesen möchten. Der Fahrer wurde nach einem Anfangsverdacht zur Urinprobe gebeten. Ihr Problem: „Wir haben vor 15 Minuten erst Rast gemacht“, sagt einer der beiden.
Nach einer Weile Warten und trotz anderthalb Liter Wasser trinken bricht man den Test ab, die beiden müssen jemanden finden, der sie und das Auto zum Festival fährt und ganz sicher nüchtern ist. Das kann dauern. In der Zwischenzeit müssen sie das Auto ausräumen, damit Spürhund Mink alles absuchen kann. Bier, Gepäck und weitere Festivalutensilien landen auf dem Rasen. Die beiden ärgern sich, bleiben aber entspannt. „Wir wissen ja, dass der Hund nichts finden wird“, sagt einer. Und dem ist hinterher auch so.
Drogenkontrolle beim Hurricane Festival
Bis 16 Uhr muss die Polizei an den Kontrollpunkten insgesamt 16 Blutentnahmen aufgrund von Drogenverstößen vornehmen. Alle müssen sich einem entsprechenden Vefahren stellen. Dazu müssen sich zwei Besucher wegen des Verstoßes gegen das Waffengesetz verantworten. Laut van der Werp haben sie kleinere Waffen – etwa Messer – mitgenommen.

