Gemeinsame Bewerbung

Sottrum und Rotenburg empfangen 2023 Special-Olympics-Delegation

Das Berliner Olympiastadion
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Das Berliner Olympiastadion ist Austragungsort der Special Olympics World Games 2023. Die Delegation eines Teilnehmerlandes wird zu Beginn in Rotenburg und Sottrum zu Gast sein.

Sottrum und Rotenburg können im kommenden Jahr eine Special-Olympics-Delegation empfangen. Wer kommt, ist aber noch unklar.

Sottrum/Rotenburg – Zur Fußball-Weltmeisterschaft 2006 hatte sich Rotenburg, als damals die Nationalmannschaft aus Trinidad und Tobago Karibik-Feeling in die Wümmestadt brachte, als weltoffener Gastgeber präsentiert. Im kommenden Jahr gibt es die nächste Gelegenheit, sich erneut gegenüber internationalen Sportlern von der besten Seite zu zeigen: Rotenburg und Sottrum gehören als Region nämlich gemeinsam zu den 216 Host-Towns der Special Olympics World Games (SOWG), also für vier Tage Gastgeber einer Delegation sein, bevor diese zu Olympia nach Berlin reist.

„Die Initiative für eine gemeinsame Bewerbung ging im Sommer von Volker Heinze vom TV Sottrum aus, der über die Gemeinde Sottrum an die Rotenburger Werke und die Stadt Rotenburg herangetreten ist“, berichtet Tobias Harms, Leiter der Haupt- und Schulabteilung der Stadt Rotenburg, bei dem die Fäden für die derzeit Organisation zusammenlaufen. Mit ins Boot wurde auch die Arbeitsgemeinschaft Rotenburger Sportvereine (ARS) genommen, die Lebenshilfe Rotenburg-Verden konnte als Kooperationspartner gewonnen werden.

Zu den drei Säulen der Bewerbung – das Motivationsschreiben, das Kurzkonzept und die Programmgestaltung – wurde sich bei gemeinsamen Terminen Gedanken gemacht. Jeder Projektpartner konnte in den Prozess seine Stärken einbringen. So bieten die Rotenburger Werke mehr als 1 100 Menschen mit Beeinträchtigung in Rotenburg und der Region ein Zuhause und haben vielfältige Angebote in den Bereichen Förderung, Wohnen, Arbeit, Freizeit und Bildung. Die Werke und die bei ihnen lebenden Menschen sind immer aktiv dabei, mischen mit und gehören ganz selbstverständlich auch zum Stadtbild dazu.

Die Sportgruppe für Menschen mit Behinderung

Bereits in den 1990er Jahren hat der TV Sottrum sein Angebot um eine Sportgruppe für Menschen mit geistiger Behinderung erweitert. Gründerin und langjährige Übungsleiterin der Gruppe ist Dorothee Heinze, Mutter von Volker Heinze.

In der Zwischenzeit wurde dieses Angebot weiterentwickelt, sodass auch Sportler mit körperlicher Beeinträchtigung am Vereinsleben und an sportlichen Aktivitäten teilnehmen können. Diese Gruppe ist fest verwurzelt in der Turnabteilung des Vereins, gehört beim zweijährlichen stattfindenden „Schauturnen“ des TV Sottrum zu den gefeierten Höhepunkten und hat auch in anderen Sparten des Vereins für ein Umdenken im Umgang mit Menschen mit Behinderungen gesorgt.

Darüber hinaus ermöglichen die Stadt Rotenburg und die Rotenburger Werke die Partizipation an vielen verschiedenen Projekten aus den unterschiedlichsten gesellschaftlichen Bereichen in Kooperation mit vielfältigen regionalen Partnern. Dazu gehören beispielsweise thematische Begegnungsprojekte wie der Sonderwettbewerb „Soziale Natur“ im Mitmach- und Erlebnisgarten „Mega“ am Hartmannshof oder das Café der Begegnung im Rathaus anlässlich des Internationalen Tages der Behinderungen. Auch im Stadtgebiet Rotenburg zeichnet sich der Sport durch inklusive Angebote aus, dazu der „Spaß-BuS Rotenburg“.

Der „Spaß-BuS“ ist kein Fahrzeug, sondern ein Verein, der Menschen mit Benachteiligungen die Möglichkeit bietet, Freude am Sport und Bewegung zu finden. Der inklusive Ansatz, der es jedem Mitglied mit oder ohne Beeinträchtigung erlaubt am Angebot des „Sport-BuS“ teilzunehmen, ist nach wie vor sehr wichtig.

Betont wurden in der Bewerbung, die nach mehreren Treffen im Herbst auf den Weg nach Berlin gebracht wurde, auch die regionalen, landschaftlichen und sportlichen Bedingungen. Dazu gehörte ebenfalls ein Vorschlag für die Programmgestaltung, die von der Abholung vom Flughafen über eine Besichtigungstour, ein Sport- und Spielfest und einen Festakt reicht. Die Arbeit hat sich gelohnt, denn vor einigen Tag kam aus der Hauptstadt die Zusage, dass die Region vom 12. bis 15 Juni 2023 sogenannte Host Town – Gastgeberstadt – sein wird. „Nun ist es amtlich, Rotenburg und damit auch die Rotenburger Werke sind Gastgeber der Akteure dieser Special Olympics.

Zeichen für Inklusion

„Eine gute Entscheidung, denn Stadt und Werke sind mit ihren sportlichen Ambitionen die geeignete Kulisse für das große Ereignis“, sagt dazu Henrik Pröhl von den Rotenburger Werken. Und weiter: „Wir freuen uns und heißen alle Sportler im Jahr 2023 herzlich willkommen.“ Groß ist auch die Freude bei Andreas Weber, der zuerst das Projekt als Rotenburger Bürgermeister begleitete und inzwischen Vorsitzender des TuS Rotenburg ist: „Wir freuen uns sehr über die Zusage“, sagt der 64-Jährige. Sehr gut gefällt ihm auch, dass das Projekt gemeinsam mit mehreren Projektpartnern auf die Beine gestellt wurde.

Auch Webers Nachfolger im Rathaus, Torsten Oestmann, ist glücklich. „Ich freue mich sehr, dass die Gemeinschaft Rotenburg-Sottrum ausgewählt wurde. Ich bin mir sicher, dass wir unseren Gästen eine wundervolle Zeit bereiten werden.“ Er sei gespannt, wer kommt, „und dann geht’s richtig los mit den Planungen.“ Auch in der Wiestegemeinde ist man voller Vorfreude: „Die Gemeinde Sottrum freut sich auf die internationalen Gäste. Wir werden den Sportlerinnen und Sportlern gute Gastgeber sein. Zudem ist es ein starkes Zeichen, zum Thema Inklusion in der Gemeinde Sottrum“, heißt es von Samtgemeindebürgermeister Holger Bahrenburg. Enthusiastisch zeigt sich auch Volker Heinze: „Wir vom TV Sottrum sind restlos begeistert über die Nominierung der Region Rotenburg-Sottrum als Host-Town für die Special Olympics World Games 2023 in Berlin!“

Mit der Freude auf das Event ist die Hoffnung verbunden, „dass durch diese Aktion nicht nur das Bewusstsein und die öffentliche Wahrnehmung für die inklusive Arbeit noch einmal deutlich verstärkt wird.“ Bestenfalls möchte der Vorstand Menschen finden, die als Helfer, Trainer oder Übungsleiter nicht nur bei der Durchführung des Events, sondern darüber hinaus bei der Aufrechterhaltung des Vereinsangebots langfristig unterstützen. „Denn wir möchten unser Angebot sehr gerne aufrechterhalten und wenn möglich sogar ausbauen“, führt Heinze weiter aus.

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