Bis zu 200 Personen bei JBS möglich

Visselhövede hat viel Platz für Flüchtlinge

Ukraine-Flaggen zwischen dem Rathaus und der St.-Johannis-Kirche in Visselhövede.
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Ukraine-Flaggen zwischen dem Rathaus und der St.-Johannis-Kirche in Visselhövede.

Visselhöveder Privatleute stellen aktuell elf Wohnungen für Flüchtlinge zu Verfügung, bei der Firma JBS in der ehemaligen Kaserne gibt es sogar Platz für 200 Menschen.

Visselhövede – „Wir sind zwar sehr gut vorbereitet, wissen aber natürlich noch nicht, wann die Menschen aus der Ukraine bei uns ankommen und vor allem nicht, wie viele Flüchtlinge wir aufnehmen müssen.“ Mathias Haase, Chef des Visselhöveder Ordnungsamts, kann also noch nicht mit konkreten Zahlen dienen, wie sich die Flüchtlingssituation in der Ukraine an der Vissel widerspiegelt.

„Allerdings haben wir aktuell keine Wohnungsnot“, so Haase. Gleich elf Eigentümer von Wohnraum hätten sich am Ende der vergangenen Woche im Rathaus gemeldet und ihre Hilfe angeboten. „Und das, obwohl wir noch nicht einmal einen Aufruf gestartet haben. Das ist schon eine tolle Sache“, dankt Haase auf diesem Wege. Zur Verfügung stünden demnach Ein-Raum-Apartments für zum Beispiel Mütter mit Kindern über kleinere Wohnungen bis hin zu frisch renovierten vier Zimmern in einer Wohnung und sogar zwei komplette Häuser“, informiert Haase.

Der überwiegende Teil der Wohnungen sei möbliert und wenn irgendwo etwas fehle, sorge die Stadt dafür, dass die Grundausstattung wie Möbel oder Kochutensilien angeschafft würden.

„Darum auch meine Bitte: Wer gut erhaltenes Mobiliar oder Elektrogroßgeräte wie Kühlschränke, Waschmaschinen oder Geschirrspüler übrig hat, der kann sich einfach bei uns im Bürgerbüro des Rathauses melden. Wir kommen dann rum, gucken uns diese Dinge an und werden sie entsprechend zwischenlagern.“ Allerdings sollten alle Artikel in brauchbarem Zustand sein. „Denn Sperrmüll holen wir nicht ab. Es muss schon alles funktionieren“, so Haase, der gleich am Montagmorgen eine Gruppe von ukrainischen Flüchtlingen zur Landesaufnahmebehörde schicken musste, damit die sich dort registrieren lässt. Aktuell würden Behördenapparate auf Hochtouren laufen, wie und wo die Flüchtlinge ihre Formalitäten erledigen müssten, bevor sie nach einem der Einwohnerzahl entsprechenden Schlüssel auf die Kommunen verteilt würden.

Ein paar hundert Meter weiter bereitet sich Gebäudemanager Hans-Hinrich Hastedt von der Firma JBS ebenfalls auf die Ankunft von aus der Ukraine flüchtenden Menschen vor. „Wir haben in verschiedenen Gebäuden auf unserem Areal Platz für rund 200 Menschen. Die könnten problemlos in der ehemaligen Kaserne einziehen.“ In einem Haus habe der Landkreis sowieso Feldbetten und Co. für rund 500 Flüchtlinge untergebracht, das Gebäude sei dann ja auf einem Schlag leer und auch sonst seien einzelne Zimmer in vielen Gebäuden des insgesamt 18 Hektar umfassenden Geländes frei.

„Wir haben bereits kurz nachdem die Russen in der Ukraine einmarschiert sind Gespräche mit dem Landkreis geführt, um die Möglichkeit einer Unterbringung von Flüchtlingen auf unserem Gelände abzuklopfen.“ So müssten die Vorbereitungen „nicht wie 2016 innerhalb von 36 Stunden erledigt sein, sondern wir haben eine längere Vorlaufzeit“.

Hastedt hat bereits mit dem Mieter der früheren Truppenküche gesprochen und die Verpflegungsmöglichkeiten erörtert: „Der ist sofort bereit, für die Menschen zu kochen und dafür auch Personal zur Verfügung zu stellen oder neu einzustellen.“ Der ehemalige Biwakplatz, wo bald der Trecker-Treck stattfinden wird, biete den Menschen viel Freiraum unter freiem Himmel, denn „vor allem Kinder können ja nicht den ganzen Tag in ihren Zimmer sitzen“, so Hastedt. Vom Biwak-Gelände gebe es auch aktuell auch einen Zugang zum Waldspielplatz in der Lehnsheide, „sodass auch die Spielgeräte dort problemlos genutzt werden können.“ Bei JBS ist man ebenfalls bestens vorbereitet auf Flüchtlinge aus dem Osten, die „in den nächsten Tagen bei uns ankommen werden“, ist sich Hastedt sicher.

Von Jens Wieters

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