Geschäftsführer im Interview
Nazi-Skandal-Video auf Sylt: “L’Amour Toujours” im Pony Club verboten
Tim Becker, Geschäftsführer des Pony Clubs auf Sylt, äußert sich erschüttert über ein rechtsradikales Video. Der Club distanziert sich klar und erteilt den Tätern lebenslanges Hausverbot.
Sylt/Hamburg – Tim Becker, Geschäftsführer und Gesellschafter des Pony Clubs in Kampen auf Sylt, äußert sich zu einem schockierenden Vorfall, der sich während des Pfingstwochenendes ereignet hat. Im Interview spricht Becker über die erschreckende Entdeckung eines rechtsradikalen Videos, das in seinem Club aufgenommen wurde, und die Konsequenzen, die er und sein Team daraus ziehen. Selbst der Bürgermeister von Sylt hat sich zu dem Vorfall bereits geäußert.
Nach Nazi-Video aus Sylter Club „Pony“ in Kampen – Chef ist Erschütterung und Enttäuschung
“Gestern Abend haben wir das Video das erste Mal gesehen und waren total erschrocken und auch maßlos enttäuscht, dass es solche Leute gibt, die solche Veranstaltungen durch solchen Mist und Dreck ruinieren wollen oder können”, sagt Becker. Er beschreibt, wie er und sein Team sofort Maßnahmen ergriffen haben, um gegen die Verbreitung solcher Inhalte vorzugehen.
Becker betont, dass das Pfingstwochenende in Kampen ansonsten sehr friedlich verlaufen sei. “Es war eines der ruhigsten Pfingsten, die wir hatten. Das Wetter war gut, die Stimmung war toll, es gab keine Reibereien”, berichtet er. Trotz der vielen Menschen, die auf der Insel zusammenkamen, verlief alles reibungslos.
Team des Pony Clubs reagierte offenbar sofort: Klare Stellungnahme gegen rechtes Gedankengut
Als das Video am späten Nachmittag auftauchte, reagierte das Team des Pony Clubs sofort. “Wir haben uns sofort entschieden, bevor das groß viral ging, dass wir uns davon absolut distanzieren”, erklärt Becker. Der Club postete auf seinen Social-Media-Kanälen eine klare Stellungnahme gegen rechtes Gedankengut und leitete erste Schritte ein, um die Verantwortlichen zu identifizieren.
Die Namen der beteiligten Personen wurden über Social Media gesammelt und an die Polizei weitergegeben. “Die Polizei hatte auch schon drei Namen, weil der Staatsschutz da auch schon ermittelt. Zwei Namen konnten wir noch dazu beitragen”, erklärt Becker. Jetzt werde in alle Richtungen ermittelt, und der Club prüft auch zivilrechtliche Möglichkeiten.
Als Maßnahme: L’Amour Toujours” von Gigi D’Agostino wird im Pony nicht mehr gespielt
Aus dem Vorfall zieht der Pony Club klare Lehren. Ein bestimmtes Lied, das in der rechten Szene missbraucht wird, soll künftig nicht mehr gespielt werden. “Für die Zukunft wird dieses Lied jetzt beispielsweise nicht mehr gespielt”, sagt Becker. Auch andere Veranstaltungsorte, wie der HSV, der das Lied ebenfalls nutzt, könnten überlegen, ob es noch zeitgemäß ist.
Die Reaktionen im Netz seien gemischt, berichtet Becker. Während viele die offene und klare Haltung des Clubs loben, gibt es auch Hassmails und negative Kommentare. Becker und sein Team bleiben jedoch standhaft und wollen die Gelegenheit nutzen, um Gäste und die gesamte Gastronomie für solche Vorfälle zu sensibilisieren.
Pony spricht Hausverbot für die Beteiligten an dem Skandal-Video aus
Als unmittelbare Maßnahme hat der Club den Beteiligten lebenslanges Hausverbot erteilt. “Lebenslanges Hausverbot ist das Mindeste, was wir machen können”, betont Becker. Zudem will der Pony Club auch andere Gastronomen sensibilisieren, solche Vorfälle ernst zu nehmen und gegen rechtsradikale Tendenzen vorzugehen.
Der Vorfall zeigt, wie wichtig es ist, wachsam zu bleiben und entschieden gegen jede Form von Diskriminierung und Hass vorzugehen. Der Pony Club auf Sylt setzt ein klares Zeichen: Rechtsradikales Gedankengut hat keinen Platz – weder in der Gesellschaft noch in der Gastronomie.
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