Prompt geht die übliche Diskussion los
Gosch-Filiale vorübergehend dicht – Nachricht sorgt für unterschiedliche Reaktionen: „Ist kein Verlust“
Eine Gosch-Filiale auf Sylt macht vorübergehend dicht. Das nutzen manche als Anlass zum Schimpfen – oder auch, um eine alte Diskussion wieder zu eröffnen.
Westerland - Die einen lieben sie, die anderen rümpfen die Nase. So kann man die Einstellung der Menschen zu vielen Restaurant- und Imbiss-Ketten zusammenfassen. Das beginnt bei den klassischen Fast-Food-Riesen und geht bis zu den Fisch-Platzhirschen, die wie Blum (aktuell vier offene Filialen) auf Sylt, wie Gosch überwiegend im Norden oder wie Nordsee darüber hinaus aktiv sind. Bei denen entspinnt sich natürlich auch die alte Diskussion, wer denn am besten ist. Oder ob man nicht doch lieber den kleinen Stand bevorzugt.
Gosch-Filiale in der Friedrichsstraße macht mehr als einen Monat Winterpause
Als eine Nordsee-Urlauberin bei Gosch einen Spritz trinken wollte, machte sie beim Blick auf den Preis prompt wieder kehrt. Auch jetzt zeigt sich wieder das unterschiedliche Verhältnis der Menschen zu Gosch: bei einem bloßen Info-Posting angesichts der Winterpause eines Standorts. „08.01. - 14.02.: Schotten dicht in der Friedrichstraße“, heißt es darin. „Ab Montag gehen das Fisch-Bistro Anna Gosch und Gosch‘s Kneipe in der Westerländer Friedrichstraße bis 14. Februar in die Winterpause. Lecker weitergegoscht wird solange bei ‚Gosch am Strand‘ an der Kurpromenade. Bis dann - und guten Hummer!“
Gut 200 Likes gibt es für das Ursprungsposting. Und viel Zuspruch, etwa: „Habt ihr euch verdient“, „Gute Erholung“, „Immer wieder schön bei Euch“ oder „Enjoy your Holiday“. Diese Kommentare stammen wohl überwiegend von Leuten, die der offiziellen Facebook-Seite von Gosch folgen und quasi Fans sind.
Anders sieht es in der großen Facebook-Gruppe zu Sylt aus. Auch dorthin wurde der Beitrag geteilt, mit dem Hinweis „Schönen Urlaub“, ebenfalls gibt es viele „Gefällt mir“-Angaben – doch nicht aus allen Reaktionen sprüht die pure Begeisterung für Gosch. „Ist kein Verlust ... die Qualität hat stark gelitten“, heißt es. Eine weitere Person meint: „Ist halt ein besserer Stehimbiss. Wenn man es besser haben möchte sollte man schon nach List ins Piratennest fahren“. Und eine andere: „Zwischen Weihnachten und Neujahr war auch nicht so viel Betrieb wie sonst. Mir egal, wir sind eh Blum-Kunden.“
Gosch oder Blum? Sylt-Fans sind sich mal wieder uneinig
Gosch oder Blum? Diese alte Diskussion bleibt nicht aus. „Mein Mann und ich“, heißt es über Gosch, „haben uns ein Krabben-Brötchen geholt, es war sehr lieblos angerichtet, nicht mal ein Salatblatt, bei Blum in Westerland fand ich 100% besser“, schreibt ein Fisch-Fan. Die prompte Reaktion: „Ja, dann genieß es doch. Ich geh gern zu Gosch, andere eben nicht.“ Dieselbe Nutzerin schreibt noch über Blum: „Da zum Beispiel habe ich das ekligste Brötchen meines Lebens gegessen, aber sowas kann ja manchmal eine Moment-Aufnahme sein und dann heißt es nicht, dass der Blum nichts ist … ohne Grund gibt’s den nicht seit all den Jahren.“
Auch wenn – bei Facebook wie bei Google Maps – viel gemeckert wird über das Fisch-Bistro Anna Gosch, das jetzt vorübergehend zu hat: Es kommt immerhin auf eine Durchschnitts-Bewertung von 4 von 5 Sternen. Das diplomatische Fazit aus der Feder einer der besagten Nutzerinnen: „Wir sind eine Gosch-Familie - aber tolerant gegenüber anderen Fisch-Händlern.“ Verhungert wird auf Sylt auch in der Zeit der Gosch-Schließung niemand. Auch die Sansibar auf Sylt spaltet die Menschen – das zeigte sich auch jetzt wieder bei den Besuchern. (lin)
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