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Tourismus in Schleswig-Holstein boomt: Branche knackt erstmals 10-Milliarden-Euro-Grenze

Im August wurde der Tourismus-Bericht 2023 für Schleswig-Holstein veröffentlicht. Der Umsatz der Branche liegt auf Rekordniveau, doch es gibt auch große Herausforderungen.

Schleswig-Holstein – Übernachtungszahlen und Umsatz lagen 2022 im nördlichsten Bundesland auf Rekordniveau. Das belegt das Tourismus-Barometer 2023, das Anfang August vom Sparkassen- und Giroverband gemeinsam mit dem Tourismusverband Schleswig-Holstein vorgelegt wurde. Mit über 37,5 Millionen Übernachtungen im Jahr lagen die Zahlen über dem Vor-Coronajahr 2019.

Bundesland: Schleswig-Holstein
Fläche:15.800 Quadratkilometer
Einwohner:ungefähr 2,9 Millionen (Stand 2020)
Landeshauptstadt:Kiel

Tourismus-Branche Schleswig-Holstein im Aufwind: Mehr als 10 Milliarden Euro Umsatz

Mit 10,37 Milliarden Euro Umsatz im Jahr 2022 gehört der Tourismus zu den wichtigsten Wirtschaftsbranchen Schleswig-Holsteins, so das Tourismus-Barometer 2023. Der Bruttoumsatz in der Branche hat erstmals die 10-Milliarden-Euro-Grenze geknackt. Besonders hervorgehoben wird die hohe Nachfrage im Campingsektor, wo Umsatzsteigerungen von 24,8 Prozent erzielt werden konnten.

Aber nicht nur der Hotel- und Gaststättenbereich freut sich über die guten Zahlen, auch andere Wirtschaftszweige wie der Einzelhandel und das Dienstleistungsgewerbe profitieren vom Tourismus. Besonders Tagesgäste nutzen gerne Shopping-Möglichkeiten, sodass über 40 Prozent ihrer Ausgaben auf den Einzelhandel entfallen. Nicht nur bei einem Tagesausflug nach Sylt geben Tagesgäste ihr Geld für Fischbrötchen, aber auch für Kleidung und Souvenirs aus.

Ziele in Schleswig-Holstein – wie hier die Nordseeinsel Sylt – lockten 2022 zahlreiche Touristen an, die für einen Umsatz-Rekord sorgten.

Gästezufriedenheit ist in Schleswig-Holstein wieder gestiegen

Nicht nur die Gästezahlen sind 2022 gestiegen, sondern auch die Gästezufriedenheit. Gemessen wird diese über das dwif & TrustYou Destinations-Ranking, das für jedes Bundesland einen sogenannten TrustScore errechnet. Es handelt sich dabei um ein unabhängiges Qualitätssiegel für Unterkünfte, der aus allen Online-Bewertungen zu einer Unterkunft berechnet wird. Die Skala reicht von 0 bis 100 – für Schleswig-Holstein liegt der TrustScore 2023 bei 88,1 Punkten.

Im Vergleich zu 2021 macht Schleswig-Holstein damit im Bundesländerranking wieder einen Platz gut und liegt gemeinsam mit Rheinland-Pfalz auf dem zweiten Rang. Spitzenreiter im Ranking ist – wie im Vorjahr – Bayern. Auch die öffentliche Infrastruktur und die Strände in Schleswig-Holstein erhalten laut Tourismus-Barometer Top-Bewertungen.

Luft nach oben ist dagegen bei den gastronomischen Angeboten der Unterkünfte, bei denen Schleswig-Holstein nur Rang zehn erzielt. Auch der Service lässt offenbar noch zu wünschen übrig, hier landet das nördlichste Bundesland auf Rang 8. Ein weiteres Ärgernis: Das Preis-Leistungs-Verhältnis, bei dem die Regionen Nord- und Ostsee im Bundesvergleich weit hinten liegen. Kein Wunder, muss man doch beispielsweise auf Sylt bis zu acht Euro für ein großes Bier bezahlen.

Schleswig-Holstein-Tourismus ist kein Selbstläufer

Und noch etwas macht das Tourismus-Barometer für Schleswig-Holstein klar: Schleswig-Holstein-Tourismus ist kein Selbstläufer. Die Zeiten von Nachholeffekten oder „Ausweichreisezielen“ seien vorüber. Jetzt befände man sich wieder im Wettbewerb mit den traditionellen ausländischen Reisegebieten der Deutschen, darunter Griechenland mit einer ganz klaren „Gewinner-Insel“. Auch müsse sich der Tourismus im nördlichsten Bundesland auf die Preisentwicklungen und die sinkenden Reallöhne einstellen.

Und es gibt noch eine weitere große Herausforderung, vor der die Tourismus-Branche nicht nur in Schleswig-Holstein steht: der Personalmangel. In vielen Urlaubsorten wie auf Sylt stehen Touristen vermehrt vor verschlossenen Türen, weil Gastronomiebetriebe zusätzliche Ruhetage einführen müssen. In Zukunft müsse es vor allem darum gehen, Mitarbeitende zu halten und langfristig zu binden, so das Fazit des Jahresberichtes 2023 der Tourismus-Branche.

Rubriklistenbild: © Dagmar Schlenz

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