Wacken: Anreise wegen Regens gestoppt

Das Porträt eines Mannes vor der Wacken-Festival-Kulisse.
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Thomas Jensen ist Mitbegründer des Wacken Open Air und ist jedes Jahr vor dem Festivalstart nervös.

Die Wacken-Veranstalter erwarten zu dem Metal-Festival in Schleswig-Holstein 85.000 Gäste. Los geht es am Mittwoch, doch die ersten reisen bereits an. Das Problem: Regen macht das Camping zum Wochenstart unmöglich.

Wacken – Wegen anhaltenden Regens haben die Veranstalter des Heavy-Metal-Festivals im schleswig-holsteinischen Wacken am Montag vorübergehend die Anreise gestoppt. Die Campingplätze seien derzeit nicht passierbar, informierten die Veranstalter in ihrer Festival-App. Sie baten die Fans um Geduld. Die Vorbereitungen für das Festival liefen jedoch weiter. „Wegen des extrem hohen Regenaufkommens werden wir unter Umständen auch später nicht alle geplanten Campingflächen nutzen können, wenn das Wasser auf manchen Wiesen stehen bleibt.“ Laut Deutschem Wetterdienst sieht die Wettervorhersage erst in Richtung Freitag ein bisschen besser aus.

Das Festival läuft von Mittwoch, 2., bis Samstag, 5. August, die Veranstalter erwarten 85.000 Besucherinnen und Besucher. Das Festival dauert erstmals vier Tage. Der Vorverkauf für das Wacken Open Air (W:O:A) dauerte 2022 nur wenige Stunden. Es ist restlos ausverkauft.

„Das wird für den Kopf eine Wellnesswoche, aber für den Körper eher weniger“, sagte Festival-Mitbegründer Thomas Jensen. Auch nach mehr als 30 Metal-Festivals im Norden wird Jensen im Vorfeld immer noch nervös, steht unter Adrenalin, wie er zugibt. „Man will auch nichts verpassen.“

Iron Maiden wollen zum vierten Mal auftreten

Headliner ist unter anderem Iron Maiden. Die britische Band will bereits zum vierten Mal in Wacken auf der Bühne stehen. Zudem werden Acts wie Megadeth, Helloween und Doro erwartet. Die Metalqueen aus Deutschland feiert ihr 40-jähriges Bühnenjubiläum. „Doro ist ein Urgestein der Szene“, sagte Jensen.

Der Hauptanreiseverkehr wird bereits am Montag und Dienstag erwartet. „Gut 100 Polizeibeamtinnen und -beamte werden jeweils vor Ort sein“, sagte Polizeisprecherin Astrid Heidorn. Insgesamt seien 400 Kräfte im Einsatz. Vor Ort seien etwa 110.000 Menschen. Zu den Festivalbesuchern kämen noch etwa 20.000 Mitarbeitende und auch viele Schaulustige.

Stromverbrauch wie eine mittelgroße Stadt

Das Festivalgelände ist in diesem Jahr mit 405 Hektar – das entspricht mehr als 560 Fußballfeldern – noch größer als 2022. Grund sind größere Camping-Flächen. „Viele Metalfans kommen mittlerweile mit Camper oder Wohnwagen“, sagte Jensen. Das verändere einiges, denn die bräuchten neben Entsorgungsmöglichkeiten für Chemietoiletten und stabilen Anfahrwegen auch viel Strom. „Alle wollen eine Steckdose haben und sind auch bereit, dafür zu zahlen.“

Der Stromhunger des Festivals beträgt nach Veranstalterangaben rund zwölf Megawatt – das entspreche dem Verbrauch einer Stadt mit 70.000 Einwohnern. Vier Kilometer Stromkabel sind dafür auf dem Gelände fest verlegt, während der Veranstaltung kommen 300 Kilometer flexible Leitungen hinzu. Auf 54 Kilometern Länge sind Bauzäune aufgestellt. Der Innenraum vor den beiden Hauptbühnen, das Infield, ist 43.000 Quadratmeter groß, das entspricht der Größe von sechs Fußballfeldern.

Für die Metalfans wird es in den kommenden Tagen auch Überraschungen geben. „Wir haben eine neue LED-Beleuchtung, das soll auf der Bühne ja auch gut aussehen“, sagte Jensen. Noch spektakulärer, informativer und schöner sei das Ziel.

„Wir haben viele Überraschungen, besonders am Mittwoch. Was genau, wird aber noch nicht verraten“, sagte Jensen. Klar ist, dass es auf den neun Bühnen des W:O:A wieder mächtig wummern wird. Insgesamt mehr als 200 Bands wollen den Metalfans einheizen.

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