„Richtig groß und am Stück“
Grusel-Fund: Urlauber entdecken riesiges Skelett am Strand von St. Peter-Ording
Urlauberin Laura Zöhner (29) staunte nicht schlecht, als sie mit ihrem Freund bei St. Peter-Ording Teile eines Riesen-Skeletts im Watt entdeckte.
Update vom 27. August 2023, 07:05 Uhr: Zunächst bestand die Annahme, dass es sich bei dem Fund des XXL-Skeletts bei St. Peter-Ording um einen Schweinswal handelt. Wir berichteten darüber. Tatsächlich handelt es sich hierbei um ein viel selteneres Tier der Nordsee. „Ein fachkundiger Blick enttarnte das gut erhaltene Skelett nun doch als Überreste eines Weißschnauzendelfins“, teilt der Naturschutzbund (Nabu) Husum-Nordsee über seine Facebook-Seite mit. Nabu-Sprecherin Susanne Kühn sagt gegenüber kreiszeitung.de: „Dieser Meeressäuger wird nur wenige Male im Jahr an unserer Küste nachgewiesen. Wir danken dem Biologen Rainer Borcherding für seine Expertise.“
Erstmeldung vom 26. August 2023, 05:14 Uhr: St. Peter-Ording – Es war noch morgens, etwa 10 Uhr, als Laura Zöhner (29) sich nichtsahnend mit ihrem Freund auf den Weg zu einer Wattwanderung bei St. Peter-Ording machte. Zuvor hatten die beiden geprüft, wann Niedrigwasser ist. Die beiden Urlauber wussten, dass sie allerlei Strandgut aus der Nordsee fischen konnten.
„Man findet ja immer irgendwas“, sagt Laura Zöhner gegenüber kreiszeitung.de. Die 29-jährige Urlauberin aus dem Südschwarzwald fährt bereits seit 20 Jahren nach St. Peter-Ording, um dort Urlaub zu machen. Jedes Mal spaziert sie dann ins Watt. Doch einen Fund wie diesen hat sie zuvor nie gemacht.
Als die Urlauber auf dem Weg durchs Watt die Wasserkante erreichen, sieht Zöhner auf einmal etwas Ungewöhnliches im Schlamm. „Aus der Ferne habe ich gesehen, dass da was liegt.“ Sie traut ihren Augen kaum, als ihr plötzlich klar wird, worum es sich handelt. An diesem heißen Sommertag im August ragen die drei Knochen eines riesigen Gerippes in den Himmel. Nur wenige Meter entfernt entdeckt sie weitere Knochen.
„In der Nähe lag ein Schädel oder Kiefer“, so Laura Zöhner. Der Knochen sei ungefähr zwei Handflächen groß gewesen. Statt Angst packte die Urlauberin „totale Faszination“. Ihr Freund und sie laufen ein Stück weiter. Sie entdecken ein Knochenstück, das aussieht, wie eine komplette Wirbelsäule. „Die war richtig groß und am Stück.”
Zöhner macht Fotos, um den Fund zu dokumentieren. Sie habe direkt überlegt, um was für ein Tier es sich handeln könnte. Von einem Fisch könnte es nicht sein, dafür war es viel zu groß. Als Erstes kommt ihr das Wort „Schweinswal“ in den Sinn. Ein Volltreffer, wie sich zeigt. „Das ist ein Schweinswal-Skelett“, bestätigt Susanne Kühn, Sprecherin vom Naturschutzbund (Nabu) Husum-Nordsee. Ein Skelett der Größe sei, so nah am Strand, ein seltener Fund.
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Der Schweinswal ist ein heimischer Zahnwal und lebt in der Nordsee. In den Sommermonaten gebären die Weibchen ihre Jungen meist küstennah. In den Bereichen der Halligen sind sie in Schleswig-Holstein oft in kleinen Verbänden zu sehen. Weibchen tauchen zum Fressen bis auf den Meeresgrund. Ihre Lieblingsspeisen sind Seehunde, Plattfische, Garnelen und kleine Fische. Da die Jungen anfangs nicht lange tauchen können, sind Flachwasserzonen zwischen den Halligen gut geeignet, um den Nachwuchs im Auge behalten zu können. Die Männchen bleiben überwiegend weiter draußen in den tieferen Bereichen der Nordsee. (Quelle: Nabu Husum-Nordsee)
„Die Tiere sinken zum Meeresboden nach dem Tod und sind dort Nahrungsquelle für Mikroorganismen, Fische und Krebstiere – sie sind also ein Teil des ökologischen Kreislaufes“, so Kühn. Wenn nun ein Tier sehr küstennah verstirbt, könne es angespült werden. „Das ist aber eher selten.“ Der Fund ist ein Novum für Laura Zöhner. „Sowas kenne ich nur aus Museen.“
Auch sie hatte sich an den Nabu Husum-Nordsee gewendet, um ihren Fund mit samt Bildmaterial zu melden. Wahrscheinlich wird dem Paar dieser Fund noch lange im Gedächtnis bleiben, auch nach ihrer Rückkehr an die Grenze zur Schweiz.
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