CORONA Gewerbetreibende machen aus der Not eine Tugend / Uga bietet Einkaufsportal

Kreative Geschäftsideen

Das Portal der Uga gibt Kunden in Zeiten von Corona Orientierungshilfen beim Einkaufen. Screenshot: Preuss

Achim - Von Sandra Bischoff. Unternehmen, Einzelhändler oder Dienstleister müssen in Zeiten von Corona und den damit einhergehenden Einschränkungen kreativ sein, um zu überleben. Die Unternehmergemeinschaft Achim (Uga) bietet ihnen nun eine Plattform für ihre Angebote. In dem eigens dafür eingerichteten Portal www.achimgehtimmer.de können Betriebe ihre Kunden darüber informieren, welche Möglichkeiten zurzeit bestehen, vor Ort einzukaufen. „Das hat aber nichts mit Online-Bestellungen zu tun“, sagt Ingo Freitag, Vorsitzender der Uga, dessen Webdesign-Firma Webad – Internet Advertising das Portal entwickelt hat. Dies sei praktisch als Nebenprodukt für ein Geschäftsportal entstanden, für das die Stadt seine Firma ohnehin beauftragt hatte. „Wir wollten eine Plattform bieten, auf der alle Achimer Unternehmen gelistet sind“, erklärt Freitag, der einer der beiden Geschäftsführer der Firma ist. Welche Unternehmen sind wie erreichbar? Wie können Kunden örtliche Betriebe unterstützen und an wen können sie zurzeit Aufträge vergeben? All das ist laut Freitag auf der Homepage zu finden. Einige Betriebe sind bereits eingepflegt, aber dennoch setzt die Uga auf weitere Gewerbetreibende, die sich dort eintragen lassen. Dazu müssen sie lediglich ein Formular ausfüllen, das ebenfalls auf der Homepage zu finden ist. „Wir recherchieren, ob die gemachten Angaben stimmen, und schalten das Angebot erst dann frei, wenn alles okay ist.“

Einer, der seine Dienste ebenfalls über www.achimgehtimmer.de anbietet, ist Rolf Sonntag. Er betreibt den Media Store an der Obernstraße und hat dort nach eigenen Worten Achims erste PC-Klappe eingerichtet. „Wir dürfen keine Kunden mehr empfangen, da kam uns die Idee, so etwas wie die Babyklappe anzubieten“, sagt Sonntag.

Am Lieferanteneingang, der über die Ansbacher Straße zu erreichen ist, können Kunden nach telefonischer Absprache mit Sonntag ihre Geräte innerhalb eines bestimmten Zeitfensters in einem videoüberwachten festinstallierten Schrank hinterlegen und dort später wieder abholen. In dem abschließbaren Schrank befindet sich eine Box, in die der Kunde seinen Computer legt. Ein Paar Einmalhandschuhe und Desinfektionsmittel sorgen für die notwendige Hygiene. „Auch wir reinigen die Box jedes Mal, wenn wir sie leeren“, sagt Sonntag. Ist der Rechner fertig, läuft das Prozedere in umgekehrter Richtung. „Dadurch, dass wir die Vorgänge am Monitor überwachen und sehen, wann die Box geleert wird, können wir schnell wieder Übergabezeiten für andere Kunden festlegen. So entstehen keine Staus.“

Auch Mathias Seidel vom Kantinenzulieferer und Eventservice Caterguide und seine Kollegin Nina Movafaghi vom Partyservice Artischock haben umgedacht. Belieferten sie bis vor Kurzem in erster Linie Kantinen großer Industriebetriebe wie der Desma, haben sie jetzt einen Bringdienst mit Fertigerichten auf die Beine gestellt.

Das frisch gekochte Essen, in erster Linie Eintöpfe, wird vormittags zwischen 9 und 11 Uhr ausgeliefert. Die Kunden erwärmen die Speisen dann selbst bei sich zu Hause. Fünf Euro kostet eine große Portion Erbsen-, Linsen- oder Bohnensuppe. „Das ist nicht unbedingt profitabel“, sagt Seidel. Aber man dürfe die Not der Menschen nicht ausnutzen. „Wenn es wieder läuft, können wir auch wieder Kohle verdienen, aber im Moment ist es unsere Pflicht, Schwächeren zu helfen.“ Das Angebot richtet sich deshalb auch in erster Linie an ältere oder Menschen mit Behinderungen, die sich schwer selbst versorgen könnten, oder aber an Alleinstehende, die nicht über entsprechende Netzwerke verfügen.

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