Brücke bei Intschede wird für Weserradweg getrimmt

Ein Wehr an einem Fluss. Im Hintergrund ein Baukran.
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Unterhalb des Wehrs (Bild) soll die Radlerbrücke aus Richtung Intschede münden und gleichzeitig eine Aussichtsplatzform, eine Verweilfläche, gebaut werden.

Bau bei Intschede soll „touristisches Highlight“ werden. Die Kosten dafür steigen und steigen

Verden/Intschede – Der Radweg über die Weser bei Intschede stößt in eine neue Dimension vor. Was einst als Notgeburt begann, der qualvollen Enge auf dem Wehr geschuldet, das soll sich jetzt zum „touristischen Highlight“ entwickeln, wie es in einer Vorlage für die Kreistagspolitik heißt. Demzufolge ist nicht nur eine schnöde Radlerbrücke über die Weser geplant, sondern darüber hinaus eine Aussichtsplattform mit weitem Blick über Strom und herabstürzende Fluten im Wehr. Gleichzeitig steigen die Kosten und steigen. War bei ursprünglichen Planungen vor vier Jahren noch von 3,6 Millionen Euro die Rede, so gelten jetzt acht Millionen und mehr als wahrscheinlich, wenn es überhaupt dabei bleibt.

Weser-Radweg beliebtester Radweg der Republik

Das Engagement macht Sinn. Der Weser-Radweg hat sich aktuell zum beliebtesten Radweg der Republik gemausert, erneut platzierte er sich in der Gunst der Pedalritter einer Online-Erhebung des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs (ADFC) zufolge vor den Pfaden beispielsweise an der Elbe und dem Main. Und das bereits zum zweiten Male nach 2020. Gleichzeitig steigen die Radlerzahlen. Die Mittelweser-Touristik unterhält zwei Zählstellen. In Eystrup in der Samtgemeinde Hoya passierten vergangenes Jahr 60 000 Radler die Station, in Petershagen waren es sogar 115 000.

Strecke verläuft meist hinterm Deich

Deren Problem allerdings: Auf weiten Teilen des prämierten Radweges sehen die Touristen zwar viel Grün, aber nichts Blaues, kein Flusswasser jedenfalls. Oftmals verlaufen die Passagen hinterm Deich. Die geplante Brücke in Intschede hat jetzt das Zeug, die Touristen zu versöhnen, eine nicht ganz zu vernachlässigende Größe. In den Zeiten vor der Pandemie kam allein der Landkreis Verden auf rund 170 000 Übernachtungen pro Jahr.

Querungshilfen für die Kreisstraße 9

Den aktuellen Plänen zufolge, die grundsätzlich bereits im Februar abgesegnet worden waren, sind die Radler nicht mehr nur Beiwerk, für die irgendwie eine Lösung her muss, sie rücken immer mehr in den Fokus. War ursprünglich lediglich davon ausgegangen, das Bauwerk, das erwartungsgemäß das sogenannte Unterwasser des Wehres überspannen wird, dient vor allem als schnelle Verbindung für Radler aus dem Flecken Langwedel sowie den Gemeinden Blender und Morsum, so geht man jetzt von deutlich größeren Dimensionen aus. Die vorgesehenen Radwege werden mindestens eine Breite von drei Metern aufweisen, gleichzeitig dürfen Radler auf zusätzliche Sicherheitsmaßnahmen vertrauen. Die Kreisstraße 9, die aktuell auf dem Wehr eine neue Fahrbahn erhält, wird vor und hinter dem Flussübergang mit Querungshilfen ausgestattet, zudem soll die Höchstgeschwindigkeit für Autofahrer auf dem Abschnitt zwischen Kanalbrücke und dem Ortseingang Intschedes auf Tempo 50 begrenzt werden. Geplant ist die Brückenkonstruktion in geschwungener Form als einseitige Hängeseilbrücke mit rückverankertem Mast auf der Südseite. Damit alles so kommt, bedarf es nächster Beschlüsse. Die Politik will kommenden Mittwoch, 27. April, um 17 Uhr im Kreishaus Position beziehen.

Zum ernsthaften Thema dürften sich die Kosten entwickeln. Schon beim Kreistagsbeschluss vor zwei Monaten trübte die „Inflation“ an dieser Stelle die Sektlaune. Er wundere sich über die Kostenexplosion, sagte seinerzeit Frank-Peter Seemann (Grüne): „Vor vier Jahren war noch von 3,6 bis 4,9 Millionen die Rede, jetzt wird über 6,9 Millionen gesprochen, und es ist die Frage, ob es dabei bleibt.“

Wird es nicht, so viel steht inzwischen fest. Die 6,9 Millionen beziffern nur die Bausumme. Hinzu kommen nach Verwaltungsangaben noch Planungskosten in Höhe einer dreiviertel Million. Und dann wären da noch 50 000 Euro an Grunderwerbskosten. Jetzt also insgesamt bereits 7,7 Millionen. Aber das ist ein Zahlenwerk von 2020. Insgesamt müsse man zum aktuellen Zeitpunkt mit Kostensteigerungen von zehn Prozent rechnen. Hieße: Ein Gesamtvolumen von rund 8,5 Millionen schlüge zu Buche. Da aber frühestens in drei Jahren gebaut würde, sei mit weiteren Wachstumsraten zu rechnen. Diesbezüglich allerdings streicht die Finanzabteilung des Landkreises die Segel. „Eine seriöse Vorhersage der sich weiter entwickelnden Kosten ist unter diesen Umständen nicht möglich.“

Land übernimmt 75 Prozent der Kosten

Dennoch käme es überraschend, würde die Kreispolitik das Kapitel Radwegbrücke zuklappen. Als Beruhigungspille dient eine Zusage aus Hannover, wonach mit einem Zuschuss in Höhe von 75 Prozent zu rechnen ist. Bei Baukosten in Höhe von zehn Millionen Euro, die Beobachter inzwischen nicht mehr ausschließen, hätte der Landkreis Verden noch rund zweieinhalb Millionen zu tragen.

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