„Hunde sind Persönlichkeiten“
Fortbildungen wegen Corona abgesagt: Tier-Coach Sophie-Antoinette Braun berichtet von ihrer Arbeit
Stedorf – „Hundemädchen“, eine geradezu niedlich anmutende Geschäftsbezeichnung, die derzeit allerdings nicht darüber hinwegtäuschen kann, dass sich Sophie-Antoinette Braun in einem beruflichem Ausnahmezustand befindet. Die junge Frau aus Dörverden-Stedorf ist hauptberuflich auf Coaching und Kurse rund um das Thema Mensch-Hund-Beziehung spezialisiert, die in Zeiten von Corona natürlich ausnahmslos weggebrochen sind.
„Ich muss bis auf Weiteres alle Einzel- und Gruppenstunden und Seminare canceln, in denen ich etwa die theoretischen und praktischen Grundlagen in Hundepsychologie, Rudeldynamik, Körpersprache oder Verbalisierung vermittele“, erzählt Braun.
Im Gespräch mit der jungen Frau ergeben sich viele interessante Einblicke in die Welt der hündischen Partner. Sie weiß schließlich, dass die meisten Konflikte und Probleme mit Hunden auf kommunikativer Ebene zu finden sind. „Hier läuft vieles quer“, so Braun, die von Hund-Mensch-Beziehungen weiß, wo viel gebrüllt, an der Leine gerissen, mit sogenannten Erziehungshalsbändern gearbeitet oder im schroffen Kommandoton agiert werde, um sich mit aller Macht gegen den Hund durchzusetzen. „Beobachtet man miteinander kommunizierende Hunde, dann stellt man schnell fest, dass sie das überwiegend leise und mit fein nuancierter körperlicher Gestik und Mimik tun. Es liegt daher oft an der Art der Umgangsweise der Menschen mit ihren Hunden, dass manches einfach nicht funktioniert.“ Deshalb versteht das „Hundemädchen“ auch nicht, dass das Gros der Hundeschulen die Tiere ungeachtet ihres Charakters, ihrer Mentalität und Sensibilität nach der immer gleichen Methode lernen lässt.
In ihren vielen Fortbildungen wurde sie darin bestätigt, dass nicht alle Trainingsformen zu jedem Hund passen. „Auch Hunde sind Persönlichkeiten, die, selbst bei gleicher Rasse, völlig unterschiedliche Bedürfnisse und Fähigkeiten haben. Man sollte sie nicht in starre Systeme und Lernschemata pressen.“
In den Kursen von Sophie-Antoinette Braun geht es vor allem um das Wesen des Hundes und um eine möglichst harmonische Gestaltung der Mensch-Tier-Beziehung – und nicht darum, sich den Hund abhängig oder gefügig zu machen.
Hunde bräuchten klare Regeln, was ihrer natürlichen Veranlagung hinsichtlich sozialer Strukturen geschuldet sei. Viele Probleme würde es im Alltag gar nicht erst geben, wenn man sich danach richte. So höre man oft auf der Hundewiese verzweifelte Rufe der Besitzer, die von den Hunden ignoriert würden. Alles über Leckerli zu machen, sei ein Fehler.
„Hunde brauchen eine sichere Führung, da sie naturgemäß nur in festen Strukturen zufrieden und ausgeglichen leben können. Der Besitzer ist als Rudelführer gefordert. Klarheit und Authentizität ist gefragt. Je weniger widersprüchlich der Mensch ist, umso größer ist das Vertrauen des Hundes in uns.“
Das Ziel mit ihrer Arbeit sei daher, dass die Besitzer ihre Hunde richtig einzuschätzen lernten, um in der Folge einen authentischen Umgang mit dem Tier umzusetzen. „Das Training ist immer sehr individuell. Gut möglich, dass Hund A erfolgreich einen Trainingsweg absolviert, der bei Hund B absolut nicht funktionieren wird.“ nie
Weitere Infos
über das „Hundemädchen“ gibt es auf der Internetseite www.dashundemaedchen.de oder kontakt@dashundemaedchen.de.