Konflikt mit vielen Facetten

Wolfcenter-Inhaber veröffentlicht Buch über Wölfe und Herdenschutz

Frank und Christina Fass sind stolz, dass sie nun auch ein eigenes Fachbuch im Wolfcenter anbieten können. - Foto: Wolfcenter
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Frank und Christina Fass sind stolz, dass sie nun auch ein eigenes Fachbuch im Wolfcenter anbieten können.

Dörverden - Frank Fass ist immer gut beschäftigt: Der Inhaber des Wolfcenters Dörverden ist Unternehmer, wie seine Mitarbeiterinnen Nicola Gölzner und Gesa Richter ehrenamtlich als Wolfsberater für den Landkreis Verden tätig, bundesweit als Referent in Sachen Wolf und Nutztierhaltung unterwegs und außerdem Hauptverantwortlicher für die Auffangstation für wildlebende verunfallte Wölfe.

Das ist schon eine ganze Menge, aber scheinbar hat Fass dennoch etwas gefehlt: genau, ein Sachbuch zum Thema Wolf. Und das hat der Dörverdener zusammen mit dem Verlag Müller Rüschlikon unter dem Titel „Wildlebende Wölfe – Schutz von Nutztieren – Möglichkeiten und Grenzen“ herausgegeben. 

Das Buch dient dazu, das komplexe Thema kritisch zu beleuchten und möglichst viele Fragestellungen rund um den Herdenschutz zu dem Konflikt „Wolf und Weidetierhaltung“ zu klären.

Bereits im von Frank Fass verfassten Vorwort bekommt der Leser Sinn und Zweck der 384-seitigen Lektüre erklärt, die als Zielgruppe neben Wolfsfreunden auch Jäger, mit dem Wolf befasste Behördenmitarbeiter und natürlich Nutztierhalter hat.

Beschreibung der Ist-Situation

Fass beschreibt die Ist-Situation, die Rückkehr des Wolfes nach Deutschland und seine zunehmende Ausbreitung mit der Folge eines komplizierten Konflikts zwischen seinem Schutz und der Nutztierhaltung. Ein komplexes, umfangreiches Thema mit vielen Facetten, die sowohl von Fass als auch von den insgesamt elf Mitautoren – darunter seine Frau Christina – ebenso akribisch wie sachkundig beleuchtet wird.

Die Lektüre ist folglich umfangreich, mit 624 Fotos reichlich bebildert und beachtliche 1,2 Kilogramm schwer. „Von der Idee bis zur Drucklegung hat es drei Jahre gebraucht“, erzählt Fass, der auf eine große Leserschaft hofft: „zum Wohle des Wolfes“. Sämtliche Autoren, so sagt er, seien Fachleute und alle – wenn auch aus unterschiedlichen Beweggründen – mit dem Thema Wolf befasst. Sie alle strebten das konfliktarme Zusammenleben mit dem Wolf an.

Patentlösungen für den Herdenschutz gibt es nicht

Daher würden sowohl Maßnahmen zum Herdenschutz aus verschiedenen Blickwinkeln ausführlich diskutiert, zugleich aber auch grundlegend erklärt, wie Nutztierhaltung überhaupt funktioniere und welchen Herausforderungen Halter gegenüberstünden. „Weder das Buch noch die Realität kann Patentlösungen bieten, da es den perfekten Schutz von Weidetieren vor dem Wolf nicht gibt“, sagt Fass.

Wolfssichtungen in Niedersachsen

Zwei Wölfe tappen am 4. Januar 2016 bei Cuxhaven in eine Fotofalle.
Zwei Wölfe tappen am 4. Januar 2016 bei Cuxhaven in eine Fotofalle. © Olaf Kuball
Aufnahme einer Fotofalle vom 1. Juli 2016 bei Cuxhaven.
Aufnahme einer Fotofalle vom 1. Juli 2016 bei Cuxhaven. © Olaf Kuball
Eine Aufnahme aus Barnstorf-Dreeke. Veröffentlicht am 1. Januar 2016.
Eine Aufnahme aus Barnstorf-Dreeke. Veröffentlicht am 1. Januar 2016. © Mediengruppe Kreiszeitung
Dieses Bild wurde in Bremen-Borgfeld aufgenommen und am 21. Februar 2017 veröffentlicht.
Dieses Bild wurde in Bremen-Borgfeld aufgenommen und am 21. Februar 2017 veröffentlicht. © Bernd Otte
Ein Foto aus Diepholz-Aschen. Es wurde am 31. Juli 2017 veröffentlicht.  
Ein Foto aus Diepholz-Aschen. Es wurde am 31. Juli 2017 veröffentlicht. © Thorn Worthmann
Wolfsrisse nehmen zu
Ein Wolf trägt am 21. Dezember 2016 bei Hameln ein erbeutetes Tier im Maul. © dpa/Thomas Fietzek
Bei Landesbergen traute sich ein Wolf nah an ein Auto und ermöglichte dieses Foto. Veröffentlicht wurde es am 27. Februar 2015.
Bei Landesbergen traute sich ein Wolf nah an ein Auto und ermöglichte dieses Foto. Veröffentlicht wurde es am 27. Februar 2015. © Ulrich Runde
Bei Landesbergen traute sich ein Wolf nah an ein Auto und ermöglichte dieses Foto. Veröffentlicht wurde es am 27. Februar 2015.
Bei Landesbergen traute sich ein Wolf nah an ein Auto und ermöglichte dieses Foto. Veröffentlicht wurde es am 27. Februar 2015. © Ulrich Runde
Auf einer Straße im Raum Nienburg wurde dieser Wolf fotografiert. Das Bild wurde am 27. Januar 2017 veröffnentlicht. 
Auf einer Straße im Raum Nienburg wurde dieser Wolf fotografiert. Das Bild wurde am 27. Januar 2017 veröffnentlicht. © Karen Biermann
Bei Rehden tappten diese zwei Wölfe in eine Fotofalle. Das Bild wurde am 10. Februar 2017 veröffentlicht.
Bei Rehden tappten diese zwei Wölfe in eine Fotofalle. Das Bild wurde am 10. Februar 2017 veröffentlicht. © BTR
Dieser Wolf trabte in der Gemeinde Reeßum über eine Wiese. Veröffentlicht wurde das Bild am 24. März 2015.
Dieser Wolf trabte in der Gemeinde Reeßum über eine Wiese. Veröffentlicht wurde das Bild am 24. März 2015. © Mediengruppe Kreiszeitung
Dieser Wolf wurde in Ströhen abgelichtet. Das Bild ist am 24. Mai 2017 erschienen. 
Dieser Wolf wurde in Ströhen abgelichtet. Das Bild ist am 24. Mai 2017 erschienen. © Melanie Grimberg
Auf einem Feldweg im Visselhöveder Ortsteil Dreessel entstand dieses Foto, das am 6. April 2017 veröffentlicht wurde.
Auf einem Feldweg im Visselhöveder Ortsteil Dreessel entstand dieses Foto, das am 6. April 2017 veröffentlicht wurde. © Mediengruppe Kreiszeitung
Ein Lohnunternehmer lichtete einen Wolf auf einem Acker in Syke ab.
Ein Lohnunternehmer lichtete einen Wolf auf einem Acker in Syke ab. © Stephan Siemer

Dennoch ist er fest davon überzeugt, dass ein Zusammenleben mit Wölfen in Deutschland möglich ist. Wenngleich es auch Konflikte zu lösen gilt, was nach Auffassung des Wolfskenners aber nur gelingen kann, wenn die Beteiligten einen „Mittelweg“ abseits extremer Haltungen für oder gegen Wölfe beschreiten. Das Buch ist zum Preis von 34,90 Euro im Wolfcenter und im Buchhandel erhältlich.

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Das Thema: Wölfe in Niedersachsen

Der Wolf ist seit dem Jahr 2008 wieder in Niedersachsen zu finden. Seitdem hat sich das Wildtier in weiten Teilen des Landes, von der Nordsee bis in den Harz, niedergelassen. So schätzt das Wolfsbüro des Landes Niedersachsen den Wolfsbestand Anfang des Jahres auf etwa 150 Tiere. 

Insbesondere Tierhalter sind von der Ausbreitung des Raubtiers betroffen und treffen mit der Anschaffung von Schutzzäunen oder Herdenschutzhunden Maßnahmen gegen Tierrisse durch Wölfe. In unserem Artikel „Wölfe in Niedersachsen“ geben wir einen Überblick über Daten und Fakten zum Wolf. 

Wir sprechen mit einem Wolfsberater, Vertretern der Landwirtschaft und der Politik und geben Verhaltenstipps, wenn es zu einer Begegnung mit dem scheuen Raubtier kommt.

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