Mit Ruhe und viel Gelassenheit
Alltag mit Corona: Fünfköpfige Familie spricht über neuen Tagesablauf ohne Kita und Schule
Dörverden-Stedorf – Kindergärten und Schulen zu, der Nachwuchs daheim und das für die Dauer von mindestens vier bis sechs Wochen. Auch der Alltag der fünfköpfigen Familie Apke aus Stedorf hat sich durch das Coronavirus ganz entscheidend verändert. Was überrascht: Die Eltern Alina und Henrik Apke können der krisenbedingten Situation auch Positives abgewinnen.
Seit rund zwei Wochen verbringen die Bewohner des Einfamilienhauses reichlich Zeit miteinander. Nicht ganz freiwillig, sondern weil es derzeit nicht mehr anders geht. Um die Verbreitung des Virus zu stoppen, haben die neunjährige Lea und die siebenjährige Sophia keinen Schulunterricht mehr, und für die fünfjährige Ella fällt der Kitabesuch aus.
Für die Eltern stellt das Ganze eine logistische Herausforderung dar, die sie aktuell mit vielen anderen teilen. Der selbstständig tätige Familienvater und seine Frau, die in der Schulbegleitung arbeitet, sind dennoch positiv gestimmt: „Vielleicht ist es der Zeitpunkt, um sich mal wieder auf Wesentliches zu konzentrieren. Man ist ja quasi gezwungen, das Tempo zu reduzieren.“
Für Familie Apke bedeutete das konkret, den Fokus ausschließlich auf die Familie zu richten und den Tagesablauf so zu strukturieren, dass die überwiegend positive Atmosphäre innerhalb der Familie möglichst lange hält.
„Wir haben den Tag eingeteilt“, erzählt Alina Apke. Morgens werde zusammen gefrühstückt, dann ziehe sich ihr Mann in der Regel in sein Arbeitszimmer zurück, während sie mit den beiden älteren Töchtern für die Schule übe. „Lea kann sich bereits selbstständig neues Wissen erarbeiten, während Sophia vor allem den erlernten Stoff wiederholt und festigt“, erzählt die Mutter, die sich selber intensiv mit dem Lernmaterial, das die Schule teils online zur Verfügung stellt, beschäftigt. Täglich etwa zwei Stunden lang werde der Tagesablauf vom Lernen bestimmt.
Draußen gibt es keine Langeweile
Danach bereite sie zusammen mit den Kindern das Mittagessen vor, und nach dem Essen werde bei schönem Wetter im Garten und bei Regen im Haus gespielt.
„Wir haben auch schon gebastelt und rechtzeitig die Osterdeko auf den Weg gebracht“, erzählt Alina Apke, lacht und zeigt auf die ebenso bunt wie reich verzierten Fenster des Wohnhauses.
Wichtig findet die junge Frau, dass sich Eltern in einer derart fordernden und unbekannten Situation gegenseitig unterstützen. Und sie verhehlt nicht, dass ihre Familie mit Haus und Garten auf dem Land gegenüber vielen anderen Familien klar im Vorteil sei. „Es ist jetzt besonders toll, einen Garten zu haben, in dem die drei spielen können; ohne Angst vor Ansteckung mit Corona.“
Das Haus biete Vorteile, weil man sich leicht mal aus dem Weg gehen könne. Die Sache mit dem trauten Heim funktioniere zwar meistens, aber halt nicht immer reibungslos. „Klar zicken die Mädels schon mal. Aber mit Musik und Tanzspielen kann man bei ihnen viel erreichen und die Wogen wieder glätten“, erzählt die Mutter.
Wie sie ihren Alltag in den nächsten Wochen gestalten werden? „Weiterhin mit Ruhe und Gelassenheit“, meint sie. „Und bei schönem Wetter überwiegend draußen. Dort kennen wir keine Langeweile.“ Es gelte, den durch Corona bedingten Einschränkungen aktiv entgegenzuwirken.
