Tapfer und diszipliniert

Busfahren zu Zeiten von Corona: Nur mit Maske in den Schulbus

Diszipliniert warten die Grundschüler auf dem Schulhof auf ihre Busse. Alle tragen Maske. Fotos: Raczkowski
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Diszipliniert warten die Grundschüler auf dem Schulhof auf ihre Busse. Alle tragen Maske.

Bendingbostel - Die Viertklässler warten brav in ihrer Reihe auf den Schulbus. Dabei orientieren sie sich an gelben Punkten auf dem Boden, die den vorgeschriebenen Abstand markieren. Keiner mault oder tanzt aus der Reihe. „Die Kinder halten das alles wirklich gut durch“, sagt Schulleiterin Julia Weddige. „Ich glaube, sie sind froh, dass sie endlich wieder in die Schule dürfen.“

Nicht nur an der Bendingbosteler Lintler-Geest-Schule erleben die Schüler derzeit strenge Regeln bei ihren Busfahrten. Im ganzen Landkreis gilt: Auch hier muss zur Verringerung der Ansteckungsgefahr ein Mindestabstand von 1,5 Metern zu anderen Fahrgästen gewahrt werden. Weil überall nur nach und nach die Schulen für jeweils nur wenige Kinder öffnen, ist das im Moment kein Problem. „Wir gehen davon aus, dass der Abstand in den nächsten Wochen weitgehend eingehalten werden kann“, so Landrat Peter Bohlmann, der ergänzt, dass in der Verordnung stehe, dass die Abstände im ÖPNV auch nur „wenn möglich“ einzuhalten sind. „Deshalb gibt es die Maskenpflicht in Bussen und Bahnen, die dort auch angemessen ist.“

Auch das funktioniere gut, das bestätigen die Busfahrer an der Lintler Geest-Schule und auch Henning Rohde, Geschäftsführer der Verdener Verkehrsgesellschaft (VVG). Die Kinder hielten sich überwiegend an die Regeln zum Mundschutz. Auch die Erwachsenen im Linienverkehr zeigten sich – zumindest während der Fahrt – zumeist diszipliniert. „An den Haltestellen hat sich das Tragen der Maske dagegen noch nicht so durchgesetzt.“ Die mittlerweile wieder eingesetzten Kontrolleure müssten aber nur selten auf die Hygieneregeln hinweisen. „Manch einer ist uneinsichtig, aber diese Fahrgäste sind wirklich die Ausnahme.“

Abstandsregeln gelten auch im Bus. Den einzuhalten, fällt den Grundschülern in Bendingbostel derzeit leicht, weil es im Moment noch wenig Fahrgäste gibt.

Grundsätzlich zeigt sich Rohde erleichtert, dass die Schülerbeförderung wieder angelaufen ist: „Alle unsere Mitarbeiter sind mittlerweile wieder raus aus der Kurzarbeit.“ Sie seien hochmotiviert, die Stimmung gut. „Die Busfahrer freuen sich im Moment über jeden Fahrgast.“ Leider gebe es von denen im Moment nicht viele. Im Stadtbereich müsse man zwar derzeit, um die Abstandsregeln gewährleisten zu können, schon mal Verstärkerbusse einsetzen. In den ländlichen Gemeinden wie Kirchlinteln gebe es dieses Problem nicht. „Ganz im Gegenteil, da gibt es leider so manche Leerfahrt.“

Beim Einsteigen wird nicht gedrängelt. Zum Schutz des Fahrpersonals bleibt der Eingang vorne vorerst geschlossen.

Sorge macht Rohde, dass die Menschen durch die Maskenpflicht vom ÖPNV abgeschreckt werden könnten. Man sei in den vergangenen Jahren auf einem sehr guten Weg gewesen, und nicht zuletzt aus Klimaschutzgründen habe der ÖPNV in der Wahrnehmung der Menschen immer mehr an Bedeutung gewonnen. „Nun, mit der Maskenpflicht, wirkt das leider ein wenig so, als ob Busfahren gefährlich ist“, so Rohde, der davon überzeugt ist, dass das mitnichten der Fall ist – solange sich alle an die Regeln hielten.

Die Bendingbosteler Viertklässler zeigen sich jedenfalls sehr tapfer. Alle tragen Mundschutz. Lehrerin Nina Krappitz hat heute nach Schulschluss die Aufsicht an der Bushaltestelle. Sie lobt die Kinder, die sich so gut an die Regeln halten. Als diese für das Foto in die Kamera winken, muss die Pädagogin kurz schlucken. Es sei einfach ein ungewohnter Anblick, sagt sie.

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