Torte für die „Tafel“

Wirtschaftsminister Althusmann zwischen Buttercreme und Bonpflicht

Zwei Männer und eine Frau stehen um eine große Torte, einer der Männer hat einen Spritzbeutel in der Hand.
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Mit sicherer Hand verziert Wirtschaftsminister Dr. Bernd Althusmann (CDU) die Landes-Geburtstagstorte. Bäckermeister Torsten Wöbse und die SPD-Landtagsabgeordnete Dr. Dörte Liebetruth (v.l.) haben nichts zu meckern.

Mit ruhiger Hand hält der Politpromi den Spritzbeutel und setzt vorsichtig kleine Buttercreme-Tuffs auf den Tortenrand. Danach legt er noch Marzipan-Buchstaben auf das üppige Naschwerk. „Niedersachsen“ steht da jetzt. Daneben ein weißes Pferd und eine große Zahl. „75“. So alt wird das Bundesland nämlich am 1. November. Wirtschaftsminister Dr. Bernd Althusmann verziert aus diesem Anlass schon mal eine Torte: In der Backstube des Kirchlintler Bäckermeisters Torsten Wöbse, unter den strengen Augen des Landesinnungsmeisters Dietmar Baalk und zu dem hektischen Klicken vieler Kameras. Denn natürlich wollen zahlreiche Journalisten dabei sein, wenn sich der CDU-Politiker an der Konditorkunst versucht.

Kirchlinteln – Die Kalorienbombe in den Landesfarben wird nicht etwa beim großen Festakt am Montag in der Landeshauptstadt verköstigt, nein, sie wird nach Verden gebracht, wo sich am Freitag die Kunden der „Tafel“ über die Süßigkeit freuen dürfen.

So unterhaltsam der medienwirksame Auftritt, so ernst sind die Anliegen, mit denen sich die Bäcker an die Politik wenden. Während mit Buttercreme und Marzipan hantiert wird, führen die Gesprächsthemen von der verhassten Pflicht, Bons ausdrucken zu müssen, die kein Kunde haben wolle, über lästige Bürokratie bis hin zum Fachkräftemangel.

Ärgernis: Regelkontrollgebühren

Wöbse, der seine Kirchlintler Bäckerei in vierter Generation führt, elf Geschäfte betreibt und 85 Mitarbeiter beschäftigt, nutzt den Ministerbesuch, um zum Beispiel das Ärgernis der „Regelkontrollgebühren“ anzusprechen. So seien niedersächsische Betriebe verpflichtet, für anlasslose amtliche Kontrollen zu bezahlen – auch wenn ihr Betrieb tipptopp in Ordnung sei. Althusmann macht den Bäckern Hoffnung und kündigt an, dass in dieser Angelegenheit möglichst noch in dieser Legislaturperiode ein „Systemwechsel“ kommen solle.

Fachkräftemangel

Als der Minister fertig ist mit seiner Tortendekoration, legt er die Spritztülle beiseite und lächelt für die Kameras. Bäckermeister Torsten Wöbse zeigt sich mit dem Ergebnis zufrieden – und bietet dem Politiker direkt einen Job in der Backstube an. „Wir suchen noch motivierte Leute.“ Althusmann lacht über den Scherz, weiß aber auch: Da steckt viel Wahrheit drin. Denn eins machen die Bäckermeister bei dem Pressetermin sehr deutlich: Die größte Herausforderung bestehe derzeit schlicht und ergreifend darin, Mitarbeiter zu finden.

Althusmann abschließend: „Es war eine gelungene Geburtstagsaktion, die mir wieder einmal gezeigt hat, was echtes Handwerk bedeutet und was mit Know-how und Kreativität entstehen kann. Am meisten freut es mich, dass die Aktion für einen guten Zweck bestimmt war.“

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