Was in der Waldheimgruppe für den Eigenbedarf begann, ist nun im Verkauf

12 000 Schutzmasken genäht

Seit Ende März wird fleißig genäht: Annelore Metterlein (li.), Fachdienstleitung Näherei, und Helferin Marei-Christine Bartels, die das Maskensortiment präsentiert. Foto: Stiftung Waldheim
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Seit Ende März wird fleißig genäht: Annelore Metterlein (li.), Fachdienstleitung Näherei, und Helferin Marei-Christine Bartels, die das Maskensortiment präsentiert.

Cluvenhagen – Normalerweise wird in den Räumen der Tagesförderstätten der Stiftung Waldheim gemeinsam gespielt, gebastelt und gearbeitet. Menschen mit Behinderung finden in der Einrichtung individuelle Förder- und Beschäftigungsangebote, auch arbeitsvorbereitende Tätigkeiten werden – unter Anleitung von pädagogischen Fachkräften – ausgeübt, wie Katharina Englisch, Sprecherin der Waldheimgruppe, mitteilt. Seit dem 18. März ist aber alles anders: Als Vorbeugemaßnahme gegen das Coronavirus gilt ein Besuchs- und Betretungsverbot für Gemeinschaftseinrichtungen. Um das Beste aus der Situation zu machen, kamen die Mitarbeiter der Stiftung Waldheim Ende März auf die Idee, Mundbedeckungen zu nähen. „Der Impuls kam aus dem Café im Clüverhaus“, erinnert sich Annelore Metterlein, Fachdienstleiterin Näherei. „Mein Team nahm die Idee sofort auf, suchte nach geeigneten Stoffen, und seitdem rattern im Waldheim die Nähmaschinen.“

Die Kollegen aus den Tagesförderstätten wurden mit einbezogen, die Betreuungsräume kurzerhand zu Nähstuben umgerüstet, und seit knapp sieben Wochen nähen alle Mundmasken. „So eifrig, dass wir nun die 12 000-Marke geknackt haben“, so Metterlein.

Auch die Teams der Waldheim Werkstätten sind involviert, denn außer einer Notbetreuung finden auch dort keine offiziellen Arbeiten statt. Im Café im Clüverhaus in Achim wird genäht, und in den Werkstätten werden die Mundbedeckungen verpackt und konfektioniert. Alle arbeiten Hand in Hand und haben mittlerweile Berge von Stoff und kilometerweise Gummiband vernäht, heißt es in der Mitteilung der Waldheimgruppe weiter. „Wir bekamen Anrufe von Mitmenschen, die helfen wollten und nun ehrenamtlich für uns nähen. Eine großartige Geste, für die wir sehr dankbar sind“, wird Vorstandsmitglied Dieter Haase zitiert.

Zunächst sei es beim Maskennähen schlicht um die Deckung des großen Eigenbedarfs für rund 800 Menschen in und für die Gruppe gegangen. Hinzu kommen weitere 800 Menschen mit Behinderung, die ambulant und stationär betreut werden.

Doch schon seit Ostern werden die Masken in verschiedenen Ausführungen und Größen auch extern verkauft. Für fünf Euro können Interessenten sie in der Apotheke im Hufeisen in Achim-Uesen sowie in der Alten Apotheke an der Obernstraße 5 in Achim erwerben. Die Mund-Nase-Masken erreichen nicht den offiziellen Schutz-Standard des Robert-Koch-Instituts, teilt Katharina Englisch mit, sie schützen aber, indem sie Tröpfcheninfektion und das Einbringen von Keimen in Mund und Nase verhindern.

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