Anna Pajak neue Gleichstellungsbeauftragte der Gemeinde Oyten

Gleichberechtigung ein Herzensthema

Gleichstellungsbeauftragte Anna Pajak und Bürgermeisterin Sandra Röse
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„Im Auswahlverfahren ganz klar durchgesetzt“: Anna Pajak (l.) stellte Bürgermeisterin Sandra Röse (r.) jetzt im Rathaus als neue Gleichstellungsbeauftragte der Gemeinde Oyten vor.

Oyten – Mit Frauen in Führungspositionen hat die Gemeinde Oyten eher kein Problem. Verwaltungschefin Sandra Röse und die Erste Gemeinderätin Cordula Schröder stehen im Rathaus an der Spitze; auch Schul- und Kitaleitungen sind fast ausschließlich mit Frauen besetzt. Gleichzeitig wächst die Anzahl der männlichen Erzieher in den Kindertageseinrichtungen. Von tatsächlicher Gleichstellung sieht Anna Pajak unsere Gesellschaft allerdings noch ein gutes Stück entfernt. Genug zu tun also für die neue Gleichstellungsbeauftragte der Gemeinde, die Anfang Oktober ihre Halbtagsstelle im Oytener Rathaus angetreten hat.

Anna Pajak folgt Anne Fehn im Amt, die in die Schulsozialarbeit gewechselt ist. Die Gleichberechtigung von Frauen und Männern, wie sie im Grundgesetz verbrieft ist, ist für die 40-Jährige ein „Herzensthema“, wie sie sagt. Zuletzt arbeitete die studierte Journalistin und Politikwissenschaftlerin, die gebürtig aus dem Raum Vechta kommt, als Pressesprecherin bei der Niedersächsischen Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr in Verden. „Total spannend. Und sehr nette Kollegen“, sagt sie rückblickend, doch die sozialen Themen, die sie zuvor in ihren Berufsjahren als Fernsehredakteurin bei RTL in Köln und bei Radio Bremen beackert habe, hätten ihr in der Straßenbaubehörde gefehlt.

Auch deshalb war Pajak direkt auf die Stellenausschreibung der Gemeinde Oyten angesprungen. Darüber hinaus ist sie selbst seit acht Jahren mit ihrem Mann und den sechs und zehn Jahre alten Söhnen in Oyten zu Hause. In Sachen Krippe, Kindergarten und Schule sei die Gemeinde „super aufgestellt“, findet Pajak mit Blick auf die Betreuungsquote und als berufstätige Mutter auch aus eigener Erfahrung.

Ihr politisches Interesse führte sie vor Jahren schon mal ins Rathaus, wo sie an einem Workshop „Frauen in die Politik“ teilnahm und bereits die heutige Bürgermeisterin und damalige CDU-Ratsfrau Sandra Röse kennenlernte. Bei den Kommunalwahlen kandidierte Pajak dann nicht, obwohl sie findet, dass die Frauenquote im Gemeindeparlament ausbaufähig ist: Nur neun von 32 gewählten ehrenamtlichen politischen Entscheidungsträgern sind derzeit Frauen – 50 Prozent Frauen im Gemeinderat „wären schön“, sagt Pajak.

Zur Unterstützung von Frauen in Familie, Beruf, Politik und Gesellschaft, zur Stärkung von Familien als Fundament der Gemeinschaft und zur Verwirklichung des Grundrechts der Gleichberechtigung von Frauen und Männern will sie als Gleichstellungsbeauftragte ihren Beitrag leisten. Noch sei sie in der Kennenlern- und Findungsphase im Rathaus, aber erste Ideen bringt Pajak mit. „Im Gespräch zu sein“ ist ihr wichtig, weshalb sie eine offene Sprechzeit auf jeden Fall donnerstags anbieten will, denn am „langen Donnerstag“ in der Verwaltung und mit dem benachbarten Wochenmarkt sei viel los, sprich sowieso schon viel Publikumsverkehr im und ums Rathaus.

Den Aspekt der Geschlechtergerechtigkeit vertritt Pajak als Mitwirkende bei wirtschaftlichen, personellen und sozialen Angelegenheiten, die die Beschäftigten der Gemeinde betreffen. Darüber hinaus ist die Gleichstellungsbeauftragte für alle Menschen in Oyten ansprechbar und bietet Unterstützung in besonderen Lebenssituationen, beispielsweise bei Trennung und Scheidung, Gewalterfahrungen oder beim Wiedereinstieg in den Beruf. Öffentliche Aufmerksamkeit will sie mit Vorträgen und Workshopangeboten erzielen. Als erstes Thema will Pajak die Frauengesundheit in den Fokus rücken und ganz grundsätzlich „viele öffentliche Veranstaltungen machen“. Was sie ärgert, ist die mangelnde Würdigung der Kümmer- und Familienarbeit, die Frauen ganz selbstverständlich leisten: „Aber wenn Männer das machen, wird das als herausragend dargestellt.“ Dingen, die sie als ungerecht empfindet, lässt sich Pajak zufolge am besten entgegenwirken, „indem man darüber redet“.

Es habe einige Bewerberinnen für die halbe Stelle der Gleichstellungsbeauftragten gegeben, berichtet Bürgermeisterin Sandra Röse. In dem Auswahlverfahren habe sich Anna Pajak mit ihrer Persönlichkeit, Leichtigkeit und ihrem Humor „ganz klar durchgesetzt“.

Anna Pajak ist im Rathaus in Oyten zu erreichen – telefonisch unter 04207/914046 und per E-Mail an die Adresse anna.pajak@oyten.de.

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