Bildungsstreik: Demonstration in Verdener Innenstadt / Funke springt über
Schüler wollen mitreden
Verden - Von Lars Kattner undIrina TiedemannVERDEN · Am Ende der Kundgebung hatte es Yannic Peper fast die Sprache verschlagen. Kein Wunder: Immer wieder ermunterte das Juso-Mitglied die Teilnehmer des Bildungsstreiks lautstark und per Megafon, ihrem Unmut Luft zu machen. Und so hallte es gestern Vormittag in der Verdener Innenstadt aus fast 300 Schülerkehlen: Bildung für alle – und zwar umsonst.
Aufgerufen zu dieser Demonstration, die um 10 Uhr am Bahnhof begonnen hatte und vor dem Rathaus endete, hatte das Bildungsbündnis Verden. Unter diesem Arbeitstitel hatten sich die Jusos Verden, die grüne Jugend Verden sowie die Linksjugend Verden zusammengetan, um für Solidarität und freie Bildung zu werben. Hintergrund: In mehr als 40 deutschen Städten gingen gestern Schüler und Studenten auf die Straße, um für ihre Interessen einzutreten.
„Das Abitur nach zwölf Jahren gehört entweder abgeschafft, oder aber so strukturiert, dass der Unterrichtsstoff in diesem Zeitraum auch vermittelt werden kann“, erklärte Mitorganisator Julian Schlichtholz. Zudem fordert er eine komplette Lehrmittelfreiheit sowie eine Übernahme der Fahrtkosten auch für Schüler ab der 10. Klasse. Sein Mitstreiter Yannic Peper glaubt, dass viele Menschen hinter diesen Zielen stehen. „Der Funke ist übergesprungen. Ich bin stolz, dass so viele Teilnehmer gekommen sind.“
Wie zum Beispiel auch Aicha aus Kirchlinteln, die in die 9. Klasse des Domgymnasiums geht. „Wir fühlen uns übergangen, weil wir wegen des Turbo-Abiturs gar nicht gefragt worden sind. Wir wollen mehr Mitbestimmungsrecht. Eine Umfrage unter Schülern wäre zum Beispiel schön gewesen“, ärgert sich die 14-Jährige.