Es tönt gewaltig in Riede
Zum 700. Geburtstag: „Glocken-Henry“ komponiert Konzert
Riede - Ein großes Glockenkonzert sollte eigentlich am 4. Oktober, dem Erntedankfest-Sonntag, in der St.-Andreas-Kirche in Riede stattfinden. Aber die Corona-Pandemie wirbelt alles durcheinander. Nun ging es schon an diesem Sonntag statt der in den Herbst verschobenen Konfirmation über die Bühne, aber natürlich ohne Besucher.
Der 4. Oktober wäre der 700. Geburtstag der „Bauernglocke“ gewesen. Sie gilt als kunsthistorisch besonders wertvoll. Pastorin Birgit Bredereke hatte Hendrik Hopfenblatt aus Bremen, auch „Glocken-Henry“ genannt, dafür gewonnen, das Konzert vorzuziehen. Und das bekam er brillant hin. Über Riede schwebten himmlische Glockenklänge, wie Stimmen zwischen Himmel und Erde.
Der Glocken-Virtuose hatte das etwa 45-minütige Konzert der Bauern-, großen, Trau- und Taufglocke in vier Motivblöcke eingeteilt, wechselweise mit Einzelglocken, Duetten, Terzetten und Vollgeläut. So inszenierte er unterschiedliche Klangeinsätze der Glocken. Besonders das Vollgeläut aller vier Glocken beeindruckte.
Viele Einwohner hatten ihre Fenster geöffnet, um intensiv den Klängen lauschen zu können. Auch hatten sich Besucher auf dem Friedhof eingefunden, um dieses Glockenfest vor Ort zu erleben.
Um die Klänge zu erzeugen, benutzte der erst 17 Jahre alte „Glocken-Henry“ die Glockenschalter im Kirchen-Eingangsbereich. Pastorin Bredereke zeigte sich vom Ergebnis begeistert.
Hopfenblatts Interesse an Kirchenglocken besteht seit seit 2011. Im Urlaub hatte er als Achtjähriger in einer Dorfkirche in Kroatien die Liebe zu Glocken entdeckt, dort traf ihn sozusagen der Schlag. „Generell bin ich ein Liebhaber von historischen Glocken, so wie in Riede“, bekannte er im Gespräch.
Als die letzte Glocke am Sonntag in der Kirche erklungen war, richtete „Glocken-Henry“ dankbare Worte an die Umstehenden: „Ich hatte niemals damit gerechnet, dass so viele Zuhörer herkommen würden. Mir hat es sehr viel Freude gemacht.“

