Vandalen feiern beschädigen Toilettenhäuschen
Corona-Party an Thedinghauser Kirche: „Das war echt sch ...!“
Thedinghausen - Unliebsame Überraschung für den Thedinghauser Küster Marcus Rönnfeldt. Er erlebt auf der Toilette an der Kirche sein „braunes“ Wunder: Überall liegen Bierflaschen herum, die Toiletten sind voller Fäkalien und verstopft, und eine Tür ist demoliert. „Hier haben wohl uneinsichtige Menschen eine Corona-Party gefeiert, weil eine Ansammlung draußen nicht mehr erlaubt ist“, vermutet Pastorin Cathrin Schley. „Das war echt sch ...!“, ärgert sie sich.
Sie fragt sich zweierlei: Ob es sein muss, dass das Eigentum anderer verdreckt und zerstört wird und dass sich immer noch Menschen treffen und feiern – trotz der Corona-Pandemie und den entsprechenden Vorgaben hinsichtlich der sozialen Kontakte.
Der Küster hat Cathrin Schley zufolge die „Sauerei“ mithilfe eines Sanitätsdiensts entfernen lassen. Die Kosten dafür kann sie noch nicht beziffern, auch nicht für die Tür. Der Vandalismus hat aber eine unmittelbare Folge für die Friedhofsnutzer, für die die Damen- und Herrentoilette vor allem gedacht war.: „Ab sofort sehen wir uns gezwungen, die Toiletten ab 17 Uhr wieder abzuschließen.“
Die Pastorin weiß nicht, wer für den Vorfall verantwortlich ist. Sie hat aber eine Ahnung, um welche Altersgruppe es sich gehandelt haben könnte und Anzeige bei der Polizei erstattet.
„Haben die es immer noch nicht kapiert, dass sie damit das Leben von ihren Mitmenschen gefährden?“, empört sie sich über die Uneinsichtigkeit der Täter und appelliert: „Nur wenn wir uns alle etwas zurücknehmen und auf Distanz gehen, kommen wir gemeinsam durch die Krise“, sagt die Geistliche. Sie hofft, dass die Verursacher des Vandalismus' irgendwie Kunde davon bekommen, was sie von der Aktion hält: nichts.
Kontaktverzicht: Eltern dürfen keine Spielverabredungen organisieren
Sie habe grundsätzlich Verständnis dafür, dass sich junge Leute treffen wollten und ihnen die Treffpunkte in dieser Zeit wegfielen. Aber der Kontaktverzicht müsse nun einmal sein. Es könne auch nicht angehen, dass Eltern von Kindern Spielverabredungen für den Nachwuchs organisierten. „Manche Eltern von Kinder und Jugendlichen, die verantwortlich dafür sind, was ihre Kinder machen, haben es offenbar immer noch nicht verstanden.“
Die soziale Distanz falle allen schwer. Auch sie als Pastorin würde gerne persönlich ihren Gemeindegliedern begegnen und mit ihnen Gottesdienste feiern. Aber es gebe andere Wege: Telefon, Briefe, Zettel zum Mitnehmen.
Schley macht sich auch viele Gedanken, wie gerade Eltern die Zeit mit ihren Kindern daheim verbringen können: So legt sie seit Tagen biblische Erzählungen, Rezepte, Spielvorschläge und Bastelanleitungen vor der Kramerei aus, die die Leute auch gerne mitnehmen würden.
„Heimliche Corona-Partys auf Kosten anderer – nein, die müssen nicht sein. Danke an alle, die auf Distanz gehen. Danke an alle, die da sind, um das öffentliche Leben ein wenig aufrecht zu halten.“

