Wohnen auf engstem Raum

Tiny-House-Siedlung in Riede: Rat liegt Antrag vor

Ein Tiny House in Visselhövede: So könnten die Bauten auch in Riede aussehen.
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Ein Tiny House in Visselhövede: So könnten die Bauten auch in Riede aussehen.

Riede – Bauland ist rar in Deutschland – und somit auch der Wohnraum. Zudem steigen die Preise für Immobilien stetig an. Besonders für junge Leute wird es immer schwieriger, ein Eigenheim zu finanzieren. Eine Lösung dafür könnte die Anschaffung eines sogenannten Tiny-Houses sein. Dabei handelt es sich um ein Gebäude, dass in seiner Grundfläche nicht größer ist als 40 Quadratmeter.

Erste Siedlungen mit den kleinen Häuschen stehen bereits im Norden – beispielsweise in Hannover oder in Visselhövede.

Bald könnte es auch in Riede so weit sein. Ein erster Antrag auf Aufstellung eines entsprechenden Bebauungsplans ist bereits bei der Gemeinde in Form einer Beschlussvorlage eingegangen. Dabei geht es konkret um die Realisierung einer Tiny-House-Siedlung an der Wegstätte 17 in Riede. Dort, auf dem Grundstück des Antragstellers Heiko Hartje, stehen bereits zwei „Mini-Häuser“. Laut der Informationen aus dem Antrag sollen nach diesem Beispiel weitere Bauten folgen. Demnach sollen die Bauten rund um zwei „idyllisch angelegte und naturbelassene Teiche“, wie der Antragsteller den Bereich beschreibt, entstehen.

Wie aus den Unterlagen weiter hervorgeht, sollen die geplanten Gebäude durch eine „smarte Raumaufteilung“ eine „hervorragende Wohnqualität“ bieten. Sollte die Siedlung Wirklichkeit werden, hätten die Häuser einen Wohnbereich, der auch zu einem Schlafbereich umfunktioniert werden kann, eine Pantryküche und ein Duschbad mit Fenster und Waschmaschinenanschluss. Auch über einen Wintergarten sollen die zukunftsweisenden Bauten verfügen. Dabei gibt es unterschiedliche Möglichkeiten, wie ein solches Tiny-House errichtet werden kann – auf Rädern oder einem klassischen Fundament.

Auf einem Grundstück in Riede soll die Siedlung entstehen.

„Durch den aktuellen Wohnraummangel werden wir mit unseren Tiny Houses ein Zuhause schaffen, welches für jeden bezahlbar ist“, heißt es in der Beschlussvorlage für die politischen Gremien. Doch das ist noch Zukunftsmusik. Zuallererst muss die Zustimmung für die Aufstellung des Bebauungsplans vom Gemeinderat erfolgen. Erst dann können weitere Schritte unternommen werden.

Darüber beraten die Kommunalpolitiker in der Sitzung des Bauausschusses am Donnerstag, 28. April. Dabei werden sicherlich auch die Eindrücke aus der Ortsbesichtigung von Ratsmitgliedern am 10. Februar mit einfließen. Damals wurde festgestellt, dass sich unmittelbar neben dem geplanten Bereich, der für die Tiny-House-Siedlung vorgesehen ist, ein Reifenhandel befindet. Laut der Beschlussvorlage könnte zwischen dem Gewerbe und der geplanten Siedlung aus den Mini-Häusern ein Spannungsfeld erwachsen.

Als womöglich problematisch erachtet zumindest die Verwaltung also den Standort und nicht die Idee, eine Tiny-House-Siedlung zu errichten. Ein derartiges Angebot in Riede könnte sich auf Grund der platzsparenden Wohneinheiten in Zukunft als sinnvoll darstellen – eine deutliche Entspannung der Wohnungslage erwarten Fachleute jedenfalls kurzfristig nicht. Wie auch der potenzielle Bauherr selbst schon in seinem Antrag vorgreift, könnten zudem die Infrastruktur und die zusätzlichen Steuereinnahmen der Gemeinde für das Projekt sprechen.

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