Anzeichen für steigende Dunkelziffer
Über die Ostertage hat sich die Corona-Lage im Landkreis Verden weiter entspannt. Die Patientenzahlen gingen deutlich zurück. Landrat Bohlmann warnt dennoch vor übertriebener Zuversicht. Er sieht eine neue Gefahr.
VON HEINRICH KRACKE
Verden/Achim – Am gestrigen Dienstag fiel die Zahl der Corona-Patienten im Landkreis Verden den elften Tag in Folge. Ein Ende der Krise zumindest in der Region in Sicht? „Das zeigt eigentlich nur, dass die ergriffenen Maßnahmen bisher von Erfolg gekrönt sind“, sagt Landrat Peter Bohlmann auf Nachfrage. Für eine Entwarnung sei es deutlich zu früh. Zumal eine große Unbekannte noch nicht ausgeschlossen werden könne. Ihn beunruhige die sinkende Zahl der Corona-Proben im Testzentrum am Kreishaus. Wie berichtet, war die Zahl der Tests auf 30 bis 35 pro Tag abgeebbt. Zu Beginn der Krise hatten sich noch doppelt so viele Menschen vor dem Stahlgitter-Tor versammelt. Bohlmann: „Zu befürchten ist, dass nicht mehr jeder mit Symptomen auch tatsächlich zum Hausarzt geht. Durch die möglicherweise hohe Dunkelziffer sind die Infiziertenzahlen pro Landkreis oder auch international nur schwer vergleichbar.“
Auf jeden Fall sind die Patientenzahlen mit Stand von gestern Nachmittag weiterhin rückläufig. 21 Menschen konnten nach Angaben des Gesundheitsamtes allein über Ostern die häusliche Quarantäne als genesen verlassen. Andererseits sind auch Neuinfizierte bestätigt. Zwei Frauen und ein Mann, alle drei aus dem südlichen Landkreis, wurden positiv getestet. Insgesamt haben sich damit 110 Personen kreisweit nachweislich mit dem Covid-19-Virus infiziert, 78 gelten als genesen. Sieben Menschen befinden sich gegenwärtig im Krankenhaus, einer mehr als noch am Donnerstag.
Landrat Bohlmann erwartet allerdings keine schnelle Rückkehr zu normalen Verhältnissen: „Mit der Lockerung der Kontaktsperren sollte in den nächsten Wochen behutsam und bei Betriebsöffnungen unter Einhaltung der Abstandregeln umgegangen werden, weil nichts schlimmer wäre als ein Rückfall. Nicht vergessen werden darf, dass im Februar in Deutschland dreistellige Fallzahlsteigerungen teilweise auf einzelne Veranstaltungen zurückgeführt werden konnten.“