Baumärkte öffnen zum Wochenende

Corona: Arbeitsagentur warnt vor Kurzarbeiter-Mails - Patientenzahl rückläufig

Die Grafik zu den Fallzahlen vom 2. April. 
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Die Grafik zu den Fallzahlen vom 2. April.

Nach dramatischen Tagen mit einem ersten Todesopfer im Landkreis Verden und deutlichen Anstiegen bei den bestätigten Covid-19-Fällen entspannte sich die Lage am gestrigen Donnerstag. Gleichzeitig nehmen die ärztlich verordneten Proben im Verdener Testzentrum spürbar ab. Für Baumärkte und Gartenzentren wurden die Beschränkungen gelockert.

Verden/Achim – Ist das schon der Silberstreif am Horizont? Gestern jedenfalls wurden lediglich zwei weitere Corona-Fälle vom Gesundheitsamt des Landkreises bestätigt. Damit stieg die Gesamtzahl der infizierten Personen nach Angaben der Kreisverwaltung auf 82. Als genesen gelten inzwischen 22 Menschen. Allein gestern durften neun die häusliche Quarantäne verlassen. Damit sank die Patientenzahl zumindest für den Augenblick. Bei den Neuerkrankten von gestern handelt es sich um eine Frau und einen Mann. Eine Person kommt aus dem Südkreis, eine aus dem Nordkreis.

Zulauf zum Testzentrum ebbt ab

Der Zulauf zum Testzentrum in Verden nahm im Laufe der Woche spürbar ab. „Am Montag haben wir noch 70 Proben genommen, wohl auch ein Nachklapp des Wochenendes, an den Folgetagen waren es dann jeweils 40 bis 50“, sagt Michael Schmitz von der Kassenärztlichen Vereinigung Verden. Zum Start des Testzentrums vor knapp drei Wochen versammelten sich noch 80 Menschen vor dem Gittertor nahe des Kreishauses. Zudem führten Hausarzt-Praxen weiterhin ebenfalls Tests durch, sofern dafür die Bedingungen geschaffen worden seien. Die Quote der positiv Getesteten beziffert Schmitz mit fünf bis sechs Prozent, womit man im Bundesdurchschnitt liege.

Arbeitsagentur warnt vor Kurzarbeiter-Mails

Gleichzeitig ziehen Betrugsversuche im Zeichen der Corona-Krise immer weitere Kreise. Die Arbeitsagentur Verden warnt aktuelle vor unseriöse Mails, die unter der Mailadresse kurzarbeitergeld@arbeitsagentur-service.de versandt werden. In der Mail werde der Arbeitgeber unter anderem aufgefordert, konkrete Angaben zur Person, zum Unternehmen und zu den Beschäftigten zu machen, um Kurzarbeitergeld zu erhalten. Im Absender ist keine Telefonnummer für Rückfragen angegeben. „Arbeitgeber sollen auf keinen Fall auf die Mail antworten, sondern diese umgehend löschen“, sagt Daniel Bestvater aus der Verdener Dienststelle. Die Bundesagentur sei in keinem Fall Absender dieser Mail, sie fordere Arbeitgeber auch nicht per Mail auf, Kurzarbeitergeld zu beantragen.

Mit einer Nachjustierung bei den Kontakt-Verboten reagierte das Land Niedersachsen auf einen Wildwuchs an den vergangenen Tagen. Ab dem morgigen Sonnabend dürfen Baumärkte und Gartencenter wieder öffnen, dies jedoch mit den entsprechenden Vorsichtsmaßnahmen, die beispielsweise auch für Lebensmittelmärkte gelten.

Einkaufstourismus vor Bremer Baumärkten

Tatsächlich spielten sich zu Wochenbeginn vor allem im Lande Bremen zuweilen prekäre Szenen ab. Während beispielsweise Baumärkte diesseits der Landesgrenze lediglich für Gewerbetreibende öffneten, dürfen in der Hansestadt auch Privatpersonen ihre Einkaufswagen durch die Heimwerkerwelten schieben. Das Ergebnis, wie Augenzeugen berichten: Parkplätze, die mit Autos aus umliegenden Landkreisen zugestellt waren. Niedersachsens Ministerpräsident bereitete dem Treiben jetzt ein Ende. Er begründete den Schritt damit, dass die unterschiedlichen Regelungen zwischen den Bundesländern „unerwünschte Wanderungsbewegungen“ ausgelöst hätten.

Er betonte aber auch: „Das ist alles andere als ein Lockerungssignal.“ Vielmehr solle mit der Änderung vermieden werden, dass wegen des Grenzverkehrs andernorts das Risiko für Infektionen steigt. Zuvor hatte der Handelsverband Niedersachsen-Bremen scharfe Kritik geübt. Diese unterschiedliche Regelung begünstigte das Phänomen des Einkaufstourismus. „Warum ein bestimmter Typus einer Betriebsform in einem Bundesland einen höheren Schutzfaktor genießt als in einem anderen, erklärt sich niemandem“, sagte Verbands- Hauptgeschäftsführer Mark Alexander Krack den Nachrichtenagenturen.

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