Gruppen müssen wegen fehlender Erzieher schließen / Testpflicht in Vorbereitung

Corona sorgt für Ausfälle in den Kitas

Viele Eltern schicken ihre Kinder zurzeit nicht in die Kita, Erzieher fallen aus. In vier von insgesamt 15 Einrichtungen in der Stadt sei die Lage laut Morré als dramatisch zu bewerten.
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Viele Eltern schicken ihre Kinder zurzeit nicht in die Kita, Erzieher fallen aus. In vier von insgesamt 15 Einrichtungen in der Stadt sei die Lage laut Morré als dramatisch zu bewerten.

Verden – Die Lage in den Verdener Kindertagesstätten spitzt sich zu. Die 1000er-Inzidenz im Landkreis ist erreicht, und das macht sich bemerkbar. Zeitweise mussten bereits Gruppen geschlossen werden aufgrund infizierter Erzieherinnen. Kinder fehlen, sei es, weil sie selber positiv getestet wurden, weil sie krank sind oder weil die Eltern sie gleich zu Hause ließen.

Ab Mitte Februar gibt es voraussichtlich eine Testpflicht in den Kitas.

„Die hohen Inzidenzen spiegeln sich in den Kitas wider. Einige Kinder sind mit Corona infiziert oder hatten einen positiven Schnelltest und warten nun auf den PCR-Test. In den letzten Wochen ist die Anzahl angestiegen“, sagt Dr. Christiane Morré als zuständige Bildungskoordinatorin. Die Lage sei insgesamt sehr angespannt.

Von 25 Kindern einer Gruppe kommen nur noch ein paar

Allerdings seien Infektionen und Quarantäneverordnungen nicht die einzigen Gründe für die vielen Abmeldungen. Saisonale Krankheiten sorgten ebenfalls für abwesende Kinder. Zudem würden Eltern ihre Kinder wegen der Situation zu Hause lassen. „Ganz eindeutig ist es nicht immer, weswegen die Kinder genau fehlen. Die Eltern geben oft keine Gründe für das Fehlen an“, so Morré. Es käme vor, dass in Gruppen von 25 Kindern nur noch eine niedrige einstellige Anzahl an Kindern da sei.

„Teilweise mussten Gruppen schon geschlossen werden, und wir rechnen mit weiteren Schließungen in den nächsten Wochen“, sagt sie. Zu den Gruppenschließungen kommt es wegen der vielen erkrankten Erzieher. Eine mögliche Lösung, der Austausch von Erziehern untereinander, sei nicht gestattet, da die Gruppen getrennt voneinander bleiben müssen. So könnten größere Ausbrüche verhindert werden. Zudem ist es gesetzlich geregelt, immer mindestens zwei Betreuer pro Gruppe zu haben, unabhängig von der Anzahl der anwesenden Kinder. „Es kommt vor, dass mal ein Erzieher übrig bleibt, alleine geht die Betreuung nicht, und so müssen wir anhand des Impfstatus und eines negativen Tests bestimmen, ob die betroffene Person in anderen Gruppen aushelfen kann“, erklärt die Bildungskoordinatorin.

Probleme in vier Einrichtungen

Insgesamt liefe es aber von Kita zu Kita unterschiedlich ab. Manche haben mehr Probleme als andere, laut Christiane Morré seien es aktuell vier Einrichtungen, in denen die Lage als dramatisch zu bewerten sei.

Der verpflichtende Selbsttest, der für Vorschulkinder bislang freiwillig war, werde voraussichtlich ab Mitte Februar kommen. Nähere Informationen habe sie nicht wirklich: „Die Selbsttests würden dann aber wohl durch den nasalen Abstrich erfolgen. Die eingesetzten Lolli-Tests sind medizinisch vom Land Niedersachsen nicht mehr zugelassen.“ Ein Lolli-Test galt als besser für Kinder geeignet. Wenn Kinder sich dabei das Stäbchen in den Mund stecken, wurden Proben aus dem Mundraum entnommen. Dabei müsse an dem Tupfer gelutscht werden. „Leider kam es dabei zu falsch negativen Ergebnissen, wie ich aus den Kindergärten gehört habe. Sie sind nicht so zuverlässig wie der Abstrich aus der Nase“, sagt sie. Morré hofft auf eine baldige Anweisung mit genaueren Informationen vom Kultusministerium.

2880 Selbsttests pro Woche

Die bislang wöchentlich gelieferten 2880 Selbsttests an alle Kitas in Verden, inklusive derjenigen unter freier Trägerschaft, werden auf Wunsch herausgegeben. Auch Krippenkinder können welche bekommen. Die Eltern führen den Test mit den Kindern zu Hause vor dem Bringen durch und bestätigen das negative Resultat. Bei einem positiven Resultat würde es dann zu einem PCR-Test kommen. „Das Angebot mit den freiwilligen Tests wird von den Eltern begrüßt“, berichtet Morré.

Insgesamt bewertet sie die aktuelle Situation als eine große psychische Belastung für das Personal, zumal dort auch die Angst bestünde, sich selber zu infizieren. „Das pädagogische Personal in den Kitas leistet zurzeit Großes, für sie ist das Ganze eine ziemliche Herausforderung“, lobt sie. Den Betrieb weiterhin aufrecht zu erhalten, gestalte sich als kompliziert.

Von David Böse

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