Zwischenbilanz ermutigt

Corona-Tests kreisweit rückläufig: Infektionsketten werden nicht mehr ermittelt

Leerer Rathausvorplatz in Verden: Die Bevölkerung hält sich weitgehend an die seit dieser Woche geltenden Beschränkungen.
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Leerer Rathausvorplatz in Verden: Die Bevölkerung hält sich weitgehend an die seit dieser Woche geltenden Beschränkungen.

Erstmals konnte am Freitag ein Corona-Patient im Landkreis Verden die Klinik verlassen. Gleichzeitig stieg die Zahl der bestätigten Fälle wiederum deutlich. Ferner stellen immer mehr Institutionen, darunter die Aller-Weser-Klinik, ein wachsendes Zusammenstehen in der Krise fest. Von einer Sonntags-Öffnung der Geschäfte wurde erneut abgesehen.

Verden/Achim – Die Zwischenbilanz, die die Kassenärztliche Vereinigung aktuell vorlegt, klingt ermutigend. Die Zahl der Abstriche im Testzentrum Verden sei leicht rückläufig, sagt Geschäftsführer Michael Schmitz auf Nachfrage. Zu Beginn der Corona-Krise suchten 80 bis 90 Menschen pro Tag die Station auf, zu Wochenbeginn seien es noch 70 bis 80 gewesen, und auch diese Frequenz sei inzwischen „leicht rückläufig“. Für eine Entwarnung bestehe jedoch noch kein Anlass: „Wir gehen aber in der nächsten Woche von einer gleichbleibenden Anzahl der Testungen aus.“

Fünf weitere Corona-Fälle bestätigte das Gesundheitsamt des Landkreises gestern. Dabei handele es sich um drei Männer und zwei Frauen. Drei Personen werden dem Nordkreis, die beiden anderen dem Südkreis zugeordnet. Damit stieg die Gesamtzahl der bestätigten Fälle auf 48. Insgesamt neun konnten als genesen aus der häuslichen Quarantäne entlassen werden. Die Zahl der aktuell Infizierten summiert sich auf 39 (s. Grafik). Sechs Menschen befinden sich in stationärer Behandlung, darunter ein Zugang und eben die erste Entlassung. Die Infektionsketten der neu Infizierten liegen nicht vor. „Sie werden nicht mehr ermittelt, auch, um das Gesundheitsamt zu entlasten“, sagt Ulf Neumann aus der Kreisverwaltung.

Coronavirus im Landkreis Verden: Tägliche Lieferungen mit Schutzkleidung

Das Drama um fehlende Schutzkleidung entspanne sich allmählich. „Wir erhalten jetzt täglich Lieferungen und werden ab nächster Woche auch wieder die ersten Praxen beliefern“, heißt es aus der Kassenärztlichen Vereinigung. Gleichzeitig beginne man sich auf eine mögliche Ausweitung der Tests einzustellen. „Das ist natürlich ein Thema, aber es fehlen noch die Details für die Umsetzung.“

Eine Grafik zu den aktuellen Fallzahlen von Freitag, 27. März.

Eine Sonntagsöffnung der Geschäfte ist auch in der laufenden Woche von den Bürgermeistern der acht Kommunen kreisweit sowie Landrat Peter Bohlmann thematisiert worden. Aufgrund der weiterhin als gut eingeschätzten Versorgungslage bestehe dazu wiederum kein Bedarf. Dies sei die übereinstimmende Einschätzung aller neun Entscheidungsträger. „Lassen Sie uns weiterhin gemeinsam vernünftig und besonnen handeln, zum gegenseitigen Schutz vor dem Coronavirus“, sagten die Bürgermeister der Städte Achim und Verden, Rainer Ditzfeld und Lutz Brockmann, stellvertretend auch für ihre Amtskollegen.

Polizei beeindruckt: Wenige verstoßen gegen Kontaktverbot

Die seit Montag geltenden Kontakt-Beschränkungen stehen an diesem Wochenende vor einer nächsten Belastungsprobe. Zusammenkünfte von mehr als zwei Personen sind verboten. Allgemein sei die Polizei von der Einhaltung der Allgemeinverfügungen sowie dem positiven Gesamtbild beeindruckt, heißt es in einer Mitteilung aus der Dienststelle Verden. Allerdings ermutige man erneut ausdrücklich auch Privatpersonen zu Hinweisen, werde in ihrem Umfeld gegen die Kontaktregeln verstoßen.

Corona-Krise: Immer mehr freiwillige Helfer melden sich

Ein wachsendes und schon jetzt bemerkenswertes Zusammenstehen in schwieriger Zeit stellten die in der Krise besonders geforderten öffentlichen Institutionen fest. Das Beispiel Aller-Weser-Klinik: Die Leitung der Häuser in Achim und Verden hatte Ende vergangener Woche unter dem Motto „Gemeinsam gegen Corona“ aufgerufen, sich vorsorglich als freiwillige Helfer registrieren zu lassen. Das Echo fiel fulminant aus. Bis zum gestrigen Freitag hatten sich schon mehr als 200 Menschen gemeldet.

Kühnholds spitze Feder.

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