Corona fordert 35. Todesopfer
Landkreis Verden: Dienstag erstmals seit langem null Neuinfektionen
Erstmals seit dem Sommer 2020 wurden im Landkreis Verden keine Neuinfektionen registriert. Doch es gibt einen weiteren Toten.
- Null Neuinfektionen, aber auch den 35. Todesfall in Zusammenhang mit Corona meldet der Landkreis.
- Die Sieben-Tage-Inzidenz liegt am 26. Januar 2021 bei 39,4.
- Impfteams haben inzwischen mit der Impfung von Mitarbeitern der Rettungsdienste begonnen.
Verden/Achim – Es hätte ein guter Tag im Kampf gegen Corona im Landkreis Verden werden können. Am gestrigen Dienstag wurden erstmals seit dem Sommer null Neuinfektionen notiert. Aber dann kam doch noch die ernüchternde Nachricht. Die Kreisverwaltung meldete im Zuge der Pandemie das 35. Todesopfer. Ein knapp 80-jähriger Mann aus Ottersberg verstarb. Den Angaben zufolge habe bei dem Patienten eine schwere Grunderkrankung vorgelegen.
Noch sind im Landkreis 74 Menschen aktuell an Corona erkrankt, sechs weniger als noch am Montag. Es befinden sich weitere 112 Kontaktpersonen in Quarantäne. Sechs Personen werden aktuell stationär behandelt, 35 Personen sind verstorben. Die Sieben-Tage-Inzidenz fiel erneut unter die 40er Marke, sie lag gestern um 8 Uhr bei 39,4.
Mehr als 9000 Impfungen im Monat möglich
Gute Nachrichten indes aus dem Impfzentrum am Verdener Kreishaus. Nachdem die Einrichtung ihren Probelauf bestanden hatte und die Abläufe auch praktisch durchexerziert wurden, konnten die Zahlen für die Leistungsfähigkeit der beiden dort stationierten Impfkolonnen nach oben korrigiert werden. Bislang war angenommen worden, dass 3 120 Impfungen pro Monat möglich sein könnten. Bei geschätzten 20 Impfungen pro Impfstraße in einer Stunde und vier 39-Stundenwochen im Monat würde sich diese Zahl ergeben. „Dann würden 26 Monate für eine Impfung von 60 Prozent der 133 000 Einwohner des Landkreises benötig“, hatte Landrat Peter Bohlmann zunächst berechnet.
Mittlerweile konnten die Impfteams aber schon mal mit der Impfung von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Rettungsdienste des Deutschen Roten Kreuzes und des kommunalen Rettungsdienstes des Landkreises immunisieren. Knapp 140 Notfallsanitäter, Rettungsassistenten und Rettungssanitäter hätten den Termin genutzt, heißt es aus dem Kreishaus. „Bei den jetzt konkretisierten Planungen und den zur Verfügung stehenden Ressourcen gehen wir jedoch von einem bis zu sechzigstündigen Betrieb pro Woche und zwei Impfstraßen aus, sodass über 9 000 Impfungen möglich werden könnten“, berichtete der Landrat. Voraussetzung sei natürlich immer, dass die Nachlieferung von Impfstoff auch funktioniert.
Verfügbarkeit von Impfstoff maßgebend
Grob überschlagen würde die Herdenimmunität von 60 Prozent damit etwa acht Monate früher erreicht. Das sei immer noch eine lange Zeit, räumte Bohlmann ein. Dabei werde aber nicht berücksichtigt, dass eine völlig veränderte Situation in dem Moment entstehe, wenn ein Impfstoff verfügbar ist, der nicht mehr wegen der Kühlung so schwer händelbar ist, wie der jetzige von Biontech. „Wenn der neue Impfstoff verfügbar ist, und in den Arztpraxen verabreicht werden kann, bekommt die Impfkampagne eine ganz neue Dynamik“, erwartet Bohlmann. Der Verwaltungschef vergleicht die Möglichkeiten mit den Tausenden Immunisierungen die alljährlich in den Arztpraxen gegen das Influenza-Virus durchgeführt werden. Von Ronald Klee