Zwischen Insolvenz und Umsatzeinbußen

Corona in Verde: Restaurants dürfen ab Montag teilweise wieder öffnen

Das Rodizio hat auf der Terrasse Platz gemacht.
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Das Rodizio hat auf der Terrasse Platz gemacht.

Verden - Sven Sottorf vom Sotti‘s erwartet eine Riesenflut an Insolvenzen, Dehoga-Kreisvorsitzener Gördt Glander spricht von Umsatzeinbußen, die praktisch nicht mehr wettzumachen sind und vielen, die schon vor Corona zu kämpfen hatten. Einigen wird diese Krise komplett den Boden unter den Füßen wegziehen, andere versuchen, sich mit neuen Ideen, vor allem aber dem Außer-Haus-Verkauf, über Wasser zu halten.

Wolfgang Pade freut sich zwar über die große Resonanz auf die Ankündigung von Ministerpräsident Stefan Weil, die Gastronomie teilweise schon ab Montag wieder öffnen zu lassen, ist sich aber bewusst, dass es einen Betrieb wie vorher in seinem und allen anderen Restaurants nicht geben wird. „Ich habe viel Solidarität von meinen Gästen erfahren, zum Beispiel über die Gutscheinaktion, aber auch den Abholservice.“

100 bis 140 Essen pro Tag sind bei ihm abgeholt worden. Er hatte also viel zu tun. Die Aussicht auf die Wiedereröffnung seines Restaurants lässt ihn trotzdem nicht aufatmen. „Wenn man nur 50 Prozent der Tische mit zwei Personen besetzen kann, ist damit kein Blumentopf zu gewinnen.“ Viel Aufmerksamkeit hat sein Video über Möglichkeiten der Eröffnung bekommen, das er ins Netz gestellt hat. „Es hat aber auch Kritik gegeben, vor allem wegen der Unpersönlichkeit der Serviceleute, die mit Maske im Gesicht das Essen an einen von den Gästen mit entsprechendem Abstand entfernt stehenden Tisch bringen.“ Einige Dinge will Pade, sollte er kurzfristig eröffnen können, noch überarbeiten. Dennoch: Nichts wird so sein, wie es vorher war.

Die Domschänke will mit erweiterten Öffnungszeiten die Wirtschaftlichkeit des Restaurants verbessern.

Sven Sottorf überlegt gar, sein Sotti’s unter diesen Umständen erstmal noch nicht wieder zu eröffnen. „Wirtschaftlich gesehen, habe ich wegen der vielen Auflagen mehr Kosten als vorher, aber deutlich weniger Einnahmen. Außerdem trifft man sich bei mir, um zusammenzu sitzen und nicht, um auf Abstand zu gehen.“ Aber er sieht nicht nur seine Situation: „Für viele Gastronomen ist es ein Sterben auf Raten, weil Pachten, Energiekosten und Kredite weiterlaufen.“ Hinzu komme, dass etliche Events, wie zum Beispiel die Domweih, wegfielen. „Das sind normalerweise wichtige Polster.“

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Die Domschänke versucht, wie viele andere Restaurants auch, sich mit einem Außer-Haus-Verkauf über Wasser zu halten. Bevor sie ihr Restaurant auf eine Wiedereröffnung vorbereiten, wollen Nicolle und Frank Stauga erstmal die Absprachen zwischen Bund und Ländern abwarten. „Wir haben sofort Anfragen für Tischreservierungen bekommen, und freuen uns wie Bolle auf die Gäste. Es hat etwas von Entspannung für die Branche, dass ein Fenster aufgemacht werden soll, aber es ist nicht klar ersichtlich, unter welchen Umständen das sein wird.“ Um die geschmälerten Einnahmen durch Corona-Regeln wieder aufzufangen, will er nicht nur an allen sieben Tagen der Woche öffnen, sondern auch die täglichen Öffnungszeiten erweitern – sozusagen in zwei Schichten die Gäste empfangen und bewirten.

Das Rodizio hat auf der Terrasse Platz gemacht.

Hüseyn Tavan (Bodega, Rodizio) konzentriert sich zunächst auf die Außengastronomie. Seine Terrassen am Bahnhofsvorplatz und am Johanniswall sind auf Abstand eingerichtet worden. „Wir hatten schon vor der Schließung die Abstandsregeln zu beachten und wissen, dass wir nur 50 Prozent der Gäste in den Lokalen bewirten können.“ Draußen sei es leichter, die Tische und Stühle auseinanderzuziehen. Er freut sich über die Unterstützung durch die Stadt Verden, die auf zusätzliche Gebühren bei einer Erweiterung der Sondernutzungsflächen verzichten will. Dennoch sei es schwierig, vorherzusehen, wie viele Gäste kommen werden und dafür das entsprechende Personal einzuteilen.

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