Ganz großer Andrang bleibt meist aus

Leben kehrt in Verdener Innenstadt zurück: Stoff für Mundschutze begehrt

Vor dem Stoffparadies standen die Menschen, den Sicherheitsabstand beachtend, Schlange. Fotos: Haubrock-Kriedel
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Vor dem Stoffparadies standen die Menschen, den Sicherheitsabstand beachtend, Schlange.

Verden – Ein kleines bisschen Normalität ist seit gestern in den Alltag zurückgekehrt. Geschäfte mit einer Ladenfläche von bis zu 800 Quadratmetern dürfen nach der wochenlangen, coronabedingten Schließung wieder öffnen. So war die Fußgängerzone dann auch belebter als in den Wochen zuvor. Der ganz große Andrang blieb allerdings meist aus.

„Schön, dass sie wieder geöffnet haben“, dieser Satz war gestern immer wieder zu hören. Sei es der frisch gemahlene Kaffee, ein neues T-Shirt oder die Buchbestellung, die Menschen genossen es, endlich wieder in der Stadt einkaufen zu können.

Die Sicherheit steht allerdings an erster Stelle, ausreichender Abstand ist Pflicht, die Anzahl der Kunden, die gleichzeitig eingelassen werden dürfen, richtet sich nach der Quadratmeterzahl.

Gabriele Mahnke freut sich, dass sie ihre Kunden wieder persönlich beraten kann.

Zwölf Personen dürfen sich zur selben Zeit in der Buchhandlung Mahnke aufhalten. Hier herrschte ein Kommen und Gehen. „Es läuft an“, freute sich Seniorchefin Gabriele Mahnke. „Um neun Uhr standen bereits viele Kunden vor der Tür“, ergänzte Tochter Maria Mahnke. Man habe sich, so gut es geht, auf die neue Situation eingerichtet. Eine Acrylglasscheibe vor der Kasse dient als Schutz. Auf einen Mundschutz soll hier vorerst aber noch verzichtet werden.

Für viele Verdener gehört der Mundschutz mittlerweile dazu. Wer geschickt ist, näht ihn selber. Einen Kundenandrang konnte daher das Stoffparadies verzeichnen. Bereits um 9 Uhr versammelte sich eine Menschentraube vor dem Geschäft. Auch am späteren Vormittag standen die Menschen hier noch Schlange.

Katja Riekers vom Kinderbekleidungsgeschäft „Deerns & Buttjer“ verkauft jetzt auch Mundschutze.

Auf die neue Situation eingestellt hat sich auch Katja Riekers vom Kinderbekleidungsgeschäft „Deerns & Butjer“. Sie hat von einer Kundin selbst genähte bunte Mundschutze erhalten, die sie nun in ihrem Geschäft in zwei Ausführungen zum Verkauf anbietet. „Die mit Draht sind für Brillenträger besser geeignet“, erklärte die Geschäftsfrau. Auch sie selbst bedient ihre Kunden mit Mundschutz. „Wir sind froh, dass wir nun wieder öffnen dürfen, die Situation ist aber nach wie vor schwierig“, sagte sie.

Lange hatten die Kunden darauf verzichten müssen, in der Innenstadt Kleidung zu shoppen. Bei Jeans Fritz war es am späten Vormittag aber dennoch ruhig. Gleich morgens sei allerdings mehr los gewesen, erzählte Verkäuferin Alina Kunkel. „Viele kamen mit Mundschutz und Handschuhen, alle haben sehr darauf geachtet, den Abstand einzuhalten“, berichtete sie.

Als „verhalten“ bezeichnete Iris Tellermann, Inhaberin des Blumengeschäfts „Blickfang“, die bisherige Resonanz der Kunden. „Die Laufkundschaft ist weniger geworden, dafür liefern wir mehr“, erzählte sie.

Bei Bormann Eisenwaren dagegen brummte das Geschäft. „Verlangt wird alles, von der Schraube bis zur Bratpfanne. Als erstes habe ich heute Morgen eine Motorsäge verkauft“, erzählte Fachberater Uwe Siering.

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