Alle müssen sich an Vorgaben halten
Dehoga-Kreisverband bietet Corona-Schulungen für Gastronomen an
Landkreis – Seit eineinhalb Wochen haben die Restaurants wieder geöffnet. Allerdings verbunden mit zahlreichen Auflagen. Gesetzliche Vorgaben in Sachen Hygiene muss die Branche zwar immer einhalten. Jetzt kommen aber beispielsweise mit Abstandsregeln und Registrierung der Gäste neue Pflichten hinzu. Damit sie in diesem Dickicht den Überblick behalten und, um Unsicherheiten und Ängste auszuräumen, bietet der Dehoga-Kreisverband derzeit spezielle Schulungen für Gastronomen und ihre Mitarbeiter an.
Fünf Minuten, nachdem der Bezirksverband Stade per E-Mail Betriebe über diesen Service informiert hatte, habe schon ihr Telefon geklingelt, berichtet Anke Giesges. Seitdem ist die Hotelfachfrau mit Zusatzausbildung reichlich unterwegs gewesen, nicht nur im Landkreis Verden. Auch Restaurant- und Hotelbetreiber in der Region Rotenburg und in Cuxhaven baten sie um Unterstützung.
Die Inhalte der Schulung reichen von Grundsatzinfos über das Coronavirus und dessen Wege der Verbreitung über das richtige Händewaschen, häufiges Lüften und Desinfizieren von Geräten bis hin zum geschickten Umgang mit Gästen, die sich nicht kooperativ zeigen. „Am Anfang sind viele unsicher“, berichtet Anke Giesges von den Teilnehmern. „Aber bislang habe ich es immer geschafft, dass sie lächelnd rausgehen.“
Tim Heitmann, Schriftführer im Dehoga-Kreisverband und Betreiber des Hotels am Steendamm in Oyten, hat auf Basis der Schulung gemeinsam mit seinem Team Hygienekonzepte für die unterschiedlichen Bereiche seines Hauses erstellt. Für die Hotelzimmer beispielsweise heißt das: Alles, was nicht unbedingt nötig ist, von Info-Mappen und Dekoration bis zum Telefon, wird entfernt. Und weil Menagen auf den Restauranttischen derzeit nicht gestattet sind, werden Salz und Pfeffer bei Bedarf in kleinen Papiertütchen gereicht.
„Alle sind wahnsinnig bemüht, alles richtig zu machen“, fasst Anke Giesges zusammen. Gleichzeitig hat sie eine gewisse Frustration bei den Gastronomen festgestellt, denn bislang strömen die Gäste noch nicht wieder in die Lokale. „Das Öffnen alleine bringt uns nicht wirklich nach vorne“, bestätigt Tim Heitmann.
„Ob alle mit maximal 50 Prozent Umsatz überleben werden, ist fraglich“, schreibt der Dehoga denn auch in einer Pressemitteilung. „Der Landesverband rechnet mit bis zu 40 Prozent Betriebsaufgaben. Saalbetriebe sind im Besonderen bedroht.“
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Dennoch gibt sich der Kreisverband optimistisch, indem er schreibt: „Wenn sich alle Beteiligten an die Vorgaben halten, könnte es mit gepflegten Getränken und leckeren Speisen doch noch ein schöner Sommer für alle werden.“
Informationen
Gastronomen, die sich einer „Corona-Schulung“ unterziehen möchten, können sich mit Anke Giesges, Telefon 0151/62696666, E-Mail anke.giesges@web.de, in Verbindung setzen.
