Eine Frage - sechs Antworten

„Der Wolf gehört zu Niedersachsen wie...“

Niedersächsischer Landtag
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Niedersächsischer Landtag

Landkreis Verden  - Die sechs Landtagskandidaten des Wahlkreises 61 Verden im direkten Vergleich: Das soll die Serie zur Wahl bieten. Zweimal in der Woche haben die Kandidaten von SPD, CDU, Grünen, FDP, Die Linke und AfD Gelegenheit, ihre ganz persönlichen Gedanken zu einem aktuellen Thema zu äußern, das ihnen die Redaktion vorgibt. Heute heißt es: „Der Wolf gehört zu Niedersachsen wie...“

Dörte Liebetruth (SPD)

„...ein Raubtier, das hier früher heimisch war und dessen Rückkehr von Naturschützern mit Freude begrüßt, von vielen Menschen aber auch mit großer Sorge gesehen wird. Mir ist der Schutz von Kindern und allen anderen Menschen wichtig, die in unserer Region leben. Er muss beim berechtigten Schutz der bedrohten Tierart Wolf sichergestellt werden. 

Dörte Liebetruth (SPD)

Die Entscheidung der Landesregierung, „Problemwölfe“ und künftig auch auch ganze „Problemrudel“ abzuschießen, finde ich daher richtig. Von Wölfen geschädigten Nutztierhaltern muss schnell und unbürokratisch geholfen werden. In besonders stark von Wölfen besiedelten Regionen Niedersachsens sollten künftig die Bestände kontrolliert und den verfügbaren Lebensräumen angepasst werden können. Daher setze mich für eine Änderung des EU-Artenschutzrechtes ein.“

Adrian Mohr (CDU)

„...Weidetiere auch – aber die Koexistenz ist zunehmend schwierig. Aktuell leben rund 120 Wölfe in Niedersachsen. Die Population wächst jährlich um ein Viertel. In fünf Jahren würde der Bestand ohne Regulierung also auf über 350 Wölfe ansteigen. Mehr als 600 von Wölfen getötete Nutztiere allein in Niedersachsen sind belegt. Die gerissenen Tiere erleiden mit aufgerissenen Körpern oft elende Schmerzen. Viele Tierhalter leben in Angst um ihre Weidetiere – und um ihre Existenz. 

Adrian Mohr (CDU)

Wer Weidetierhaltung will, muss sehen, dass Zäune allein nicht helfen. Wir brauchen Bestandsregulierung, wie bei anderen Raubsäugern auch. Dazu muss der Wolf ins Jagdrecht, so wie in Polen und in den baltischen Staaten. Es geht also. Sich artuntypisch verhaltende gefährliche Wölfe müssen zügig entnommen, also getötet werden. Der Schutz von Menschen und Nutztieren ist für mich vorrangig.“

Doris Gerken (Die Grünen)

„...andere nach europäischem Recht und deutschem Bundesrecht geschützte Wildtierarten, wie der Luchs, auch. Wölfe ohne speziellen Grund zu töten ist rechtswidrig. Ausnahmen gelten für Tiere, die einzeln oder im Rudel mehrfach Schutzzäune überwinden oder sich Menschen gegenüber auffällig verhalten.

Es waren nicht die Grünen, die den Wolf hinterlistig in Niedersachsen wieder angesiedelt haben. Vielmehr hat sich der Wolf nach der Grenzöffnung durch die Wiedervereinigung neue Lebensräume erschlossen.

Doris Gerken (Die Grünen)

Wölfe sind eine Bedrohung für Weidetiere, also für jene traditionelle Tierhaltung, die Tieren gut tut und dem Landschaftsschutz dient. Weidetierhalter müssen schnelle, großzügige, unbürokratische Hilfen für die Errichtung von Weideschutzzäunen, Anschaffung und Haltung von Herdenschutzhunden sowie Entschädigungszahlungen für den Verlust von Weidetieren durch Wolfsrisse erhalten

Die etwa 100 Wölfe in Niedersachsen sind selten und scheu. Niemand wurde von einem Wolf verletzt.

Hunde hingegen beißen häufig, vor allem Kinder.“

Corinna Rosander (FDP)

„...andere Wildtiere auch, weshalb sie unter das Jagdrecht fallen müssen. Die Wiederansiedlung ist zweifellos ein großer Erfolg für den Natur- und Artenschutz, bei geschätzt 140 Wölfen in Niedersachsen ist eine Steuerung des Bestandes aber angebracht. Wie bei anderen Wildtieren muss bei einer Gefährdung von Mensch und Tier durch zu große Population oder Verhaltensauffälligkeiten eine Bestandskontrolle im Rahmen des Jagdrechts möglich sein. 

Corinna Rosander (FDP)

Auch ist es dringend erforderlich, dass für Wolfsrissentschädigungen nicht länger der geschädigte Viehhalter die Beweislast für den Wolfsangriff trägt. Nur so ist auf Dauer das Zusammenleben von Wolf und Mensch aufrecht zu erhalten.“

Sebastian Dahlweg (AfD)

„..die Verfechter der Wolfsausbreitung meinen. Etwa 100 Jahre war er bei uns ausgerottet und wir haben ihn gewiss nicht vermisst. Jetzt breitet er sich von Osten kommend wieder aus. Es ist damit zu rechnen, dass er sich stark vermehrt und bald in ganz Deutschland anzutreffen sein wird. In ländlichen Gebieten hat der Wolf schon vielerorts Schafe und Rinder gerissen und Bauern und Viehzüchter in Angst und Schrecken versetzt. 

Sebastian Dahlweg (AfD)

Auch hat er sich den Menschen schon auf wenige Meter genähert und nur wenig Scheu gezeigt. Der Wolf ist und bleibt aber ein Raubtier und niemand weiß, wie er sich verhalten wird. Da aber der Schaden, den der Wolf anrichtet, wesentlich größer ist, als der Nutzen, den er einbringt, plädiere ich dafür, dass er bejagt werden darf, damit er sich nicht unmäßig ausbreitet.“

Rainer Andrzejewski (Die Linke)

„... die Landwirtschaft auch. Ich begrüße, dass der Wolf sich in Niedersachsen wieder heimisch fühlt, nachdem er für lange Zeit aus unserer Gegend vertrieben war. Doch auch Schafherden gehören seit langem zu Niedersachsen. Es liegt in unserer Verantwortung als Politiker einen gemeinsamen Weg zu finden, um beiden Seiten gerecht zu werden. 

Rainer Andrzejewski (Die Linke)

Gerade um Schafherden zu beschützen, müssen den Haltern finanzielle Mittel zur Verfügung gestellt werden. Zum kurzfristigen Schutz könnten sogenannte „Lappenzäune“ errichtet werden. Als längerfristige Unterbindung von Wolfsrissen sollten meiner Meinung nach gut ausgebildete Herdenschutzhunde staatlich bezuschusst werden.“

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