In die Schulen kehrt das Leben zurück
Pflicht zu Mund-Nasen-Schutz: Mit Maske in Bus und Laden
Verden - Lange Zeit waren sich die Fachleute nicht mal einig, ob sie sinnvoll sind. Jetzt wird der Mund-Nasen-Schutz Pflicht; auch in Niedersachsen. Ab Montag im öffentlichen Nahverkehr und in Geschäften. Wie weit die Pflicht noch darüber hinaus reicht, war gestern auch im Kreishaus noch nicht bekannt. Dennoch wird allenthalben die Einführung vorbereitet. Läden, Behörden und andere öffentliche Räume überlegen, ob und wie sie mit der Pflicht umgehen können. Sicher ist, dass die Schüler, die ab Montag wieder mit dem Bus zum Unterricht fahren, mit Maske einsteigen müssen. Das teilte Landkreis-Sprecher Ulf Neumann mit.
„Der Landkreis fordert das Tragen einer Alltagsmaske nur im Rahmen der Schülerbeförderung, nicht aber für den Unterricht“, stellt Landrat Peter Bohlmann in der Mitteilung klar. Bei der Kindernotbetreuung lehne der Landkreis die Pflicht sogar ab und hoffe, dass das Land in der erwarteten Verordnung dazu nichts anderes vorsieht.
Landesweit nehmen die Schulen, wenn auch schrittweise, wieder ihren Betrieb auf. Die allgemeinbildenden Schulen und die BBS öffnen zunächst für die Abschlussklassen. Die weiteren Jahrgänge folgen nach und nach. Zeitgleich fahren ab 27. April auch die Schülerbusse und der ÖPNV stellt wieder auf den Regelfahrplan um.
Mit der Rückkehr in den Schulbetrieb ist die Vorgabe verbunden, den Unterricht auf halbe Klassenstärke zu begrenzen. Deshalb wird erwartet, dass nur wenige in den Bus steigen. Um das Ansteckungsrisiko für Schülerinnen, Schüler und Fahrpersonal so gering wie möglich zu halten, bittet der Landkreis eindringlich um die Einhaltung der Verhaltensregeln. Wichtigster Grundsatz sei, Abstand zu wahren. Das gelte für die Fahrt im Bus ebenso wie für das Warten an der Haltestelle. Mund-Nasen-Schutz in Bus oder Bahn sei verpflichtend.
Darüber hinaus sollten auch die allgemeinen Hygieneregeln eingehalten werden. „Jetzt kommt es nochmal viel stärker auf die Eigenverantwortung eines jeden Einzelnen an, das Möglichste dafür zu tun, die Ausbreitung des Coronavirus zu verhindern“, so Bohlmann.
Zum Schutz des Fahrpersonals bleibt der Eingang beim Fahrer weiterhin geschlossen. Auch Tickets gibt es dort nicht. Fahrkarten könne man über die FahrPlaner-App des VBN, bekannte Vorverkaufsstellen oder Automaten kaufen. Sieben-Tage- und Monatstickets können zudem online bei der BSAG bestellt werden.
Für Schülerinnen und Schüler, die aufgrund einer Erkrankung, Behinderung oder einer fehlenden ÖPNV-Verbindung mit Taxi oder Mietwagen befördert werden, geht es Montag ebenso wieder los. Auch in den Taxis und Mietwagen ist die Maske nötig, ebenso gelten die Hygieneregeln. Die Einhaltung der Abstandsregelungen sei bei dieser Beförderungsart leider nur schwerlich umsetzbar, weil hierfür keine ausreichenden Beförderungskapazitäten vorhanden seien, so der Landkreis. Eltern könnten die Beförderung gegen Fahrkostenerstattung übernehmen. Eine vorherige Absprache mit dem Landkreis sei aber nötig. Ansprechpartner ist Ralf Felden, E-Mail ralf-felden@landkreis-verden.de.
Noch sind die Details der Maskenpflicht nicht bekannt. Bevor die genauen Inhalte des Erlasses vorliegen, sei auch noch nicht klar, wie die Polizei damit umgeht, berichtete Sprecherin Sarah Humbach. Auch die Supermärkte haben noch keine genauen Pläne aus den Konzernzentralen. In den zurückliegenden Wochen hatten Kontrolleure sporadisch darauf geachtet, dass alle Kunden mit Einkaufswagen in ins Geschäft gehen. „So hatten wir einen Überblick über die Anzahl der Kunden im Markt“, erklärte Kai Huhne vom Rewe-Markt an der Max-Planck-Straße. Die neue Masken-Pflicht könne die Zentrale in Köln nur für die Mitarbeiter gewährleisten, teilte Ann-Christin Geers, Referentin Unternehmenskommunikation der Rewe Group, mit: „Für eine etwaige Kontrolle oder Sanktionierung von Kunden haben wir weder eine rechtliche Handhabe, noch die erforderlichen Ressourcen. Wir klären unsere Kunden mit entsprechenden Hinweisen (Aushänge, Instore Radio) in und vor den Märkten über die geforderten Maßnahmen auf.“
