Mundschutz für den ÖPNV
Herausforderung Schülerbeförderung: Schulstart trotz Corona
Verden – Auch die Schulen im Landkreis Verden werden schrittweise wieder öffnen. Das Niedersächsische Kultusministerium hat am Donnerstag veröffentlicht, wie vorgegangen werden soll, um die Einhaltung der Abstandspflicht zu gewährleisten.
Danach sollen zunächst ab dem 27. April die Schüler der Abschlussklassen wieder vor Ort unterrichtet werden, um ihnen ausreichend Zeit zur Vorbereitung zu geben. Im Landkreis Verden betrifft diese Regelung alle Schulen bis auf das Gymnasium am Wall, das wegen der Umstellung von G8 auf G9 in diesem Jahr keine Abiturprüfungen haben wird. Anders ist die Situation am Domgymnasium. Dort werden sich ab dem 27. April jene Schüler zusammen mit ihren Lehrern auf das Abitur vorbereiten können, die vor drei Jahren von der Realschule auf das Gymnasium gewechselt haben. Für alle Abschlussprüfungen gilt, dass die Hygienevorgaben des Robert-Koch-Instituts eingehalten werden müssen.
Das gilt auch für alle weiteren Jahrgänge, die Schritt für Schritt ab dem 4. Mai (Grundschüler der 4. Klassen) in die Schulen zurückkehren sollen. Für alle anderen gilt laut Presseinformation des Niedersächssichen Kultusministeriums eine Fortführung des Home-Learnings ab dem 22. April, bis auch sie in die Schulen zurückkehren können. Kurzfristig wird das Ministerium den Schulen einen Musterhygieneplan an die Hand geben.
Lesen Sie auch: Unseren Live-Ticker zur Corona-Krise im Landkreis Verden
Landrat Peter Bohlmann: „Der schrittweise Start des Unterrichts ab dem 4. Mai ist notwendig, weil sonst die Abstandsregeln im Unterricht nicht eingehalten werden können. Denn neben der Hygiene wird der 1,5-Meter-Abstand auch im Unterricht und in der Schülerbeförderung zwingend bleiben.“ Die Schülerbeförderung, gerade wenn sie über Taxis erfolgen muss (sogenannter freigestellter Schülerverkehr), stelle für den Landkreis derzeit die größte Planungsherausforderung dar. Die Vorgaben seien gar nicht oder nur schwer einhaltbar. „Insgesamt sind von den 17 .200 Schülerinnen und Schülern im Landkreis Verden 7. 000 Fahrschüler.“
Schichtweise Schulbesuche sind für den Landrat keine Alternative, weil das Fahrpersonal und Busse nicht ausreichen würden. Ein Lösungsbestandteil könnten Mundschutze als Zusatz zu den Abstandsregeln sein. Diese sind für Kinder im ÖPNV vorstellbar. Im Unterricht hält Bohlmann diese Form des Schutzes für nicht praktikabel. Kultusminister Grant Hendrik Tonne kommentiert die Rückkehr in die Schulen so: „In den kommenden Wochen starten wir einen neuen Abschnitt. Es wird nötig sein, Lernprozesse und -orte neu zu gestalten. Es wird Phasen des Lernens zu Hause und Phasen des Lernens in der Schule geben.“ Es gelte jetzt zusammenzuhalten, um die Herausforderungen zu meistern.