Auch in Verden unbegrenzt vorrätig und die Nachfrage ist groß
Riesige Nachfrage nach Neun-Euro-Ticket: Manche in Panik
Verden – „Es läuft “, berichtet Harald Tatje, Reiseberater im Reisezentrum der Deutschen Bahn im Verdener Bahnhof. Er ist zufrieden mit dem bisherigen Verkauf der Neun-Euro-Tickets.
Manche Kunden zeigten nach Medienberichten über den Ansturm am ersten Tag des Ticket-Verkaufs schon Anzeichen von Panik. Niemand müsse aber befürchten, kein Ticket mehr zu ergattern, denn die seien nicht limitiert und der Vorrat fast grenzenlos.
Er habe am Dienstag, dem zweiten Neun-Euro-Ticket-Tag, seinen ersten Arbeitstag der Woche gehabt, berichtet der Reiseberater. Die Schlange vor dem DB-Reisezentrum war am Vormittag nicht lang, baute sich aber auch selten vollständig ab. Etwa die Hälfte der Wartenden bestätigte auf Nachfrage, wegen Neun-Euro-Tickets anzustehen.
Jutta aus Verden kaufte eines, um vor allem zu Pfingsten den Mittelalter-Markt in Rotenburg zu besuchen. Natürlich will sie auch andere Touren etwa nach Nienburg unternehmen. Die Neun-Euro-Fahrkarte gilt bekanntlich jeweils für einen Monat ab 1. Juni und bis zum 31. August.
Die Gegend erkunden
Eine kleinere Gruppe aus Verden kaufte die Tickets, um gemeinsam per Bahn den Mahndorfer See anzusteuern. Der 71-jährige Günter aus Verden wird sich für alle drei kommenden Monate ein Neun-Euro-Ticket sichern, um Bremen und die nähere Umgebung „bis etwa nach Osnabrück“ zu erkunden.
Andere Touren zum Beispiel nach Sylt, auf denen proppevolle Züge befürchtet werden, lässt Günter aus. Ebenso Ausflüge mit der Bahn in den Süden der Republik. „Dann müsste ich gleich zwei bis drei Übernachtungen mitbuchen und bezahlen“, gibt der rüstige Ruheständler zu bedenken.
David ist im Studentenalter und nennt im Verdener Bahnhof als aktuelles Reiseziel Langwedel, wo er auch wohnt. Nur auf den ersten Blick erscheint es unverständlich, sich dafür ein Neun-Euro-Ticket zu leisten. Es macht jedoch Sinn, als David erzählt, dass er auch häufig in Hannover, Bremen und Oldenburg unterwegs ist, um Bekannte zu besuchen.
Bundesweite Ziele plant keiner
Große bundesweite Ausflüge plante niemand der Gefragten, obwohl das ebenfalls prinzipiell für neun Euro einen Monat lang möglich wäre. Doch gilt diese Fahrkarte zwar deutschlandweit im Nah- und Regionalverkehr einschließlich Linienbussen, Straßenbahnen, U-Bahnen, S-Bahnen, für die zweite Klasse in Regionalzügen sowie Regionalexpresszüge, im Netz der Berliner Verkehrsbetriebe und für einzelne Fähren im Hamburger Bereich.
Nicht gültig ist das Neun-Euro-Ticket aber für Fahrten im ICE, IC oder EC, also im Bahn-Fernverkehr. Lange Fahrten sind daher zeitraubend und erfordern in der Regel mehrmaliges Umsteigen.
Hindernisse könnten sich aber auch in der nächsten Umgebung aufbauen – etwa auf der Strecke Verden-Bremen, wo es schon Sperrungen auf Grund von Bauarbeiten an Gleisen gab und „Schienersatzfahrzeuge“ eingesetzt wurden.
Es könne noch bis Freitag, 30. September, „zum Ausfall einiger Züge der Linie RS 1 zwischen Bremen Hbf und Verden kommen“, ist auf der Website der Nordwestbahn zu erfahren. Für einige Fahrten würden zwar an einzelnen Tagen ersatzweise Busse eingesetzt. Das betreffe jedoch fast ausschließlich sehr frühe und sehr späte bis nächtliche Verbindungen, macht Nordwestbahn-Pressesprecher Steffen Högemann auf Nachfrage deutlich. Die genauen Daten sind unter nordwestbahn.de zu erfahren und dürften auch die Neun-Euro-Kundschaft interessieren. Menschen aller Altersstufen gehören laut Harald Tatje in Verden dazu: „Nur einen Hund hatte ich noch nicht.“ Für tierische Begleiter der Neun-Euro-Reisenden müsste jeweils ein Zusatzticket gekauft werden. la