Anspruch auf möglichen Schadensersatz
Wintershall Dea nimmt Schäden nach Beben auf
Das Erdbeben in der vergangenen Woche mit einer Stärke von bis zu 3,3 auf der Richterskala hat die Menschen in der Region in Angst und Schrecken versetzt. Große Schäden sind bislang nicht gemeldet worden. Die Wintershall Dea nimmt jede Meldung auf und prüft den Anspruch auf möglichen Schadensersatz.
Verden – Die meisten Einwohner aus der Region Verden haben das Erdbeben vom letzten Mittwoch noch in frischer Erinnerung. Der vermeintliche Verursacher, die Erdgasförderfirma Wintershall Dea, bot unbürokratische Hilfe bei der Abwicklung der Reparatur beziehungsweise dem Schadensersatz bei betroffenen Häusern an. Unter der Telefonnummer 04232/933200 sollten Schäden dem Unternehmen gemeldet werden.
Nach Erdbeben: Risse an der Decke
Gesagt, getan und so meldete sich Jens Richter aus Dauelsen bei dem Unternehmen. Er hatte nach dem Beben in seinem neu erstellten Haus im Schützenweg lange Setzrisse an der Decke in der Küche festgestellt. Auch im Büro und im Schlafzimmer stellte Richter solche Risse fest. Am Montag rückte der Sachverständige von der Wintershall Dea an und nahm den Schaden nach Besichtigung auf. Auch der Architekt der ausführenden Baufirma Gätje Holzbau, Sebastian Netzke, war anwesend, um die Risse zu begutachten. „Der Bau wurde erst im September abgeschlossen“, sagte Richter. Insbesondere rund um den tragenden Firstbalken waren beim Lokaltermin die Setzrisse mit bloßem Auge auszumachen.
Ein normaler Vorgang? „Bei einem Neubau können Setzrisse auftreten, aber nur langsam und beginnend an einer Stelle, von wo aus sie sich ausbreiten. Das plötzlich so lange Risse auftauchen, ist ungewöhnlich“, sagte Netzke. Denn gerade im Küchenbereich sei die Dachkonstruktion mit massiven OSB-Platten sehr solide mit statischer Bindung gebaut worden. „Das Haus findet sich nach sechs bis zwölf Monaten und kann dann auch – vereinzelt – Setzrisse bekommen, aber nicht gleichzeitig an so vielen Stellen“, so Netzke weiter. Er vermute daher als Ursache externe Einflüsse.
Dea-Mitarbeiter im Erdbebengebiet unterwegs
Der Wintershall-Dea-Mitarbeiter sei derzeit überall im Erdbebengebiet unterwegs, um Schäden aufzunehmen, war bei dem Ortstermin zu erfahren. Diese reichten von den besagten Setzrissen bis zu gesprungenen Fliesen im Bad und zu Haarrissen im Mauerwerk. Beim Fall in Dauelsen soll der Eigentümer nun einen Kostenvoranschlag durch den Handwerker anfordern und anschließend an die Vertragsabteilung der Wintershall Dea im norddeutschen Wietze übermitteln, wo der Schaden weiter geprüft werde.
„Mit der zeitnahen Schadensaufnahme durch die Dea bin ich erst einmal zufrieden. Bleibt abzuwarten, wie das jetzt weiterläuft“, resümierte Richter nach dem Besuch des Fachmanns.
