Läden stellen Hinweisschilder auf

Corona-Krise im Landkreis Verden: Kontaktverbot im Supermarkt - Ohne Einkaufswagen kein Einlass

Niklas Hößler (r.) passt im E-Center auf und bleibt freundlich. Fotos: wennhold
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Niklas Hößler (r.) passt im E-Center auf und bleibt freundlich.

Verden - „Hallo, würden Sie bitte einen Einkaufswagen nehmen.“ Ungefähr jeder Zweite im E-Center tut das erst nach Aufforderung, hat aber ohne keine Chance, seinen Einkauf zu tätigen. Niklas Hößler, Mitarbeiter einer Sicherheitsfirma, wird am Abend heiser sein, wenn das so weiter geht.

Nur eine Dame macht sich die Mühe, das Plakat am Eingang durchzulesen, das auf die neuen Regeln im Markt hinweist, nachdem sich Bund und Länder am Sonntag auf ein umfangreiches Kontaktverbot geeinigt haben. „Selbstverständlich ist das richtig und notwendig“, sagt Eva Holger aus Verden. Nach dem Wochenende braucht sie, wie viele andere auch, vor allen wieder frische Lebensmittel. Ansonsten geht sie lieber spazieren, um die ereignislose Zeit besser zu ertragen.

In der Zwischenzeit diskutiert der Mann vom Sicherheitsdienst weiterhin mit Kunden, die ohne Einkaufswagen nur schnell mal eben vom Schlachterstand was holen wollen. Andere protestieren: „Ich nehme nie einen Wagen.“ Diesmal muss es aber sein. Nur so behält der Markt den Überblick darüber, wie viele Kunden gerade ihre Einkäufe erledigen und, ob auf diese Weise der Sicherheitsabstand eingehalten werden kann. Niklas Hößler: „Sobald hier kein Einkaufswagen mehr steht, müssen die Leute warten, bis einer wieder abgegeben wird. Vorher kommt niemand hinein.

Corona im Landkreis Verden: Ohne Wagen keinen Einlass in Supermärkte

Der Rewe-Markt in der Max-Planck-Straße hat ähnlich reagiert. Einkaufskörbe und Trolleys sind weggeräumt worden, es dürfen nur noch die großen Einkaufswagen benutzt werden. Ein Schild weist am Eingang daraufhin, dass auch mitgebrachte Behältnisse nicht für den Einkauf benutzt werden dürfen. Der stellvertretende Marktleiter Kai Hühne rechnet vor: „Wir haben 2.800 Quadratmeter Verkaufsfläche und 200 Einkaufswagen draußen deponiert. Das passt.“ Er behält die Situation im Blick. Sollte es keinen Wagen geben, dann müssen Kunden vor dem Markt warten. Während des Gesprächs mit ihm fällt beim Blick in Richtung Kassen auf, wie diszipliniert sich jeder an die Abstandsregeln hält, die mit gelbem Klebeband auf dem Boden markiert worden sind. Am liebsten sofort würde Hühne die bestellten Plexiglasschutzscheiben an den Kassen installieren, doch die lassen auf sich warten – wegen der großen Nachfrage.

Verhaltensmaßregeln: An diesem Schild beim Rewe-Markte kommt niemand vorbei.

Die Situation in den Supermärkten ist seit der Corona-Krise eine völlig neue. Klar, dass auch an den Frischetheken Konsequenzen gezogen werden mussten. Mitgebrachte Behältnisse für den Transport von Wurst, Käse oder Salat werden nicht mehr angenommen.

Mitarbeiter erklären neue Regeln mit stoischer Ruhe

Im E-Center hält Niklas Hößler weiter durch und bleibt freundlich. Etlichen Kunden, die am Service etwas erledigen wollen, erklärt er mit stoischer Ruhe, dass er nicht weiterhelfen kann, weil er nicht Marktangestellter ist. Gleichzeitig muss er im Blick haben, wer immer noch ohne Wagen durch die Schleuse möchte.

Schließlich ist der Mann am Service-Tresen dankbar für das kurze Gespräch mit einem älteren Herrn, der vorschriftsmäßig mit dem Einkaufswagen herangerollt kommt, auf ihn zugeht und um etwas ganz anderes bittet als seine Vorgänger: „Die Sonne draußen ist herrlich, aber können Sie nicht mal den eisigen Wind abstellen?“

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