Umkleiden und Saunen gesperrt

Verdener Fitnessstudios öffnen unter Einhaltung strenger Hygieneregeln

Keine Gebühren während der Schließung im Eitzer SOS.
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Keine Gebühren während der Schließung im Eitzer SOS.

Verden - Über entspannte Verdener hat sich nicht nur Jörg Kriegel, Leiter des Fitnessstudios Highlight an der Siemensstraße, gefreut. Auch Domenik Bartholdt, in gleicher Funktion verantwortlich für das Studio Easy Fitness am Brunnenweg, kann das bestätigen. „Wir hatten immerhin zwei Monate geschlossen. Darauf haben die meisten Mitglieder sehr verständnisvoll reagiert.“ Das SOS-Sportstudio in Eitze ging während der staatlich verordneten Schließung einen anderen Weg. Inhaber Sven-Oliver Schönwald hat in dieser Zeit bei seinen Mitgliedern keine Abbuchungen vorgenommen. „Bei uns gab es so etwas wie Betriebsferien.“

Egal, wie die Zeit überbrückt wurde, für die meisten Mitglieder war es die beste Nachricht seit langem, dass Fitnessstudios wieder öffnen dürfen. Strahlend in die Kamera lächeln wollte am ersten Tag auf dem Laufband im Studio am Brunnenweg aber niemand. „Ich muss erst meine Corona-Pfunde wieder loswerden“, begründete eine Sportlerin ihre Haltung.

Entsprechend groß war der Andrang schon am Vormittag, wobei viele gleich wieder kehrtmachen mussten. Sven Heinze – er absolviert im Fitnessstudio ein duales Studium – passte auf und schickte alle zurück zum Auto, die ihre Taschen mit Sportkleidung dabei hatten. „Die können sie hier nirgendwo aufbewahren.“

Umkleidekabinen, Duschen und Saunen gesperrt

Denn Umkleidekabinen, Duschen oder, wo vorhanden, Saunen dürfen nicht benutzt werden. „Dann muss ich mich im Auto umziehen?“, lauteten die Antworten verdutzter Mitglieder. Am Ende waren alle einsichtig und behalfen sich auf die eine oder andere Art und Weise. „Hoffentlich ist bald alles so wie vorher“, kommentierte Studioleiter Bartholdt die ersten Stunden der Wiedereröffnung. Viel Vorbereitungszeit hat es nicht nur bei ihm, sondern auch in alles anderen Verdener Fitnessstudios gebraucht, um Abstands- und Hygieneregeln einhalten zu können. Und weil für jeden Gast mindestens sieben Quadratmeter Platz berechnet werden müssen, wird peinlichst darauf geachtet, dass nicht ein Sportler zu viel hineinkommt. Gezählt wird über Mitgliedsausweise, die beim Einlass gescannt werden.

Schon am Eingang werden Verhaltensmaßregeln von Sven Heinze und Domenik Bartholdt erläutert.

„Bloß keine zweite Welle“, kommentierte Jörg Kriegel die bevorstehende Wiedereröffnung. Sein Studio an der Siemensstraße hatte gestern noch geschlossen. Er wollte noch einen Tag abwarten. So ganz still gelegen hatte der Betrieb dort auch nicht. Es gab Gymnastikangebote, sofern sie im Freien möglich waren. „Wir sind als Reha-Studio von den Krankenkassen autorisiert.“ Was möglich war, wurde gemacht, manches auch online angeboten. Und wenn seine Mitglieder die eine oder andere Vorsichtsmaßnahme auch nicht einsehen wollen, so ist sich Kriegel seiner Verantwortung voll bewusst. „Alle Mitarbeiter sind geschult worden und werden peinlichst genau darauf achten, dass Sportgeräte nach jeder Benutzung sorgfältig mit Desinfektionsmittel abgewischt werden und sich die Leute nicht zu nahe kommen.“ Wie auch in den anderen Studios tragen die Mitarbeiter Masken, Nutzer der Studios müssen das natürlich nicht.

Ab heute wieder geöffnet: Das Studio Highlight.

„Eine ganz schöne finanzielle Bürde“ musste Sven-Oliver Schönwald vom SOS-Studio in Eitze verkraften. Sein Studio hat Urlaub gemacht, die Mitarbeiter in Kurzarbeit geschickt. Hinter ihm steht keine große Kette, er ist für sich und sein Studio allein verantwortlich. Auch bei ihm sind die Duschen gesperrt, Umkleidekabinen und Toiletten dürfen benutzt werden, allerdings darf sich immer nur eine Person darin aufhalten.

Flaschen mit Desinfektionsmittel aufgestellt

Überall hat er Flaschen mit Desinfektionsmittel aufgestellt und achtet darauf, dass nicht zu viele Mitglieder gleichzeitig an den Geräten trainieren. „Endlich geht es wieder los,“ atmet Schönwald auf, „Daumen hoch, dass alles gut geht.“

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