Frerichs denkt in der Corona-Krise um
Verdener Unternehmen entwickelt Hustenschutzscheibe: Umsatz und Abnahme boomen
Verden - Menschen brauchen Schutz vor einer tödlichen Gefahr. Das ist die Lage, die mit der Corona-Krise über das Land hereinbrach. Bei Frerichs Glas in Verden wissen die Verantwortlichen, wie sie zum Schutz vor dem Covid-19-Virus beitragen können.
Rico Ahrendt, Vertriebs-Teamleiter der Firma Frerichs war es, der die Idee hatte: Eine Hustenschutzscheibe musste her. Vertriebsleiter Bodo Hagemeister war begeistert, und noch am selben Tag wurde Rico Ahrendts Idee umgesetzt. Das war Anfang März dieses Jahres.
Seither leistet Frerichs Glas einen massiven und äußerst wirksamen Beitrag zum Kampf gegen das hochgefährliche Virus, das weltweit nach wie vor für Angst und Schrecken sorgt und das öffentliche Leben vielfach lahmgelegt.
Auftragseingang entwickelt sich dank Hustenschutzscheibe explosionsartig
Noch in derselben Woche, nachdem Rico Ahrendt seine Idee entwickelt hatte, wurden die Kunden informiert. Das waren vor allem Glasereien, Tischlereien und Ladenbauer, die sich nun vor Ort in die Lage versetzt sehen, dringend notwendige Schutzmaßnahmen bei ihren eigenen Kunden passgenau einzurichten. Dabei handelt es sich um Einzelhändler, Arztpraxen, Apotheken, Lebensmittelgeschäfte, Bäckereien und viele andere.
Seit dem Start der Produktion entwickelte sich der Auftragseingang bei Frerichs geradezu explosionsartig. Allererster Abnehmer war die Glaserei Laugesen in Verden, und schon vor vier Wochen, also Anfang April, waren die ersten 1.000 Kunststoff-Hustenschutzscheiben aus dem Hause Frerichs Glas ausgeliefert. Doch danach setzte der Boom erst richtig ein, und zwei Wochen später begann das Unternehmen auch mit der Herstellung von Hustenschutz aus Glas. Praktisch jede Woche wurden neue Produkte des Genres entwickelt. Dazu gehört auch ein Gesichtsvisier aus Kunststoff, mit dem es – im Gegensatz zum textilen Mund- und Nasenschutz – keine Atemprobleme gibt.
Mittlerweile müssen bei Frerichs Glas – zusätzlich zum normalen Zwei-Schichtbetrieb in allen Bereichen – Sonderschichten eingelegt werden. „Die Zahl der ausgelieferten Hustenschutzscheiben beläuft sich bereits auf mehrere Tausend“, so Hagemeister. Lieferprobleme gibt es indes nicht. „Rico Ahrendt hat sich frühzeitig darum gekümmert, Rohmaterial zu bekommen“, berichtet Bodo Hagemeister. „Deshalb sind wir gut versorgt. Überdies haben wir gute Beziehungen zu unseren Lieferanten. So sind wir in der Lage, kurzfristig auftragsbezogen zu fertigen und Glasereien, Tischlereien und Ladenbauer vor Ort zu beliefern. Engpässe gibt es auf dem Gebiet daher nicht.“ Den derzeitigen Stand der Dinge fasst Hagemeister so zusammen: „Mit so einem Geschäftszweig, noch dazu mit einem derartigen Erfolg, haben wir nie gerechnet.“
Verdener Unternehmen liefert im gesamten Nordwesten
In ihren angestammten Geschäftsbereichen Glas- und Kunststoffverarbeitung versorgen das Verdener Unternehmen und seine Zweigstellen in Lüneburg und Berlin Kunden im gesamten Nordwesten Deutschlands und gehören damit zu den marktführenden Unternehmen in diesem Raum. Inzwischen hat Frerichs Glas sich auch mit seinem breiten Angebot auf dem Sektor Husten-, Nies- und Tröpfchenschutz etabliert. Als Material verwendet Frerichs dafür die Werkstoffe Plexiglas und Einscheibensicherheitsglas.
Insgesamt 230 Mitarbeiter aus mehr als zehn Nationen werden an den drei Standorten beschäftigt, davon 170 in Verden und 50 in Lüneburg sowie zehn in Nauen bei Berlin. Für die täglichen Auslieferungen dienen 18 große Lastwagen, ab zwölf Tonnen aufwärts. 1876 am Rathausplatz in Verden gegründet, ist das mittelständische Unternehmen heute Norddeutschlands führender Spezialist für Flachgasveredelung und Kunststoffverarbeitung sowie Komplettanbieter rund um den Werkstoff Glas.
