Polizei zeigt Präsenz

Trauriger Coronarekord: 14 Infizierte

Die Aller-Weser-Klinik in Verden verbesserte Schutz und Komfort für werdende Eltern.
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Die Aller-Weser-Klinik in Verden verbesserte Schutz und Komfort für werdende Eltern.

In Sachen Covid 19 ist im Landkreis Verden weiterhin kein Silberstreif am Horizont erkennbar. Am Tag nach erstmals größeren Rückgängen bei den Patientenzahlen schnellten die bestätigten Fälle am gestrigen Freitag spürbar in die Höhe. Gleichzeitig bleibt die Versorgung mit Schutzkleidung angespannt. Und am Wochenende droht dem verhängten Kontaktverbot eine nächste schwere Belastungsprobe.

Verden/Achim – Die Hoffnungen auf ein allmähliches Ende der Corona-Pandemie zerstoben bereits gestern wieder. Innerhalb von lediglich 24 Stunden bestätigte das Gesundheitsamt des Landkreises 14 neue Fälle, die höchste kreisweite Tageszunahme seit Ausbruch vor knapp vier Wochen. Allerdings stieg gestern auch die Zahl der genesenen Fälle auf Rekordniveau. Insgesamt durfte ein ganzes Dutzend Menschen die häusliche Quarantäne verlassen. In den Kliniken entspannte sich die Lage leicht. Kreisweit befinden sich noch fünf Menschen in stationärer Behandlung, einer weniger als am Donnerstag.

Insgesamt sind laut Mitteilung der Kreisverwaltung inzwischen 96 Personen positiv getestet. Bei den Neuerkrankten handelt es sich um sieben Frauen und sieben Männer. Vier Personen kommen aus dem Südkreis, zehn Personen aus dem Nordkreis. 34 Personen sind inzwischen aus der häuslichen Quarantäne als genesen entlassen. Im Heidekreis stieg die Zahl der Infizierten um drei auf 36.

400.000 Masken gegen Coronavirus werden verteilt

Die Versorgung mit Schutzkleidung bleibt angespannt. „Wir haben eine Ladung erhalten, das trifft zu, und wir haben auch mit der Verteilung begonnen, aber es reicht bei weitem nicht“, sagt Michael Schmitz von der Kassenärztlichen Vereinigung Verden. Versorgt werde zunächst das Testzentrum am Kreishaus sowie der Bereitschaftsdienst. Auch Arztpraxen, die mit der Behandlung von Corona-Patienten betraut seien, würden eine Lieferung erhalten. Zu Wochenbeginn habe er ferner Schutzmasken bestellt, sagt Schmitz, eine beträchtliche Anzahl, insgesamt 400 000 Exemplare, aber auch das sei nur ein Tropfen auf den heißen Stein. Dieser Tage würden sie erwartet, und dann gehe es auch gleich an die Verteilung. „Aber auch das reicht nur vorübergehend.“ Generell bleibe die Versorgung mit Schutz-Utensilien eines der großen Probleme in der gegenwärtigen Situation. „Sollte sich die Zahl der Erkrankten drastisch nach oben bewegen, wird es eng.“

Polizei kündigt Präsenz und Kontrollen an

Die Wetteraussichten zum Wochenende mit frühlingshaften Temperaturen von bis zu 20 Grad mögen zu leuchtenden Augen bei Gartenbesitzern führen, für die Kontakt-Verbote im Rahmen der Corona-Krise bedeuten sie eine nächste ernste Belastungsprobe. „Es gibt leider offensichtlich noch genug nicht ausreichend Informierte, Leichtsinnige und im schlimmsten Fall auch Menschen, die bewusst gegen die Verbote handeln“, sagt Verdens Polizeichef Uwe Jordan: „Wir werden erneut deutliche Präsenz zeigen und bei Verstößen intervenieren. Wir sollten alle etwas dafür tun, dass die nächste Stufe der Einschränkungen, die Ausgangssperre, vermieden wird.“ Unterwegs seien weiterhin auch Beamte in Zivil. Schon am Donnerstag musste eine Streife erneut einschreiten. In Langwedel traf sie eine Gruppe von Personen im Alter von 17 bis 25 Jahren gleich zweimal an. Die Gruppe wurde zunächst gegen 18.30 Uhr am Bahnhof beobachtet und schließlich gegen 20 Uhr im Bereich des Spiridonweg erneut wahrgenommen. Der Mitteilung zufolge unterschritten die Personen den erforderlichen Mindestabstand von 1,5 Metern deutlich und leben zudem nicht in einer häuslichen Gemeinschaft. Gegen sie wurden nun Verfahren nach dem Infektionsschutzgesetz eingeleitet. Geldstrafen drohen.

Gesundheitsamt warnt vor „Einkaufstour“

Auch die Kreisverwaltung blickt dem Wochenende mit erstmals geöffneten Baumärkten und Gartencentern mit gemischten Gefühlen entgegen. „Keine Einkaufstour mit der Familie“ lautet der dringliche Appell des Verdener Gesundheitsamtes. Vor dem Hintergrund des nach wie vor kritischen Corona-Pandemiegeschehens solle man sich der ernsten Lage bewusst sein, heißt es aus dem Kreishaus. Das Gesundheitsamt empfiehlt den Marktbesitzern, die Kunden einzeln und mit Einkaufswagen in den Markt zu lassen. Über eine limitierte Zahl an Einkaufswagen ließe sich zudem die Gesamtpersonenzahl steuern, die sich gleichzeitig im Markt aufhalte, so die Empfehlung des Landkreises. „Darüber hinaus sollten mit Blick auf die eigene Gesundheit und die anderer Menschen zurzeit nur unaufschiebbare Käufe getätigt werden“, heißt es in dem Appell weiter.

Altpapier: Löcher in den Vereinskassen

Wer sich in Sachen Altpapierentsorgung bislang auf Sportvereine und Feuerwehren verlassen hat, muss zurzeit umdenken. Weder Bordsteinsammlungen noch Annahmen am Container seien aktuell erlaubt, betont Bettina Matschuck vom Kreissportbund. Für die Vereine seien dies echte Einnahmeverluste, sagt sie. Wer also die Möglichkeit hat, Altpapier vorübergehend zu Hause zu lagern, sollte dies tun. Denn irgendwann starten die ehrenamtlichen Sammler ja wieder durch.

Neue Regeln auf der Geburtshilfe-Station

Für werdende Eltern ist es zu deutlichen Veränderungen bei der Geburtshilfe gekommen. Die Hebammen des Kreißsaals der Aller-Weser-Klinik (AWK) führen derzeit keine persönlichen Anmeldegespräche mit Schwangeren durch, heißt es in einer Mitteilung aus der Klinik. Schwangeren werde das Online-Anmeldeformular auf der Homepage empfohlen. Im Rahmen des geltenden Besuchsverbots in der Klinik gilt für Schwangere, dass diese mit einer festgelegten Begleitperson in die Klinik kommen dürfen und auch nur diese nach der Geburt Zutritt auf der Station hat, heißt es aus der AWK. Unabhängig von der aktuellen Lage ist ein neuer Parkplatz für werdende Eltern eingerichtet. Er befindet sich, vom Rosenweg kommend, auf der rechten Seite beim Hubschrauberlandeplatz und ist beschildert. So können Frauen in den Wehen zukünftig ohne Parkplatzsuche komfortabel bis in die Nähe des Haupteingangs gefahren werden. Näheres auf der Webseite der AWK.

Café Kinderwagen schließt Standorte

Café Kinderwagen erweitert das Angebot.

Mit einer besonderen Initiative wartet das kreisweite Café Kinderwagen für werdenden Eltern sowie Eltern mit Kindern im Alter bis drei Jahren auf. Die Treffen in Oyten, Ottersberg, Achim, Verden, Dörverden, Blender, Kirchlinteln und Langwedel können zwar laut Presseinformation des Landkreises zurzeit nicht stattfinden, aber als Alternative werde ein neuer Spiele-Newsletter mit Spaß und Abwechslung für den Alltag zu Hause angeboten. „So können wir Familien auch aus der Ferne auf ungewöhnliche Weise unterstützen und mit den Eltern im Kontakt bleiben. Wir würden uns freuen, wenn viele Familien die Anregungen nutzen, die gerne auch an andere Eltern weitergeben werden dürfen“, sagt Sonja Eckstein von der Koordinierungsstelle Netzwerk Frühe Hilfen im Fachdienst Jugend und Familie des Landkreises.

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