Raumprobleme befürchtet

Grundschulen in Verden starten wieder mit Unterricht: Viertklässler diszipliniert

Diszipliniertes Pausenende: Niemand läuft, rangelt oder schubst sich über den Schulhof. Fotos: wennhold
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Diszipliniertes Pausenende: Niemand läuft, rangelt oder schubst sich über den Schulhof.

Verden - Es ist Pause in der Grundschule am Lönsweg, und dennoch ist es still. Alle Türen stehen offen, Pfeile weisen den Weg. Die eine Hälfte geht nach links, die andere nach rechts. Gestern waren es keine 25 Schüler, die in ihre alten Klassenräume zurückdurften. Heute wird es die andere Hälfte der Viertklässler sein, die nach knapp acht Wochen wieder halbwegs normalen Unterricht haben wird. Bis zu den Sommerferien wird die Stille in den Schulen jedoch nicht alltäglich bleiben. Ab dem 18. Mai folgen die Drittklässer.

War der gestrige Schulbeginn noch relativ entspannt, sehen einige Schulleiter mit Sorge in die Zukunft. Meike Wernwag von der Grundschule am Sachsenhain hat jetzt schon um die 40 Kinder aus den vierten Klassen täglich in der Schule, dazu kommen 14 in der Notbetreuung. Wenn auch noch die Drittklässler dazukommen, bräuchte man noch viel mehr Aufsicht, um den Rahmenhygieneplan des Niedersächsischen Kultusministeriums einzuhalten. Doch zunächst habe sie sich gefreut, die Schüler wiederzusehen. Ob sie zu Hause ebenso fleißig gelernt haben wie in der Schule, sei zweitrangig gewesen. „Die emotionale Ebene zu besprechen, ist erst mal viel wichtiger gewesen.“

Ähnlich sieht es die Waller Grundschulleiterin Anne-Kristin Grotheer: „Eigentlich bräuchten die Kinder jetzt sehr viel Nähe, aber das geht ja nicht. Für uns alle ist das eine große Herausforderung.“ Noch ist die Anzahl der Schüler hier sehr gering. Mit den Kindern aus der Notbetreuung sind es 23. Kommen die Drittklässler dazu, könne es zu Raumproblemen kommen.

Swetlana Klass holt Aufgaben für ihren Sohn ab.

Ob bis zu den Sommerferien tatsächlich alle Grundschüler ihre Klassenräume noch einmal zu sehen bekommen, dazu gibt es noch keine endgültige Entscheidung im Kultusministerium. Swetlana Klass wird deshalb wohl noch häufiger in die Lönswegschule kommen, um die Hausaufgaben für ihren Sohn abzuholen. Er geht in die erste Klasse, hat anderen Schülern gegenüber aber Vorteile. Wenn die Mutter ihrer Teilzeitarbeit nachgeht, kümmert sich der große Bruder um ihn.

Derweil achtet Lehrerin Margarete Dierken auf die Einhaltung der Hygieneregeln. Nach der Pause müssen alle die Hände waschen. Natürlich nicht gleichzeitig, sondern nacheinander. Beim Anstehen sind die ansonsten sehr disziplinierten Kinder etwas genervt.

Offene Türen und Hinweistafeln in der Lönswegschule.

Die Jahnschule sorgt mit drei vierten Klassen, die in sechs Lerngruppen aufgeteilt wurden, mit einem zeitversetzten Schulbeginn für Entzerrung. Schulleiterin Claudia Stüven war am ersten Tag überrascht, wie gut alles geklappt hat. „Die Kinder waren wegen der neuen Situation etwas aufgeregt, aber sie haben kapiert, dass es ernst ist.“ Auch die Nicolaischule freut sich, zwei vierte Klassen wieder zum Unterricht begrüßen zu können. Wie überall sind sie in Gruppen aufgeteilt worden und kommen versetzt in den Unterricht.

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