Flächen in Neumühlen waren gnadenlos überzeichnet

Verdener Bauland im Corona-Test: NLG sondiert aktuelle Interessenlage

Im neuen Baugebiet an der BBS werden bereits die Tiefbauarbeien ausgeführt. Foto: kra
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Im neuen Baugebiet an der BBS werden bereits die Tiefbauarbeien ausgeführt.

Verden - Die insgesamt 48 Baugrundstücke unweit der BBS kristallisieren sich bereits auf dem Acker heraus. Bunte Pflöcke sind ohne Ende eingeschlagen. Baufirmen haben planmäßig mit den Erschließungsarbeiten begonnen. Aber wegen der Corona-Krise ist weiterhin unklar, wann wirklich die ersten Bodenplatten gegossen werden. Mitarbeiter des Vermarkters Niedersächsische Langgesellschaft (NLG) sondieren dieser Tage die Gemütslage der vermeintlich angehenden Häuslebauer. Halten sie unter dem Eindruck der Krise an ihren Bauplänen fest?

Stapelweise sammelten sich in Zeiten vor dem Einzug von Covid-19 die Interessenten-Schreiben. Das Baugebiet Neumühlen galt als gnadenlos ausgebucht. 400 Familien bewarben sich auf die 43 Grundstücke, die für Einfamilien- oder Doppelhäuser freigeben wurden. Eine fast zehnfache Überzeichnung. Für die fünf Mehrfamilienhaus-Flächen erwärmten sich zudem eine Reihe Investoren. Unterschrieben ist nach NLG-Angaben allerdings noch nichts. „Wir haben jetzt erstmal alle Interessenten angeschrieben“, heißt es in der Niederlassung nahe des Verdener Kreishauses, „wir haben um konkrete Aussagen gebeten vor allem zu der Frage, ob weiterhin Interesse besteht“. Dies geschah in der vergangenen Woche. Noch seien keine Antworten eingegangen, was aber nicht automatisch heiße, die Familien hätten ihre Baupläne in den Schubladen verschwinden lassen. „Man muss einfach akzeptieren, in der jetzigen Zeit kann nicht auf die Schnelle nach Bauträgern oder Baufirmen gesucht werden. Das braucht Geduld.“

Längst sind die hochtrabenden Vermarktungspläne von der Realität überholt. Der obligatorische erste Spatenstich mit Bürgermeister wurde abgesagt, die Unterschriften unter die Kaufverträge, die dutzendweise für den April angedacht waren, wurden auf später verlegt. „Wir hoffen, im Mai erste Klarheit über das wirkliche Interesse und die dann noch übrig gebliebenen Kaufinteressenten zu erhalten“, heißt es bei der NLG.

Zuletzt hatte es noch eine Diskussion über die Zufahrtstrecken der Baufahrzeuge gegeben. Anlieger befürchteten Lärm und kaputtgefahrene Straßen. „Uns wurde inzwischen von der Stadtverwaltung mitgeteilt, die Fahrzeuge sollen über die Neue Schulstraße anrollen. Daran halten wir uns.“ Von der tatsächlichen Resonanz auf das Baugebiet Neumühlen erwarten Immobilien-Fachleute wichtige Fingerzeige auf die kommende Nachfrage-Entwicklung. Zuletzt kannten die Erlöse nur eine Richtung: sie stiegen. Während die veräußerte Fläche kreisweit vergangenes Jahr sogar fiel, von 79 auf 71 Hektar, so der Gutachterausschuss des Katasteramtes, stieg der Umsatz noch einmal an. Von 47,5 Millionen Euro auf 48,3 Millionen. Und eine Trendwende sei nicht in Sicht, hieß es vor der Corona-Krise. Damals war die Kalkulation simpel, so Ausschuss-Vorsitzender Gerd Ruzyzka-Schwob: „Solange die Zinsen niedrig bleiben, dürften die Preise weiter steigen.“

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