Keine Lösung für Gartenbesitzer
Osterfeuer und Abfallhöfe fallen wegen Corona aus: Strauchschnitt als wachsendes Problem
Verden – Die Narzissen blühen kräftig, das Gelb der Forsythien verliert schon seine Strahlkraft und die ersten Tulpen recken ihre Köpfe in die Höhe. Der Frühling kommt in Fahrt und auch Bäumen und Sträuchern ist der Coronavirus egal. Mit der Pandemie ist nicht die Zeit für Osterfeuer und auch bei den Abfallhöfen können Privatkunden ihren Strauchschnitt nicht mehr loswerden: Gartenbesitzer haben ein Problem.
Die aufgetürmten Gebirge aus Zweigen und Ästen sind nicht nur ein Symbol für das Ende des Winters und eine gesellige Einstimmung auf das Osterfest. Wenn die Feuer die Nacht erhellen, war das auch eine willkommene Verwendung für Abfälle vom Frühjahrsputz im Garten. Nicht ganz umweltfreundlich, aber für die Osterfeuer-Tradition einmal im Jahr zu vertreten.
Jetzt bleiben die Freizeitgärtner auf Baum- und Strauchschnitt sitzen, und die Leiterin des Fachdienstes Wasser, Abfall und Naturschutz beim Landkreis, Silke Brünn, kann ihnen fürs erste keine Lösung bieten. „Wir verstehen den Wunsch vieler Gartenbesitzer, jetzt den Garten auf Vordermann bringen zu wollen, hoffen aber sehr auf die Besonnenheit der Menschen in diesen schwierigen Wochen“, so Brünn.
Gartenabfälle sollen auf eigenem Grundstück gelagert werden
Der Landkreis appelliert in einer Pressemitteilung an die Bürgerinnen und Bürger, Gartenabfälle, die nicht mehr in die Komposttonne passen, vorerst auf dem Grundstück zwischenzulagern. Sobald eine Annahme der Gartenabfälle wieder ohne gesundheitliche Gefährdung der Kunden und Mitarbeiter möglich sei, würden die Höfe wieder voll zur Verfügung stehen.
Während die Gartencenter in Niedersachsen ab Sonnabend wieder geöffnet sind und dem Nachschub für die Beete nichts mehr im Wege steht, wird die Frage dringender, wie man dort den Platz schaffen kann. „Die Abfallhöfe im Landkreis Verden bleiben bis auf Weiteres für Anlieferungen von Privatkunden geschlossen“, macht die Abfallwirtschaft keine Hoffnung. „Wir können aufgrund der Platzbeschaffenheit und Ausstattung vor Ort nicht die geltenden Anforderungen für ein Mindestmaß an Sicherheit für Kunden und Mitarbeiter vor einer Übertragung des Coronavirus sicherstellen und gleichzeitig auch den durch die Absage der Osterfeuer verstärkt zu erwartenden Andrang der Hobbygärtner bewältigen“, begründet Silke Brünn die Entscheidung. Die Zeit ohne Publikumsverkehr nutzen die Mitarbeiter auf den Höfen und erledigen liegen gebliebene Unterhaltungsarbeiten.
Nach ortsnahen Lösungen für größere Mengen Strauch- und Gehölzschnitt werde aber gesucht, versichert Silke Brünn. Der Fachdienstleiterin schwebt da vor, dass die Abfälle irgendwie sinnvoll verwertet werden sollten. Wenn im Kreishaus Entsorgungsmöglichkeiten gefunden sind, soll darüber auf der Internetseite und in der Zeitung informiert werden.
Wer aber darauf nicht warten kann und unaufschiebbare Gründe für die Entsorgung von Gartenabfällen hat, kann sich dennoch an die untere Abfallbehörde des Landkreises wenden. Unter Telefonnummer 04231/15377 erhalten sie Hilfe und können eine zeitnahe und praktikable Entsorgung der Abfälle abstimmen: „Ausnahmeregelungen werden aber nur aus unabweisbaren Gründen getroffen“, warnt die Abfallwirtschaft.
Abfälle dürfen nicht in freier Natur entsorgt werden
Ganz unmöglich ist, die Abfälle irgendwo in der freien Natur zu entsorgen. Die Abfallbehörde weist darauf hin, dass das eine Ordnungswidrigkeit sei. „Sollten die abgelagerten Abfälle nach Art, Beschaffenheit oder Menge geeignet sein, nachhaltig ein Gewässer, die Luft oder den Boden zu verunreinigen oder sonst nachteilig zu verändern oder einen Bestand von Tieren oder Pflanzen zu gefährden, handelt es sich sogar um einen Straftatbestand.“
