Platzverweise ausgesprochen
Weitere Covid-19-Infektionen und erste Bilanz der Polizei
Nach dem Rückgang am Mittwoch entwickelte sich die Corona-Kurve im Landkreis Verden am Donnerstag wieder nach oben. Sechs neue Fälle wurden vom Gesundheitsamt bestätigt. Gleichzeitig zieht die Polizei eine verhalten positive Bilanz nach knapp einer Woche der Kontrollen in Sachen Kontakt-Beschränkungen. Die Infrastruktur kreisweit hält dem außergewöhnlichen Druck bisher stand.
Verden/Achim – Die Hoffnung auf eine Trendwende in der Corona-Krise zerstob bereits am Tag nach dem erstmaligen Rückgang der Patientenzahlen im Landkreis Verden. Von den sechs neu infizierten Personen stammen vier aus dem südlichen und zwei aus dem nördlichen Kreisgebiet. Zwei Männer und vier Frauen sind betroffen, heißt es in einer Mitteilung des Gesundheitsamtes. Die Gesamtzahl der infizierten Menschen stieg kreisweit auf 43, sechs konnten inzwischen als genesen aus der häuslichen Quarantäne entlassen werden. Aktuell befinden sich 37 Menschen in Behandlung, sechs davon in den Krankenhäusern. Im Heidekreis stieg die Zahl um 5 auf 15.
Die Kontakt-Beschränkungen kreisweit werden offenbar überwiegend eingehalten. Seit Montag dürfen maximal zwei Personen zusammentreffen. Nachdem am Wochenende noch ein alkoholisierter Gast auf einer Privatfeier Polizeibeamte beleidigt hatte und gegen ihn ein Ermittlungsverfahren eingeleitet wurde, blieb es zu Beginn der Woche überwiegend ruhig. „Die Polizei zeigt weiterhin hohe Präsenz“, sagt Pressesprecherin Sarah Humbach. Die Beamten seien mit Streifenwagen, Pedelecs oder auch zu Fuß unterwegs.
Gleichzeitig seien immer mal wieder Hinweise von Privatpersonen auf Verstöße eingegangen. „Diesen Hinweisen gehen wir akribisch nach.“ Die Menschen reagierten größtenteils verantwortungsbewusst. „Sie halten sich an die neuen Regeln.“ In Einzelfällen habe man einschreiten müssen. Vereinzelt wurden Personen auf Sportplätzen oder Spielplätzen angetroffen. Darüber hinaus wurde am Mittwoch in Verden gleich zwei Personengruppen ein Platzverweis ausgesprochen, nachdem sie sich im Bereich des Holzmarktes und der Ostertorstraße in Verden aufgehalten hatten. Gegen mehrere Betroffene wurden daraufhin zudem Verfahren nach dem Infektionsschutzgesetz eingeleitet. Ihnen drohen Strafen vom Bußgeld bis zur Haft.
Infrastruktur kann weiterhin aufrecht erhalten werden
Die Infrastruktur bleibt offenbar auch in Corona-Zeiten kreisweit aufrecht erhalten. Verdener Einwohner hatten zwischenzeitlich beklagt, die Versorgung mit Briefen und Paketen hinke hinterher. Eine Nachfrage ergab, die Zustellung verlaufe zurzeit problemlos. Bei den Briefzustellern seien zwei Schichten gebildet, eine mit Start um 6.45 Uhr, eine zweite mit Start um 10 Uhr. Damit sei sichergestellt, dass im Falle einer Corona-Infektion eines Bediensteten und damit der Quarantäne seines ganzen Teams immer noch eine zweite Schicht zur Verfügung stehe.
Paketzustellung im Landkreis nimmt zu
Gleichzeitig liegt eine erste Einschätzung zum Postaufkommen unter Corona-Einfluss vor. Die Zahl der auszuliefernden Briefe sei zurückgegangen, die Paketzustellung nehme zu.
