„Wir können gezielt reagieren“

Notfallmechanismus: Neue Verantwortung in der Pandemie kommt im Verdener Kreishaus gut an

Spielen wieder erlaubt: Die gelockerten Einschränkungen haben sich nicht auf die Zahlen ausgewirkt. Foto: Wienken
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Spielen wieder erlaubt: Die gelockerten Einschränkungen haben sich nicht auf die Zahlen ausgewirkt.

Landkreis - Die neue Verantwortung für die Eindämmung der Corona-Pandemie kommt gut an im Verdener Kreishaus. Nach dem von Bund und Ländern vereinbarten Notfallmechanismus soll dort künftig festgelegt werden, welche Einschränkungen erlassen werden, wenn in einer Woche mehr als 50 Neuinfektionen pro 100. 000 Einwohner festgestellt werden. „Wir begrüßen die Entscheidung“, machte Amtsärztin Jutta Dreyer für sich und für den Landrat, Peter Bohlmann, deutlich. Die Reaktion auf einen eventuellen Hotspot könne in der kommunalen Selbstverwaltung viel gezielter geregelt werden.

„Auf das Kreisgebiet bezogen geht es nach der neuen Regelung um das Auftreten von etwa 60 neuen Infektionen“, hat die Leiterin des Fachdienstes Gesundheit und Umweltmedizin in der Kreisverwaltung hochgerechnet. Wenn beispielsweise in einem Seniorenheim solch ein Hotspot mit vielen Infektionen auftreten würde, könnte das Gesundheitsamt das Ausmaß schneller eingrenzen und die Behörde gezielte Maßnahmen einleiten. „Da wäre es womöglich nicht sinnvoll, allgemeine Beschränkungen für alle zu erlassen“, macht sie den Vorteil deutlich, den die größere Nähe vor Ort bietet. Hier könne man einfach besser gezielt reagieren.

„Bislang haben wir solche Zahlen aber noch nicht und werden das hoffentlich auch nicht erreichen“, zog sie eine Bilanz der bisherigen Entwicklung. Sie ist beruhigt, dass die Zahlen sich auf verhältnismäßig niedrigem Niveau entwickeln.

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Nachdem die Zahlen sich vor zwei Wochen relativ stabil auf um die zehn Covid-19-Patienten eingependelt hatten, ist seit dem Monatsbeginn ein leichter Anstieg auf aktuell 16 Erkrankte zu verzeichnen. Dass die Fieberkurve der Statistik sich in den zurückliegenden Tagen wieder etwas nach oben bewegt, bringt Dreyer nicht aus der Ruhe. Das habe mit Infektionen zutun, deren Kette das Gesundheitsamt klar ermittelt hat. „Die neu infizierten Personen haben ihre Arbeitsstelle in Bremen und dort wurden Fälle festgestellt“, erklärte die Medizinerin die Zusammenhänge.

Vor diesem Hintergrund fehlen auch die Hinweise, dass die Zahlen mit der Öffnung von Geschäften oder anderen Lockerungen der Einschränkungen im Zusammenhang stehen. Schwankungen seien nun einmal normal in einer solchen Pandemie. „Bislang haben sich die Lockerungen aber noch nicht in den Infektionszahlen niedergeschlagen“, bestätigt die Amtsärztin.

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