Wohin mit dem Stürmer?
Von anderen eingeholt und überflügelt, aber: Noch plant Kohfeldt mit Harnik
Bremen – Als das Weserstadion zum Tanzschuppen wurde, war für Max Kruse und Martin Harnik ein kleiner Traum wahr geworden. Zwei Freunde aus Jugendtagen hatten nicht nur gemeinsam in einem Bundesliga-Spiel auf dem Platz gestanden, sondern auch noch beide getroffen.
Es war beim 3:1-Heimsieg des SV Werder über Hertha BSC, zu dem Harnik das 1:0 und Kruse das 3:1 beigesteuert hatten – garniert jeweils mit einer Tanzeinlage. Es war am fünften Spieltag das pure Freunde-Glück. Doch neun Monate später sieht die Welt schon wieder ganz anders aus. Max Kruse hat Werder verlassen – und ob Martin Harnik in der kommenden Saison noch für die Bremer spielen wird, ist trotz des noch bis 2021 laufenden Vertrags nicht klar.
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Kohfeldt über Harnik: „Zunächst planen wir mal mit ihm“
„Zunächst mal planen wir mit ihm“, sagt Trainer Florian Kohfeldt, der die Einschränkung „zunächst“ gewiss mit Bedacht gewählt hat. Denn schon die 29 Spiele, die auf die Tanzeinlage folgten, haben gezeigt, dass es schwerer und schwerer wird, für den 31 Jahre alten Martin Harnik, in Werders Offensive zu Einsatzzeiten zu kommen. Verletzungen waren der eine Grund, weshalb der ehemalige österreichische Nationalspieler insgesamt nur zehnmal in der Startelf stand, die Konkurrenz der andere.
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Der zehn Jahre jüngere Johannes Eggestein liegt nach Saisontoren mit Harnik gleichauf (je vier), hat von Florian Kohfeldt aber knapp 300 Minuten mehr Einsatzzeit bekommen. Milot Rashica ist ohnehin an Harnik vorbeigezogen, und auch Yuya Osako hat ein besseres Standing. Wenn dann auch noch Niclas Füllkrug dazukommt und Harnik den Weg ins Sturmzentrum versperrt, was bleibt dann noch für den Kruse-Kumpel? Genau: Es ist eine bescheidene Perspektive.
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Kohfeldt: „Es gab Momente, da hat Martin Spiele für uns entschieden“
Dennoch wäre Kohfeldt ein schlechter Coach, wenn er Martin Harnik einfach abschreiben würde. „Es gab Momente, da hat Martin Spiele für uns entschieden. Das sollte man nicht wegdiskutieren“, meint der 36-Jährige und erklärt, warum Harnik im letzten Viertel der Saison kaum noch eine Rolle gespielt hat.
„Es gibt nur einen gewissen Zeitpunkt in einer Saison, bis zu dem man als Trainer sagt: ,So, ich verändere das jetzt noch mal.‘ Wenn ich zum Beispiel Milot Rashica noch mal rausgenommen hätte, um Martin eine Chance zu geben, dann hätte jeder in Bremen gesagt: ,Was ist mit dem?‘ Deshalb war es für Martin nicht ganz einfach“. Und deshalb bleibt es auch schwierig für Harnik.
Mittlerweile gibt es Berichte, dass der HSV Interesse an Martin Harnik hat und der Werder-Profi bald nicht mehr an der Weser, sondern Elbe kicken könnte.