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Milot Rashica im Trikot von Vitesse Arnheim. Der niederländische Club ist die bislang einzige Profi-Station des 21-Jährigen. In 101 Pflichtspielen erzielte der Flügelstürmer 15 Tore.
Bremen - Wäre Milot Rashica am Nachmittag durch die Bremer Innenstadt gelaufen, wäre vermutlich niemand auf die Idee gekommen, dass dieser junge Mann mit dem militärischen Bürstenhaarschnitt die Zukunft von Werder Bremen verkörpert.
Schon allein deshalb nicht, weil ihn wohl niemand in Bremen kennt. Jedenfalls bis Dienstag nicht. Doch als Rashica am Klinikum „Links der Weser“ aus einem Auto der Werder-Flotte hüpfte, war klar: Muss ein Fußballer sein. Und so ist es auch. Rashica, 21 Jahre alt und Nationalstürmer des Kosovo, wechselt vom niederländischen Erstligisten Vitesse Arnheim zum SV Werder und soll bei dem Bundesligisten am Mittwoch einen Vertrag unterschreiben. Über Laufzeit und Ablöse gibt es noch keine gesicherten Informationen, aus den Niederlanden schwappten aber folgende Zahlen nach Bremen: Viereinhalb Jahre Vertrag, neun Millionen Euro Ablöse.
Damit wäre der Mann, der auch bei anderen Bundesligisten hoch gehandelt wird, mit dem im Umfeld des SV Werder aber kaum jemand als Ersatz für den langzeitverletzten Fin Bartels (Achillessehnenriss) gerechnet hatte, der teuerste Einkauf der Club-Geschichte. Zu recht? „Er kann unser Offensivspiel beleben“, sagt Sportchef Frank Baumann über den Flügelspieler: „Er hat ein sehr gutes Tempo in seinem Spiel, ist stark im Eins-gegen-eins.“
Genau diesen Typ Spieler haben die Bremer gesucht. Was Rashica aber definitiv fehlt, sind Karriere-Merkmale, die die Außenwelt beeindrucken. Sein Weg hat ihn im Sommer 2015 vom kosovarischen Provinzclub Kosova Vushtrri zu Vitesse Arnheim geführt. Ablöse: 300.000 Euro. Für Vitesse hat er seither in 101 Pflichtspielen 15 Tore erzielt und 24 Assists geliefert. Als Nationalspieler des Kosovo kommt Rashica auf elf Einsätze, ein Treffer ist ihm dabei nicht gelungen. Bevor der Kosovo mit einer eigenen Auswahl startete, lief er für die U-Nationalmannschaften Albaniens und zweimal auch für das A-Nationalteam auf. Als „Messi von Albanien“ wurde er bereits in Sozialen Medien gefeiert.
Nun nimmt Milot Rashica die Herausforderung Bundesliga an. Das hätte er angeblich auch für den VfB Stuttgart und Hannover 96 machen können. Doch es wird Werder – dort trifft er auf seinen ehemaligen Vitesse-Kollegen und jetzigen Bremer Marketing-Motor Yuning Zhang. Dass Rashica kein zweiter Zhang ist, sollte bei der kolportierten Ablösesumme aber selbstverständlich sein. Baumann: „Nach dem Ausfall von Fin ist Milot der Spieler, der genau in unser Anforderungsprofil passt und uns sofort weiterhilft. Einen Typen wie ihn haben wir sonst nicht im Kader.“ Es sei bei der Stürmersuche schnell klar geworden, dass „Milot unser Kandidat Nummer eins“ ist.
Noch ist der Transfer freilich nicht fix, steht aber „kurz vor dem Abschluss“, so Baumann: „Wir sind in guten Gesprächen mit Vitesse. Es fehlen nur noch einige Details.“ Der Werder-Manager hofft, dass am Mittwochvormittag alles geklärt sein wird und Rashica schon am Mittag mit der Mannschaft trainieren kann – die Einheit findet jedoch unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt.
Erste Bilder von Milot Rashica, der von dem ehemaligen Bundesliga-Profi Altin Lala (von 1998 bis 2012 bei Hannover 96) beraten wird, gab es am Dienstag unmittelbar vor dem Medizincheck im „LdW“. Rashica kam in Begleitung einer attraktiven Blondine und trug knallrote Schuhe – in denen angeblich sehr schnelle Füße stecken. Ferrari-Füße gewissermaßen.