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Bremen - Explizit auf der Tagesordnung stand das Thema nicht. Als Florian Kohfeldt am Montagmittag im Weserstadion vor seinen im „Bund Deutscher Fußball-Lehrer“ (BDFL) organisierten Kollegen sprach, streifte er aber das Aufgabengebiet „Gewöhnung junger Spieler an die Bundesliga“.
Kohfeldt nutzte das Beispiel Johannes Eggestein, um zu verdeutlichen, dass auch ein Umweg letztlich zum Ziel führen kann. Bei dem jüngeren der beiden Eggestein-Brüder ist der Werder-Trainer gerade dabei, diesen Umweg auszutüfteln. Johannes Eggestein ist vor wenigen Tagen 20 Jahre alt geworden. Er hat gerade seine erste richtige Saison im Herren-Fußball hinter sich gebracht. Und es war keine leichte Saison für den Angreifer. Mit der U23 stieg er aus der Dritten Liga ab, blieb sogar torlos. Dennoch hat Kohfeldt ihn am Ende der Saison in den Profi-Kader befördert. Und dabei wird es auch bleiben.
„Ich glaube, dass Jojo jetzt soweit ist, dauerhaft um Kaderplätze und Startelf-Einsätze zu konkurrieren. Die U23 in der Regionalliga ist für ihn nicht mehr adäquat“, sagte Kohfeldt vor der BDFL-Versammlung. Allerdings werde Eggestein einen gewissen Umgewöhnungsprozess durchlaufen müssen. Konkret: Das Werder-Trainerteam sucht die Rolle, die dem Mittelstürmer tatsächlich zu mehr Einsätzen verhelfen kann. „Wenn wir seine Position als zentraler Stürmer sehen, dann heißt sein Konkurrent nunmal Max Kruse“, so Kohfeldt. Und Kruse ist übermächtig.
Verkorkste Saison für Eggestein? Kohfeldt: „Da werde ich sauer“
Also muss Johannes Eggestein auf die Außenpositionen ausweichen. Auf links und rechts hat Coach Kohfeldt das Talent zuletzt schon in zwei 20-Minuten-Einsätzen getestet. „Wir arbeiten im Moment daran, Alternativ-Positionen für Johannes zu entwickeln“, erklärte der Bremer Cheftrainer und lobte Eggestein für dessen Trainingsleistungen. Im Saison-Endspurt sei er „zu unserem ersten Einwechselspieler“ geworden: „Nicht, weil ich ihn mag, sondern weil er sich das sportlich verdient hat.“
Viel Lob für einen Spieler, der in Liga drei torlos geblieben war. Gegen den Fakt kann Kohfeldt zwar nichts machen, gegen die Ableitung, es sei eine verkorkste Saison für Johannes Eggestein gewesen, wehrt er sich aber heftig. „Da werde ich richtig sauer“, schimpfte der 35-Jährige: „Das ist dem Jungen gegenüber nicht fair.“ Ohnehin sei die Erwartung an Eggestein im Umfeld zu hoch. Dass von dem Eben-noch-Teenager erwartet wurde, direkt an die Quote aus der U19-Bundesliga (42 Tore in 33 Spielen) anzuknüpfen, sei „fast eine Sauerei“, meinte Kohfeldt.