Werder-Coach Florian Kohfeldt am Montag
Nullkommanull ein Problem
Bremen - Irgendwann wird man vielleicht amüsiert sein über seinen Holperstart ins Leben als Bundesliga-Trainer. Irgendwann. Im Moment muss sich Florian Kohfeldt aber noch ganz ernsthaft damit auseinandersetzen, dass er als der Geschwächte daherkommt.
Als der Trainer, der von seinem Sportchef mit vermeintlich degradierenden Äußerungen an die Startlinie geschickt wurde. Frank Baumann hatte sich nicht ganz glücklich über die Entscheidung geäußert, Kohfeldt zum Cheftrainer von Werder Bremen gemacht zu haben. Zwar sprach er von „voller Überzeugung“ und nannte auch sonst viele positive Aspekte der Kohfeldt-Wahl.
Er sagte aber auch, dass er bei seiner Suche auf Kandidaten getroffen wäre, die der „bessere Trainer“ für Werder gewesen wären, aber nicht zu haben waren. Kohfeldt, so die Vernutung, muss das doch ziemlich sauer aufgestoßen sein. Aber, o Wunder: Ist es nicht. Der neue Coach fühlt sich sogar mit „Frank an meiner Seite sehr, sehr wohl“.
Kohfeldt verteidigt Baumann
Kohfeldt stellte sich gestern Mittag erstmals nach seiner Beförderung zum Mediengespräch. Und dabei entstand eine Situation, die durchaus als ungewöhnlich bezeichnet werden darf. Denn der frisch ins Amt gehobene Coach musste plötzlich seinen Vorgesetzten Baumann verteidigen. Über den war kübelweise Kritik ausgeschüttet worden, weil der „Bessere-Trainer-Vergleich“ unnötig und unprofessionell gewesen sei. Kohfeldt sieht das nicht so. Schon gar nicht nimmt er die Äußerungen persönlich. Und geschwächt fühlt er sich ebenso wenig.
„Natürlich gab es Aussagen, die so interpretiert werden können, wenn man sie so interpretieren möchte“, sagte er über die Aufregung um Baumann, „aber intern habe ich nullkommanull das Gefühl, dass ich geschwächt werde.“ Sondern: „Ich habe das Gefühl, dass ich sehr stark von Frank unterstützt werde. Ich halte Frank für den optimalen Geschäftsführer von Werder Bremen. Das zeigt er jetzt gerade wieder.“
Darüber gibt es unter Fans geteilte Meinungen. Klar ist aber, dass Baumann bei weitem nicht den Schaden angerichtet hat, den viele vermuten. Kohfeldt hat „kein Problem“ mit den Aussagen, und die Mannschaft wird es im Falle fortgesetzt schlechter Ergebnisse auch nicht als Ausrede nehmen, dass der Sportchef den U23-Trainer bei der Entscheidungsfindung nicht außerhalb jeglicher Konkurrenz gestellt hat. „Ich habe nicht das Gefühl, dass sie das als Alibi nutzen könnte“, sagte Kohfeldt.
Werder-Training am Montag




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